NHL 21 (2020)

NHL 21 (2020)

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Xbox One-Review: Das Harte muss ins Weiche

Erwischt!
Erwischt! © Electronic Arts

Im Jahre 2020 ist alles ein wenig anders. Die Sport-Meisterschaften auf der ganzen Welt finden nicht, verzögert oder einfach ohne Zuschauer statt. Davon ist auch die NHL nicht gefeit, und so wurde der Kampf um den Stanley Cup dieses Jahr erst Ende September statt wie üblich Mitte Juni entschieden. Aus demselben Grund wurde auch das diesjährige Game der NHL etwas verspätet auf den Markt gebracht. Nun ist es aber endlich da, und so können sich Hockey-Begeisterte wieder in Action begeben, wenn schon ihre Idole in Nordamerika dieses Jahr nicht mehr aufs Eis zurückkehren. Auf geht's, Puck drop!

Es ist das Rösslispiel wie die Jahre zuvor: NHL 21 spielt sich gut, aber leider nicht sehr gut. Ausserdem fehlt es auch dieses Jahr an einer bahnbrechenden Innovation. Technisch wurde an dem Titel zwar wieder ein bisschen gefeilt, aber vollends überzeugen mag es auch in diesem Bereich nicht. Während der «Be a Pro»-Modus schon fast überladen scheint, sorgen immerhin die schnellen Arcade-Spiele unter freiem Himmel für viel Spass. Letztlich kann man nur hoffen, dass das Franchise mit der nächsten Ausgabe auf den Next-Gen-Konsolen endlich seinen lang ersehnten Quantensprung macht. Ansonsten muss man sich ernsthaft überlegen, die Schlittschuhe an den Nagel zu hängen.

Alle Pucks gehen hoooooch
Alle Pucks gehen hoooooch © Electronic Arts

Dieses Jahr fanden in der Schweiz gar keine Playoffs statt, in Nordamerika erst im Spätsommer. Die Durststrecke im Frühling war für Eishockey-Fans eine Leidensgeschichte. Doch endlich kann, zumindest virtuell, wieder den besten Spielern der Welt zugeschaut werden. Wer sich jetzt aber im Vergleich zum letztjährigen Spiel auf etwas Frisches gefreut hat, wird leider enttäuscht werden. Denn NHL 21 ist im Grossen und Ganzen eine aktualisierte Kopie des Vorgängers.

Es wäre jetzt aber falsch zu behaupten, dass die Macher bei EA Sports völlig gepennt hätten. Im Modus «World of CHEL» gibt es beispielsweise unzählige neue Boni mit Ausrüstungsgegenständen zu gewinnen. So können Look und Spielweise des eigenen Eishockey-Pros individuell und nach eigenen Bedürfnissen angepasst werden. Weiter gibt es vier neue Outdoor-Locations zu bespielen, und im bekannten Modus «Hockey Ultimate Team» kann man sich bei «HUT Rush» in Partien stürzen, bei denen auch Geschick und Kreativität belohnt wird. Also doch alles gut bei der NHL-Serie? Leider nein, denn dafür werden schlicht zu wenige Neuerungen angeboten, die einen Kauf wirklich begründen würden. Auch der erweiterte «Be a Pro»-Modus mit zig Interviews, Trainings und Zusatzverträgen wirkt nicht frisch, sondern eher repetitiv.

Zum Glück gelten hier die Abstandsregeln nicht
Zum Glück gelten hier die Abstandsregeln nicht © Electronic Arts

Natürlich wurden auch im technischen Bereich Verbesserungen angestrebt. NHL 21 lädt schnell, hat hübsche Umgebungen und sieht auch sonst auf den ersten Blick detailreich und farbenfroh aus. Doch bei genauerem Hinsehen kann man erkennen, wie Stöcke durch die Bande schieben, wie Zuschauer sich immer gleich bewegen oder wie die Schiedsrichter wie Roboter auf dem Eis stehen. Zum Glück kann dies der abwechslungsreiche und passende Soundtrack kompensieren. Und wenn es an der Bande knallt, dann ist das über die Surroundkanäle spürbar - echtes Hockey-Feeling halt.

Schweizer Fans wird der Aspekt ärgern, dass die Attribute der National-League-Spieler bei Weitem nicht stimmen. Es ist schon erstaunlich, wie man bei den Stars hierzulande auf schräge Werte kommt, während Junioren teilweise schon mit hohen Skills aufs Eis stürmen. Eine deutsche Sprachausgabe sucht man dieses Jahr ebenfalls vergeblich. Da macht es das Schwester-Produkt FIFA schon um einiges besser. Abgesehen davon macht es aber dennoch viel Spass, auf dem Eis harte Checks auszuführen und sich durch das Eisfeld zu kombinieren. Letztlich muss man sich aber gut überlegen, ob man sich das «Update» wirklich zulegen will, wenn man schon das Vorgängerspiel besitzt. Wir hoffen jedenfalls auf spürbare Reformen im nächsten Jahr.

Daniel Wick [daw]

Dani liebt Action- und Thriller-Filme. Aber hauptsächlich zockt er auf der Konsole, und zwar alles, was ihm in die Hände kommt. Obwohl schon seit 2007 für OutNow tätig, beschreibt er sich immer noch als schlechten Gamer.

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