Ori and the Will of the Wisps (2020)

Ori and the Will of the Wisps (2020)

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Xbox One-Review: Auch Geister haben Gefühle

Eine schrecklich nette Familie
Eine schrecklich nette Familie © Entwickler / Publisher

Die kleine Familie um den Geist Ori hat mit der Eule Ku ein neues Mitglied erhalten. Der noch junge Vogel hat nur ein kleines Problem: Seine Flügel sind nicht vollständig mit Federn bestückt. In der Hoffnung doch noch wie die anderen seiner Spezies fliegen zu können, unternimmt Ku zusammen mit Ori einen neuen Flugversuch. Dazu hat Ori eine magische Feder an die Flügel von Ku angebracht und tatsächlich scheint alles zu klappen!

Leider werden die beiden jäh von einem Sturm überrascht. Mit seiner neuen Fähigkeit noch nicht vertraut, stürzt Ku zusammen mit Ori in einem unbekannten Gebiet ab. Als wäre dies nicht schon tragisch genug, sind die beiden Freunde nun auch noch getrennt. Ori macht sich sofort auf den Weg um Ku zu finden, denn in diesen Gefilden hausen nicht nur nette Kreaturen.

Es ist ungemein schade, dass ein solches Spiel spürbare technische Mängel aufweist. Denn ansonsten ist Ori and the Will of the Wisps ein fast schon perfektes Spiel, in dem das unglaublich schöne Design mit seiner absolut passenden Melodie, die herausfordernden Passagen und die emotionale Story für ein rundum geniales Spielerlebnis sorgen. Dieser Titel ist seinen Geldpreis mehr als wert und ein absolut würdiger Nachfolger des ebenfalls schon sehr tollen Vorgängers. Umso ärgerlicher sind die technischen Defizite, die heutzutage nicht mehr vorkommen sollten. Unabhängig davon lässt dieses Game den nächsten Teil um Ori kaum erwarten.

«Nein nein, ich bin nicht dein Frühstück!»
«Nein nein, ich bin nicht dein Frühstück!» © Entwickler / Publisher

Es sind nun schon fünf Jahre her, seitdem wir den kleinen Ori in unsere Herzen geschlossen haben. Das abenteuerliche Spiel um den kleinen Geist hatte aufgrund seines wunderschönen Settings und den hohen Herausforderungen von Beginn weg ganz viele Spieler begeistern können. Das Entwicklerteam Moon Studios durfte sogar, wenn auch etwas verspätet, eine Portierung auf die Nintendo Switch bringen. Dies alles sind natürlich gute Gründe für einen weiteren Teil, der nun endlich da ist. Zum guten Glück haben die Macher ihr Werk nicht verlernt: Teil zwei ist nämlich ebenfalls ein kleines Meisterwerk.

Auch Ori and the Will of the Wisps ist ein herausforderndes und wunderschönes Abenteuer geworden. Es macht einfach Spass, den süssen Ori zu steuern und mit ihm durch die kunterbunte Landschaft zu hüpfen, zu gleiten und zu schwimmen. Ab und zu ist man auch nahe dran, eine Träne zu verdrücken, da es die Entwickler abermals geschafft haben, mit einem Videospiel so viele Emotionen zu wecken. Unterstützt wird dies durch einen starken Soundtrack, der schon im ersten Teil viel Lob eingeheimst hat.

«Was zeigt mir der komische Typ da?»
«Was zeigt mir der komische Typ da?» © Entwickler / Publisher

Als ob dies nicht schon genug der Lobeshymne wäre, wurde auch im spielerischen Teil einiges verbessert. Der grösste Pluspunkt ist sicherlich das automatische Speichern. Konnte man in Ori and the Blind Forest nur an bestimmten Stellen seinen Stand sichern, ist dies bei diesem Spiel nun überall und jederzeit möglich. Auch die Rennen innerhalb des Spiel sorgen für noch mehr Abwechslung, bei der man sich sogar gegen seine Xbox-Freunde messen kann. Allerdings muss man stets hoffen, dass die Technik nicht streikt. In dieser liegt nämlich der ganz grosse negative Punkte des Spiels.

So toll das Game auch ist, es läuft leider nicht immer ganz flüssig. Mal sinkt die Framerate dramatisch, mal öffnet die Übersichtskarte nur verzögert, mal setzen die Soundeffekte aus und hie und da stürzt das System komplett ab. Doch damit nicht genug. Selten ist auch ein Glitch anzutreffen: Ori bleibt irgendwo stecken oder die Karte wird trotz aller Erkundung nicht als zu-100%-entdeckt markiert. Gerade letzteres wird viele Fans stören, da Ori and the Will of the Wisps geradezu dazu animiert, alle Sammelobjekte zu finden. Zwar hat das erste grosse Update am Veröffentlichungstag schon einiges verbessert, aber selbst nach einer knappen Woche ist immer noch keine Verbesserung in Sicht. Dafür gibt es leider einen Daumen nach unten.

Auf die Plätze, fertig, los!
Auf die Plätze, fertig, los! © Entwickler / Publisher

Die Spielzeit wiederum gibt es zu loben. Selbst versierte Zocker werden für alle Neben- und Hauptquests gut 20 Stunden aufwenden müssen. Wer es «Hardcore» mag, kann sich gleich in der dritten Schwierigkeitsstufe versuchen, die es aber definitiv in sich hat. Alles in allem erhält man für den Preis wirklich sehr viel Spiel. Wenn man zusätzlich bedenkt, dass Microsoft das Spiel in sein Abonnement «Xbox Game Pass» integriert hat, ist das Ganze eigentlich schon fast frech, denn für ein so tolles Game würde nämlich wohl jede und jeder gerne einen Batzen ausgeben.

/ daw

Kommentare Total: 2

th

sehr schönes, tolles spiel! bis auf einige stellen (boss-"kämpfe") ist es allerdings im normalen schwierigkeitsgrad relativ unkompliziert - vielleicht auch gut so - dann kommt die tolle grafik besser zur geltung.

daw

Xbox One-Review: Auch Geister haben Gefühle

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