Formula One 2020 (2020)

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Xbox One-Review: «My Team» bedeutet MEIN Team

«Mach mal Platz da!»
«Mach mal Platz da!» © Codemasters

Aufgrund der Covid-19-Pandemie startet die Formel-1-Saison 2020 erst im Juli statt im März. Normalerweise kommt das dazugehörige Videospiel erst in der Mitte der Saison auf den Markt, um unter anderem in der Sommerpause den eingefleischten Fans die Langweile bis zum nächsten Rennen zu vertreiben. Heuer ist aber alles anders und so kommt es, dass wir praktisch gleichzeitig mit dem Start der Saison auch das Game in den Händen halten dürfen.

Der Entwickler Codemasters hat es sich zur Aufgabe gemacht, das bisher umfangreichste Formel-1-Spiel auf den Markt zu bringen. Was Fans schon lange verlangt haben, ist nun umgesetzt worden: In F1 2020 ist endlich ein Modus verfügbar, bei dem man sein eigenes Team an den Start schicken kann. Aber Formel 1 ist ja nicht nur fahren, es geht auch um viel Geld und technische Entwicklung! Trotzdem: So herausfordernd können diese Aufgaben doch nicht sein, oder?

Die Anschaffung der diesjährigen Ausgabe der Formel-1-Simulation lohnt sich auf jeden Fall! Der neue Modus «My Team» ist spannend, umfangreich und herausfordernd. Dadurch bietet sich neben der Fahrerei auch die eine oder andere taktische Aufgabe an. Die Integration der aktuellen Nachwuchsfahrer aus der Formel 2 macht Sinn und wird die Fans glücklich machen. Doch auch für Neulinge haben die Macher mit der «Gelegenheitsfahrer»-Einstellung einen Weg gefunden, sich langsam und mit dem Fokus auf Spass in die Welt der Königsklasse einzufinden. Der wieder eingeführte Splitscreen rundet das fast schon perfekte Rennspiel ab. Bitte weiter so.

Sieger im Windkanal
Sieger im Windkanal © Codemasters

Wer schon in den letzten zwei bis drei Jahren ein Game dieser Serie gespielt hat, wird sich sofort in den neu eingeführten Modus «My Team» stürzen. Hier ist allerdings eine gute Portion Geduld gefragt, da es einen Moment dauert, bis man seinen Fahrer sowie das Auto und das Team-Logo designt hat. Hier können kreative Köpfe ihrer Fantasie freien Lauf lassen und aus diversen «Schablonen» ihren Traumboliden zeichnen. Schliesslich muss noch ein Teamkollege, ein Motor und ein (fiktiver) Hauptsponsor ausgesucht werden, bevor es dann ins erste Rennen gehen kann. Alle drei Komponenten haben ihren Preis und so muss eine gute Balance aus diesen gefunden werden, da das Startgeld beschränkt ist. Ganz allgemein ist der neue Modus eher etwas für Spieler die länger dranbleiben wollen, denn es dauert mindestens zwei Saisons bis man vom Budget und der Entwicklung her mit den Spitzenteams mithalten kann. Es sei dann man trickst beim Schwierigkeitsgrad.

Wie schon bei den Vorgängern kann auch mit dem schlechtesten Auto gewonnen werden. Dazu schiebt man den Schwierigkeitsregler ganz nach hinten und schon ist die Pole-Position und der Rennsieg in trockenen Tüchern. Warum man hier im Vergleich zu den bisherigen Spielen nicht nachgebessert hat und beispielsweise die Summe des verdienten Geldes an den Schwierigkeitsgrad gekoppelt hat, bleibt unbeantwortet. Aber dies bleibt dann auch schon fast das einzige Negative an diesem Game. Denn alles in allem macht es einfach Spass in die teilweise komplizierte Welt der Formel 1 einzutauchen und auf den unterschiedlichen Rennkursen zu fahren. Neu sind hier übrigens auch die Strecken der Niederlanden (Zandvoort) und Vietnam (Hanoi) dabei, wobei erstere sehr viel Freude macht zu fahren.

Der Monegasse mit Heimvorteil
Der Monegasse mit Heimvorteil © Codemasters

Auch bei der Fahrphysik wurde ein wenig geschraubt. So bricht das Heck des Autos schneller aus der Kurve aus, wenn man mit Vollgas rausbeschleunigen möchte. Wiederum ist es nun etwas einfacher geworden, den Wagen dann entsprechend mit Gegensteuer zu retten, was für den Spielfluss durchaus positiv ist. Weiter wurde das Energierückgewinnungssystem (ERS) vereinfacht: Neu sind nur noch drei statt fünf verschiedene Stufen vorhanden, wobei nun direkt auf die höchste Stufe («Überholen») mittels Knopfdruck gewechselt werden kann. Für diese neue Eigenschaft musste der Wechsel der Kameraperspektive weichen, der nur noch über das Menü aufgerufen werden kann, was aber überhaupt nicht vermisst wird.

Technisch bleibt F1 2020 auf höchstem Niveau. Die Detailtreue ist extrem hoch und die hörbaren Effekte lassen echtes Rennfeeling aufkommen. Einzig beim Renningeniuer und den Kommentatoren in den Zwischensequenzen darf in Zukunft nachgebessert werden. Hier sind die Sprüche immer noch die selben wie bei den vorgängigen Spielen. Etwas überarbeitet wurden dafür die Menüs sowie die Anzeigen während des Spiels. Letztere helfen spürbar, die Deltazeiten im Rennen im Überblick zu behalten, was sich als sehr hilfreich erweist.

Achtung glitschig!
Achtung glitschig! © Codemasters

Auch diese Spielserie hat in den letzten Monaten vom E-Sports-Hype profitiert. Unter anderem wurden ganze Turniere verantstaltet, bei denen sich auch die echten Rennfahrer ins Gschehen eingemischt haben. Trotzdem wurde an den Online-Features nicht viel verändert und man kann versuchen, die gewohnten Ranglisten-Rennen oder die wöchentlichen Events zu meistern. Wer aber lieber mit seiner Rivalin oder seinem Rivalen im gleichen Raum zocken möchte, kann dies mit dem wiedereingeführten Splitscreen-Modus tun. Der Bildschirm wird dabei horizontal geteilt, was je nach Kameraperspektive fürs Racing nicht ganz einfach ist. Alles in allem wird dieser Modus aber mehr als begrüsst, da ein solcher bei Rennspielen schlichtweg dazugehört.

Daniel Wick [daw]

Liebhaber von Action- und Thriller-Filmen. Aber hauptsächlich zockt Dani auf der Konsole, und zwar alles, was ihm in die Hände kommt. Sogar ein Game mit Super Mario als Tomb Raider würde er spielen. Ihn erschüttert nichts, schon gar nicht, seit er an der «Quinzaine des Réalisateurs» in Cannes war.

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