Kingdom Hearts: Melody of Memory (2020)

Kingdom Hearts: Melody of Memory (2020)

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Gegner wollen im Takt der Musik weggehauen werden.
Gegner wollen im Takt der Musik weggehauen werden. © Square Enix

Die Geschichte der Kingdom-Hearts-Reihe verteilt sich über drei Hauptteile und schier unzählige Ableger auf diversen Systemen und Konsolen - und jeder einzelne zählt zum grossen Ganzen der Story. Das Ergebnis: Die Geschichte ist so komplex wie verwirrend. Selbst hartgesottenen Fans raucht die Rübe beim Versuch dabei, zu verstehen, was Sora und seine Kumpanen im Kampf gegen Herzlose, Niemande, Disney-Schurken und die finstere Organisation XIII so erleben.

Da schafft auch der neuste Ableger Kingdom Hearts: Melody of Memory kaum Abhilfe. Er nimmt sich die bisherigen Serienteile als Grundlage, um eine Vielzahl von Levels und Musikstücken zu bieten, durch die man sich spielen kann. Geboten wird im weitesten Sinne also eine Art Zusammenfassung der Ereignisse - nur verständlich wird die Story immer noch nicht. Das dürfte aber nicht schwer ins Gewicht fallen, weil Neulinge kaum zu diesem Titel greifen werden. Er richtet sich nämlich hauptsächlich an Fans - und liefert in dieser Hinsicht auch ab.

Kingdom Hearts: Melody of Memory ist ein spassiges Rhythmus-Spiel mit beachtlichem Umfang. Puristen mögen zwar ob des Genrewechsels die Nase rümpfen, aber für sich genommen ist der Titel für Serienfans und Rhythmus-Game-Liebhaber eine Empfehlung. Auch, weil die Stücke der Komponistin Yôko Shimomura fantastisch sind und nicht unerheblich für den Erfolg der Reihe sein dürften.

Das Heldentrio kann auch ausgetauscht werden - einen spielerischen Einfluss hat das aber nicht.
Das Heldentrio kann auch ausgetauscht werden - einen spielerischen Einfluss hat das aber nicht. © Square Enix

Kingdom Hearts: Melody of Memory ist kein klassischer Serienteil. Hier wird den Spielern kein Action-Rollenspiel geboten, sondern ein Musiktitel, bei dem es statt auf Ausrüstung und Zauber vor allem auf Timing ankommt. Ähnlich wie in anderen Musikspielen wie etwa der Guitar-Hero-Reihe steuern wir unsere drei Helden auf einer Art Notenstrahl vorwärts und drücken im richtigen Moment die eingeblendeten Tasten, um Gegner zu besiegen, Aktionen auszulösen oder Gegenstände einzusammeln.

Am Ende der angenehm kurzen Levels folgt eine Zusammenfassung und ein Highscore. Jedes Lied bietet zudem drei Sonderaufgaben, bei denen Sterne als Belohnung winken. Diese Sterne werden benötigt, um in neue Welten vorstossen zu können. Die Levels lassen sich - analog zu den regulären Serienteilen - über eine Oberweltkarte ansteuern. Stilecht im Gumi-Jet.

Als Hintergrund der Levels dienen die bekannten Welten vom Erstling über die Spin-offs bis zum aktuellen dritten Teil. Zu jeder Welt gibt es bis zu zwei Songs, aus denen man wählen kann. Dabei hat man eine gute Mischung aus schnellen und langsamen Stücken getroffen. Als kleiner Wermutstropfen kann dem Titel höchstens angekreidet werden, dass nicht jede Welt vertreten ist. Die «Fluch der Karibik»-Welten aus den Teilen 2 und 3 fehlen ebenso wie «Tarzan» aus Teil 1 - vermutlich aus rechtlichen Gründen. Grafisch orientiert sich das Spiel an der Optik des jeweiligen Serienteils. Ein Grafikknaller ist Kingdom Hearts: Melody of Memory also über weite Strecken nicht.

Die Story wird durch Zwischensequenzen der vergangenen Teile und einer Erzählstimme erzählt.
Die Story wird durch Zwischensequenzen der vergangenen Teile und einer Erzählstimme erzählt. © Square Enix

Das gesamte Spiel lässt sich mit wenigen Tasten spielen, was aber nicht heisst, dass man hier einen simplen Titel bekommt. Für jeden Song stehen drei Schwierigkeitsgerade bereit: Leicht, Normal und Schwer. Je höher die Schwierigkeitsstufe, desto schneller müssen komplexere Befehle ausgeführt werden - das bringt einen schnell ins Schwitzen, motiviert aber zu mehrmaligem Durchschpielen - gerade weil die einzelnen Stücke selten länger als zwei oder drei Minuten lang sind.

Trotz der Kürze der einzelnen Lieder stimmt der Umfang. Nebst den über 140 verschiedenen Songs sorgen ein lokaler und ein Online-Multiplayer-Modus sowie Sammelwahn in Form von Gegenständen, Charakterkarten oder Videosequenzen für Langzeitmotivation. Wer also alle Sterne, die besten Wertungen und die versteckten Songs erhalten will, ist viele Stunden beschäftigt.

Chris Bucher [chb]

Chris ist ein Luzerner Filmemacher, Journalist und leidenschaftlicher Gamer. Er mag alles, was mit Horror zu tun hat. Seine Devise lautet: Je morbider, desto besser. Für OutNow schreibt er seit 2019 regelmässig Reviews. Er hat eine Schwäche für alte Dinosaurierfilme.

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Trailer: Release Englisch, 03:11