The Falconeer (2020)

The Falconeer (2020)

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Xbox Series X|S-Review: When doves cry

Ganz schön heiss über den Wolken
Ganz schön heiss über den Wolken © Wired Productions

Das Game spielt in einer fiktiven Ozeanwelt, die als Grosse Ursee bekannt ist. In dieser sind viele Schätze sowie mächtige Fähigkeiten verborgen, die es zu entdecken gilt. Die Kontrolle über die verschiedenen Regionen der Ursee ist auf fünf verschiedene Fraktionen aufgeteilt, wobei jede Fraktion ihre eigenen Interessen und Ziele vertritt.

Die Mancers sind die stärkste Fraktion in der Ursee. Aufgrund ihres repressiven Verhaltens und ihrer Neigung, die Bitten der Armen zu ignorieren, beginnen die weniger mächtigen Fraktionen, sich gegen sie zu erheben. Es beginnt ein langer Kampf nicht nur über den Wolken, sondern auch zwischen den Wellen und durch die versunkenen Tiefen des Ozeans. Als Falconeer auf einem Kriegsvogel trifft man in dieser Situation Entscheidungen, welche erhebliche Auswirkungen auf den Zustand des Konfliktes haben. Mögen die Machtspiele beginnen!

Es ist schön zu sehen, dass es auch solche Spiele wie The Falconeer gibt. Es muss nicht immer wildes Schiessen, dröhnendes Fahren oder hektisches Herumhüpfen sein. Mit einem Kriegsvogel durch die Luft schweben und dabei allerlei Missionen in einer offenen Welt erledigen, ist sicherlich etwas Innovatives und mal ein anderer Ansatz. Leider aber entpuppt sich dieser Titel aufgrund der fehlenden Einführung, eintönigen Missionen und langweiliger Erzählweise als nicht der ganz grosse Wurf, den man angesichts seiner Ausgangslage hätte erwarten können. Somit eignet sich dieser Titel nur für Personen, welche mit spielerischen Abzügen leben können und vor Nischenspielen nicht zurückschrecken.

«Von Drachen hat mir niemand was gesagt!»
«Von Drachen hat mir niemand was gesagt!» © Wired Productions

Es ist wahrlich kein einfacher Einstieg in dieses Spiel. Das Tutorial möchte zwar aufzeigen, wie man den Kampfvogel steuert, doch es fehlen schlichtweg die nötigen Anzeigen dazu. Man weiss zu Beginn nicht, welche Tasten am Controller gedrückt werden müssen, um eine Rolle zu machen oder einen Gegner ins Visier zu nehmen. Es braucht also einen Moment, bis man verstanden hat, wie man sich nun mit dem Vogel in dieser riesigen Welt bewegen kann.

Von der Basisstation aus kann man sich für Missionen entscheiden und diesen nachgehen. Entweder man erkundet neue Orte und bringt Gegenstände zurück oder man eskortiert Verbündete und verteidigt diese gegen Piraten. Viel mehr gibt es in The Falconeer nicht zu machen und so wiederholen sich die Missionen, ohne wirkliche Abwechslung an den Tag zu legen. Der Aufbau ist immer ähnlich und erst mit gewonnenen Splittern, die man für Upgrades ausgeben kann, wird es mit der Zeit etwas spannender. Wirklich interessant wird es aber trotzdem nicht.

So entstehen Chemtrails.
So entstehen Chemtrails. © Wired Productions

Dies liegt auch an der monotonen Erzählweise der Geschichten. Die deutsche Sprachausgabe ist zwar sprachlich sehr gut, doch die dazugehörigen Stimmen wirken wie in einem alten Schwarzweissfilm. Auch die Gestaltung des Menüs im Spiel ist nicht modern und wirkt trotz weniger Möglichkeiten überladen. Ganz allgemein ist die Steuerung schwierig und zeitweise für geübte Zocker unlogisch. Irgendwie scheint es, als wären die Personen hinter diesem Game zwar äusserst kreativ, aber ohne Verständnis für ein sauberes Gameplay.

Technisch macht The Falconeer einen soliden Eindruck. Das etwas spezielle Grafikdesign passt zum Spiel, wenn auch die Farben etwas karg erscheinen. Theoretisch könnte das Game sogar 120 Bilder pro Sekunde ausgeben, wobei diese Einstellung für den Spielfluss keinen Unterschied ausmacht - dafür ist schlichtweg zu wenig Action vorhanden. Soundeffekte hingegen gibt es zur Genüge und die dezente Musik passt ebenfalls dazu. Trotzdem hat man das Gefühl, dass hier noch mehr Luft nach oben herrscht.

Es ist keineswegs alles schlecht an diesem Titel. Die offene Fantasy-Welt sowie die Idee mit einem Kampfvogel in der Luft für Action zu sorgen, sind anzuerkennen. Man sieht bereits nach einigen Augenblicken, was für ein Potenzial in diesem Game schlummert. Leider wird aber auch schnell klar, dass dieses nur zu einem Bruchteil ausgeschöpft wird. Sollte es einen Nachfolger geben, müsste nicht an vielen Schrauben gedreht werden, sondern an den richtigen.

Daniel Wick [daw]

Dani liebt Action- und Thriller-Filme. Aber hauptsächlich zockt er auf der Konsole, und zwar alles, was ihm in die Hände kommt. Obwohl schon seit 2007 für OutNow tätig, beschreibt er sich immer noch als schlechten Gamer.

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Trailer: The Path Englisch, 01:39