Hyrule Warriors: Age Of Calamity (2020)

Hyrule Warriors: Age Of Calamity (2020)

Hyrule Warriors: Zeit der Verheerung
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Switch-Review: Trotz allem reicht es nicht

Why so serious?
Why so serious? © Entwickler / Publisher

Etwas mehr als drei Jahre nach Breath of the Wild kehren wir zurück nach Hyrule. Dabei reisen wir in der Zeit zurück, und zwar unmittelbar bevor Ganon die Macht an sich riss. Die Champions von Hyrule bereiten sich gerade auf den Kampf vor, um der Bedrohung von Ganons Verheerung Widerstand zu leisten. Das Ende kennen wir aus Breath of the Wild. Doch wie konnte es nur so weit kommen?

Wie schon Hyrule Warriors zuvor vermischt Age of Calamity das Warriors-Spielkonzept mit der Zelda-Marke. Wir kämpfen als Link, Zelda oder Impa in spektakulärer Weise gegen Horden von Moblins, Goblins und sonstigen -ins, während wir die Story vor den Geschehnissen in Breath of the Wild erleben.

Koei Tecmos grösste Errungenschaft ist es, das Feeling von Breath of the Wild originalgetreu einzufangen und dem Spiel dennoch seinen Stempel aufzudrücken. Die Kämpfe sind spektakulär und befriedigend, wenngleich die Spielstruktur gegen Ende repetitiv wird. Nichtsdestotrotz bleibt Age of Calamity ein mehr als kompetentes Spiel, das Musou- und Zelda-Fans gleichermassen zufriedenstellt.

«Die Geister, die ich rief ...»
«Die Geister, die ich rief ...» © Entwickler / Publisher

Moblins zu verdreschen und die Karte von Hyrule zu öffnen, fühlt sich an, wie nach Hause zu kommen. In den ersten Augenblicken hatten wir tatsächlich das Gefühl, einen genuinen Nachfolger von Breath of the Wild zu spielen. Dabei erleben wir ein Hyrule voller Leben mit Läden, Märkten und den Einwohnern von Hyrule mit ihren Hoffnungen und Ängsten. Ja, es herrscht Krieg, doch wir bekommen einen kleinen Einblick in das Land vor seiner Zerstörung.

Spielmechanisch handelt es sich hier allerdings um ein völlig anderes Tier als das Game aus 2017. Wir kämpfen nun nicht mehr gegen maximal drei oder vier Moblins aufs Mal. Vielmehr sind es Drei- oder Vier- ... hundert! Beim Gameplay greift das klassische Prinzip der Musou- bzw. Warriors-Spiele, bei denen man gegen ganze Horden an Gegnern kämpft. So befördern wir hier als Link gleich dutzende von Moblins in die Luft, bearbeiten sie dort mit allerlei Hieben und schlagen sie in einem brachialen Finisher k. o.

Neben Link steht uns die ganze Cast aus Breath of the Wild als spielbare Figuren zur Verfügung, wobei jede davon ihre eigenen Spezialattacken hat. Während Link die bekannten Fähigkeiten wie Magnesis oder Stasis anwenden kann, teleportiert sich Impa wild in der Gegend umher und setzt den Gegnern mit magischen Tricks zu. Diese sind mitunter derart spektakulär, dass die Bildrate anerkennend in die Knie geht.

«Boah, hier gibt es sogar Netflix!»
«Boah, hier gibt es sogar Netflix!» © Entwickler / Publisher

Zwischen den Kämpfen können wir auf der Karte mit den gesammelten Ressourcen Shops öffnen. Hier erwerben wir neue Ausrüstung, Waffen und Upgrades. Nach und nach füllt sich die Karte mit Symbolen und Markern, was nur schon optisch ermüdend wirkt. Aber auch spielerisch zieht sich das Ganze allmählich in die Länge. Insbesondere wenn wir möglichst viele Nebenmissionen erledigen wollen, fühlt sich Age of Calamity trotz des überaus spassigen Kampfsystems schliesslich nach Grind an. Grösster Motivator bleibt die aufwändig produzierte Geschichte. Diese führt die Ereignisse zu Beginn sehr gut ein und treibt uns über das gesamte Spiel mit an.

Das technische Fundament des Spiels wollen wir nicht unerwähnt lassen: Age of Calamity sieht zu weiten Teilen sehr hübsch aus, greift es doch auf den atemberaubenden Art Style von Breath of the Wild zurück. Wie bereits erwähnt hinterlässt die Bildrate einen weniger soliden Eindruck. Zwar vermag sie weitgehend die 30-Bilder-Marke zu halten, allerdings unterschreitet das Spiel diesen Wert öfter als uns lieb ist. Gestört hat es uns selten; wer jedoch sensibel darauf reagiert, sollte sich den Kauf gut überlegen.

Hyrule Warriors: Age of Calamity ist somit ein Fest für Warriors-Liebhaber, insbesondere jene mit einem Flair für die Zelda-Reihe. Fans von Breath of the Wild erwartet ein gutes Spiel mit mehr Grind als ihnen möglicherweise lieb wäre, dazu eine gute Story, die sich nahtlos in das Universum von Breath of the Wild einreiht.

Alejandro Garcia [ale]

Alejandro schreibt und redigiert im Games-Bereich seit 2009 für OutNow. Sein Einflussbereich ist die Konsole, wo er Militär-Shooter und Racer mit Erfolg vermeidet. Dafür verschlingt er alles, was FromSoftware ihm vorsetzt.

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Trailer: Launch Englisch, 01:39