Pikmin 3 Deluxe (2020)

Pikmin 3 Deluxe (2020)

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Switch-Review: Wii U minus eins

Wenn das Leben dir Zitronen hinwirft...
Wenn das Leben dir Zitronen hinwirft... © Nintendo

Nintendo scheint bestrebt, die Wii U aus dem kollektiven Gedächtnis zu streichen. Mit jedem Re-Release eines Wii-U-Titels wird die Konsole immer etwas durchsichtiger - in etwa so wie Michael J. Fox in Zurück in die Zukunft. Nach Mario Kart 8, New Super Mario Bros. U oder Donkey Kong Country: Tropical Freeze (und vielen mehr) ist Pikmin 3 nun an der Reihe.

Drei Astronauten verlassen ihren Heimatplaneten Koppai, um Essen zu suchen. Unterwegs erleiden sie Schiffbruch und stranden auf einen völlig unbekannten Trabanten. Dort gibt es Blumen so gross wie Bäume und Erdbeeren, die einen erschlagen könnten. Und es gibt Pikmin. Das sind kleine, pflanzenähnliche Wesen, die nun von den Astronauten für ihre Ziele rekrutiert werden.

Pikmin 3 Deluxe ist eine unaufgeregte Neuauflage des Originals für die Switch. Für alle, die das Game auf der Wii U bereits gespielt haben, lohnen sich die wenigen Verbesserungen oder die Zusatzepisoden wohl kaum. Dennoch ermöglicht dieses Remaster ganz vielen Spielern, die keine Wii U hatten, in die Welt von Pikmin einzutauchen. Remaster hin oder her: Das Spiel lohnt sich auf jeden Fall.

Auf geht's in den Wald!
Auf geht's in den Wald! © Nintendo

Schnell erkennt ihr, dass die hilfsbereiten Pikmin ohne zu zögern eure Befehle befolgen. Sie öffnen Wege und tragen Früchte zurück zum Raumschiff. Im Verlauf der Geschichte kommen verschiedenfarbige Pikmin hinzu, wobei jede Farbe auf spezielle Eigenschaften verweist. Gelbe Pikmin können beispielsweise Elektroschocks aushalten. Schwarze können Scheiben einschlagen. So kombiniert ihr die unterschiedlichen Farben, um mehrstufige kreative Rätsel zu lösen und Hindernisse zu überwinden. Darin liegt der grosse Reiz des Spiels.

Manchmal können Pikmin für unterschiedliche Aufgaben gleichzeitig eingesetzt werden. Die Zeitersparnis ist willkommen, allerdings steht ihr selten wirklich unter Druck. Wollt ihr dennoch an mehreren Fronten gleichzeitig Kämpfen, steht euch neu ein Splitscreen-Modus zur Verfügung. So könnt ihr euch die Aufgaben mit einem Freund auf der Couch teilen.

Veteranen von Pikmin 3 werden in erster Linie die Quality-of-Life-Verbesserungen bemerken, allen voran bei der Steuerung. Selbst wenn das Zielen mit dem Gyro-Sensor etwas fummelig bleibt, so wurde die Zielerfassung deutlich verbessert. Mit einem kurzen Druck auf die ZR-Taste kann ein Objekt fixiert werden, danach könnt ihr bei erneutem Drücken durch die verschiedenen Ziele iterieren. Des Weiteren erleichtert das Tipp-System Einsteigern das Leben. Kommt ihr mal nicht weiter, könnt ihr jederzeit einen Knopf drücken, und das Spiel lenkt euch in die richtige Richtung.

«Huch, da bist du ja!»
«Huch, da bist du ja!» © Nintendo

Pikmin 3 Deluxe wartet ausserdem mit Bonusinhalten auf. So könnt ihr einen Prolog und einen Epilog spielen, den es in der Orignalversion nicht gab. Hier erfahrt ihr, was vor und nach den Geschehnissen in Pikmin 3 passierte. Es sind kurze, spassige Episoden, die sich aber nicht gross anders als die Hauptkampagne anfühlen.

Darüber hinaus kommt dieses Remaster, wenn man es denn so nennen kann, relativ bescheiden daher. Die technische Umsetzung ist kompetent, kommt aber ohne sichtbaren Effort daher. Die Auflösung bleibt bei 720p in der Docking Station, was etwas enttäuschend ist. Dafür läuft das Spiel sehr flüssig, und die Gestaltung der Welt ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben.

Alejandro Garcia [ale]

Alejandro schreibt und redigiert im Games-Bereich seit 2009 für OutNow. Sein Einflussbereich ist die Konsole, wo er Militär-Shooter und Racer mit Erfolg vermeidet. Dafür verschlingt er alles, was FromSoftware ihm vorsetzt.

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