OkunoKA Madness (2020)

OkunoKA Madness (2020)

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PS4-Review: Spring um dein Leben!

Die handgezeichneten Hintergründe machen viel vom optischen Reiz des Titels aus.
Die handgezeichneten Hintergründe machen viel vom optischen Reiz des Titels aus. © Ignition

Die Dunkelheit hat zugeschlagen! Die Welt der Seelen wurde beschmutzt, und nun liegt es an KA, einem kleinen blauen Wesen, die Seelen zu retten, bevor es zu spät ist. Dieser lose Storyfaden ist und bleibt der einzige Aufhänger für einen herausfordernden 2D-Plattformer, der sekundengenaues Timing, Präzision und eine hohe Toleranzgrenze für Trial & Error verlangt. Aber macht es denn auch wirklich Spass?

OkunoKA Madness braucht Talent und Geduld. Freunde vom ähnlich gelagerten und als Vorbild fungierenden Super Meat Boy dürften sich sofort heimisch fühlen. Ahnungslose Naturen, die aufgrund der niedlichen Optik einen netten Hüpfer für zwischendurch erwarten, werden spätestens nach dem ersten Gebiet gnadenlos durch die Mangel gedreht. Spass macht die herausfordernde - bisweilen zur Weissglut treibende - Sause trotzdem.

Sieht schwierig aus? Ist es auch!
Sieht schwierig aus? Ist es auch! © Ignition

Ziel jedes Levels ist es, KA - ein süsses blaues Etwas - so schnell wie möglich durch die immer komplexer werdenden Levels zu manövrieren und die gefangenen Seelen zu erreichen. Daraufhin futtert KA die von Dunkelheit befallenen Seelen und ... nun ja ... entlässt sie gereinigt aus der hinteren Körperöffnung. Am Ende jedes Levels wird die benötigte Zeit bewertet und die Möglichkeit geboten, gleich einen neuen Versuch zu wagen und den eigenen Rekord zu unterbieten.

Der Speedrun-Faktor macht einen grossen Teil des Spielreizes aus. Etwas gewöhnungsbedürftig ist hingegen die Steuerung. KA hüpft, läuft und rennt. So weit, so gut. KA schlittert aber oft noch ein, zwei Schritte weiter, obwohl man die Taste losgelassen hat. Das macht einige Sprungpassagen leider unnötig schwer.

Spieltiefe bieten drei Elemente, die geschickt eingesetzt werden müssen. Auf Knopfdruck lassen sich Wände und Barrieren aus Eis, Blitz oder Feuer an- und ausschalten. Hilfreich, um eine Plattform zum Hüpfen zu generieren oder einen Schutzwall vor feindlichen Geschossen aufzubauen. Ins Schwitzen kommt man aber spätestens dann, wenn man die Elementwände in Sekundenbruchteilen gezielt an- und ausschalten muss, um weiterzukommen. Und wenn alle drei Elemente in einem Bereich eingesetzt werden müssen, während einem Kreissägen einen neuen Haarschnitt verpassen wollen und Kanonen losballern, wird das «Madness» im Titel Programm.

Beim Gegnerdesign ist es mit der Niedlichkeit schnell vorbei.
Beim Gegnerdesign ist es mit der Niedlichkeit schnell vorbei. © Ignition

Technisch überzeugt das Spiel. Die Visuals sind liebevoll gezeichnet, teilweise mit Inspirationen aus Film und Kunst. In einem Level staksen langbeinige Elefanten, die direkt aus einem Dalì-Gemälde stammen können, durch den Hintergrund. Andernorts fliehen wir auf einem Eisplaneten an AT-AT-ähnlichen Walkern vorbei vor Raketen. Die Machart erinnert an die Rayman-Titel - im positiven Sinne. Auch die Musik überzeugt mit tollen Klavierstücken und fröhlichen Piccolo-Melodien.

Der Umfang stimmt ebenfalls. Über hundert Levels in verschiedenen Gebieten gilt es zu bewältigen. In vielen sind auch noch Geheimnisse versteckt. Die ersten Levels sind in wenigen Sekunden zu meistern, gegen Ende braucht man mehrere Minuten - wenn man sie beim ersten Anlauf schafft, was so gut wie ausgeschlossen ist. Stachelige Pflanzen, Raketen, Sägeblätter: dem kleinen KA will im fortschreitenden Spielverlauf so ziemlich alles ans Lebendige.

«Star Wars»-Fans dürfte dieser Anblick vertraut vorkommen.
«Star Wars»-Fans dürfte dieser Anblick vertraut vorkommen. © Ignition

Wenn man mit den Levels durch ist, bietet der «Wahnsinn»-Modus beinahe lächerlich schwere Herausforderungen, wo einem alles um die Ohren fliegt. Nur die geschicktesten Naturen dürften hier Land sehen. Ein «Zeitangriff»-Modus bietet einen durchgehenden Speedrun - durch alle Levels eines Abschnitts! Wir wünschen viel Spass.

Chris Bucher [chb]

Chris ist ein Luzerner Filmemacher, Journalist und leidenschaftlicher Gamer. Er mag alles, was mit Horror zu tun hat. Seine Devise lautet: Je morbider, desto besser. Für OutNow schreibt er seit 2019 regelmässig Reviews. Er hat eine Schwäche für alte Dinosaurierfilme.

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