FIFA 21 (2020)

FIFA 21 (2020)

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PS4-Review: Alte Verpackung, bisschen neuer Inhalt

Wer holt den Ball, wenn er vom Dach fliegt?
Wer holt den Ball, wenn er vom Dach fliegt? © Electronic Arts

Da Corona-bedingt die Fussballsaison in vielen Ländern später gestartet ist, kam FIFA 21 ebenfalls etwas später als gewohnt auf den Markt. Doch die wichtigste Frage war nicht, wann FIFA 21 veröffentlicht wird, sondern ob EA Sports eine Gesamtüberarbeitung oder eben doch nur ein alljährliches Update präsentiert.

Die Macher versprechen und etliche Verbesserungen und Highlights in FIFA 21 - aber ist es bereits die grosse Revolution in der Fussballsimulation oder schlussendlich doch nur ein Update?

Negativ fällt an FIFA 21 nichts auf, aber es sticht leider auch kein Faktor wirklich positiv hervor. FIFA 21 ist, wie befürchtet, eben ein Update der letztjährigen Fassung, mit einigen Detailverbesserungen, aber ohne Überraschungen. Die Hoffnung bleibt bestehen, dass mit Hinblick auf die Next-Gen-Konsolen nächstes Jahr wieder bahnbrechende Entwicklungen kommen. Ausserdem steht noch Konamis 25-Jahre-Jubiläum von PES an. Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft. Sollte aber FIFA 22 wiederum keine revolutionären Neuheiten mitbringen, stellt sich die Frage, wie lange die treuen Gamer das noch mitmachen. Oder verzeiht die Fan-Community EA Sports tatsächlich alles?

Diese Grätsche kommt zu spät.
Diese Grätsche kommt zu spät. © Electronic Arts

Das Spielgeschehen in FIFA 21 fokussiert stark auf Eins-gegen-Eins-Situationen. Die vielfältigen Dribbling-Techniken sind dabei sehr hilfreich, um sein Gegenüber stehen zu lassen. Generell positiv fällt das abwechslungsreiche Angriffsspiel auf. Der Spieler kann neu seinen Teamkollegen die Laufwege vorgeben, wodurch diese nun endlich nicht mehr im Weg stehen, sondern Räume für Angriffe eröffnen. Der Einsatz von präzisen Flankenbällen und das gekonnte Verwerten per Kopf sind Schlüsselfähigkeiten, die jeder erfolgreiche Fussballer in FIFA 21 beherrschen muss. Auf der anderen Seite des Spielfeldes fällt die nun deutlich aufwendigere Defensivarbeit auf. Zu Beginn braucht es dabei einiges an Übung, bis das Timing stimmt.

Für Neu- oder Wiedereinsteiger empfiehlt es sich daher, die vielseitigen Trainingseinheiten zu nutzen. Darin werden die Grundlagen vermittelt, die es für eine glorreiche Spielerkarriere braucht. Natürlich wollen wir die Karrieremöglichkeit als Manager nicht vergessen. Das Schöne an FIFA 21 ist, dass wir auch als Manager die Spiele aktiv bestreiten können. Nebst dem Simulieren des ganzen Spieles können wir mit Coaching-Interaktionen oder bei Bedarf von der Simulation direkt als Spieler auf dem Rasen ins Spielgeschehen eingreifen.

Die Sonne blendet ganz schön fest heute.
Die Sonne blendet ganz schön fest heute. © Electronic Arts

Der Inhalt von FIFA 21 fällt gewohnt üppig aus, jedoch fehlt eine wirkliche Überraschung. EA Sports führte letztes Jahr den Strassenfussball-Modus VOLTA ein, den Nachfolger des Journey-Modus. In der 21er-Version ist VOLTA ebenfalls wieder mit vertreten, wobei die Story etwas kürzer als letztes Jahr ausfällt. Natürlich darf der zumindest für EA Sports sehr wichtige Modus «FIFA Ultimate Team» nicht fehlen - salopp ausgedrückt der «Pay-to-win»-Modus. Dieser wurde ebenfalls mit einigen Erweiterungen aufgefrischt.

Die Spiele werden von den bekannten deutschen Kommentatoren Frank Buschmann und Wolff Fuss begleitet. Die beiden kommen ganz gut an, wobei ihnen etwas mehr Frische gut tun würde. Optisch ist FIFA 21 sehr ansprechend. Die einzelnen Fussballer sind nicht nur an ihrem äusseren Erscheinungsbild wiederzuerkennen, sondern weisen nun auch eine stärkere Mimik auf.

Weiterhin fällt das Thema Lizenzen und Namensrechte auf. Zwar verfügt EA Sports immer noch über sehr viele Rechte an Spieler- und Vereinsnamen sowie Stadionbilder und Trikots. Jedoch ist der Kampf mit dem Konkurrenten Konami noch immer allgegenwärtig, und so konnten sich die Konkurrenten aus Japan die Rechte an den Ligen Portugals und Italiens sichern. Irgendwie schade, dass man sich betreffend Lizenzen noch immer zwischen EA Sports und Konami entscheiden muss und nicht das Fussballspiel an sich im Zentrum steht.

Tobias Geser [gto]

Tobias schreibt seit 2010 Game-Reviews. Am liebsten spielt er spannende Adventures und actionreiche Shooter Games. Mit FIFA hingegen kann er überhaupt nichts anfangen. In seiner Freizeit trifft man Tobias häufig auf dem Mountainbike an.

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