Dragon Ball Z: Kakarot (2020)

Dragon Ball Z: Kakarot (2020)

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PS4-Review: Fanservice mit viel Nostalgie

Son Goku, Held der Herzen.
Son Goku, Held der Herzen. © Entwickler / Publisher

Welcher Dragonballfan erinnert sich nicht daran, wie jeder Tag auf die Sendezeit am Abend hinauslief? Wie man vor einem dicken Klotz im Wonhzimmer kauerte, «Cha-La Head-Cha-La» mitgrölte und die Augen hin und her zappten für eine gute halbe Stunde? Unvergesslich, wie in der Boo-Saga die Hände in die Höhe schnellten, um Goku zu unterstützen. Zum Glück haben es etliche Games um Son Goku und Co. es in die Spielregale geschafft, sodass wir auch heute noch mit den bekannten Charakteren bei ihren Kämpfen mitfiebern können.

In Dragon Ball Z: Kakarot müssen die Z-Kämpfer mit Goku an der Front die Welt abermals vor Freezer und den anderen Schurken retten. In epischen Kämpfen wiederholt sich die ikonische Story von Dragon Ball Z, bei der es in der Hand des Spielers liegt, ob die Guten oder die Bösen gewinnen.

Dragon Ball Z: Kakarot spielt sich wie die Serie durch. Alles, was auf dem Bildschirm passiert, ist pure Nostalgie: Die Animation ist zum Verlieben, die Atmosphäre mit der Orchestermusik verursacht Gänsehaut, die man damals auch vor der Glotze hatte. Mit Goku und seinen Freunden abermals die Welt retten fühlt sich dabei schon wie Pflicht an. Obwohl dieser Pflichtruf mitten in der Monotonie verstummt. Trotzdem, Dragon Ball Z: Kakarot ist ein Muss für die Fans und eine schüchterne Empfehlung für alle, die es noch werden wollen.

Dragon Ball is back, baby!
Dragon Ball is back, baby! © Entwickler / Publisher

Seit Jahren prügeln die Ikonen abseits vom Animegeschehen auch auf den heimischen Konsolen. Nach Dragon Ball FighterZ steht die Story wieder im Vordergrund. Somit auch die Emotionen. Wenn am Anfang gleich die Welt von Dragon Ball in vollster Grafikpracht erblüht, erweckt dies das innere Kind, das sich so einen Fortschritt nie hätte vorstellen können. Und dann setzen die Streicher an, wehleidig und friedliebend, ein süsser Schmerz schlängelt durch unseren Körper. Es fühlt sich fast versöhnlich an, als träfe man die Freunde aus seiner Kindheit. Mit Gohan in den Armen läuft Goku in die Welt hinaus und gibt einen Vorgeschmack darauf, was für ein emotionales Abenteuer den Spieler erwartet.

Über den Wolken muss die Freiheit grenzenlos sein ...
Über den Wolken muss die Freiheit grenzenlos sein ... © Entwickler / Publisher

Storytechnisch bleibt Dragon Ball Z: Kakarot der Serie treu, sprenkelt aber hier und da neue Dialogfetzen, Animationen und Kämpfe. Gerade neue Story-Elemente sind in Nebenmissionen ausgelagert - diese bieten zwar den selben Charme, sind aber eher Lückenfüller und somit lustlos dahingeklatscht. Die sind schnell vergessen und so rusht man lieber durch die Story, als von belanglosen Quests abgelenkt zu werden.

Sonst bleibt alles beim Alten, aber so wirkt es immer noch frisch und motivierend. Man übernimmt abwechselnd die Rolle von Son Goku, Vegeta, Piccolo, Son Gohan und natürlich einigen Überraschungen. Die Entwickler von CyberConnect2 haben dabei nichts unnötig gekürzt und lassen uns von der Freezer-Saga bis zum Boo-Finale alles Revue passieren. Mit gleicher Wucht und emotionaler Nähe: Der Spagat zwischen Gameplay und Anime ist das Herzstück von Dragon Ball Z: Kakarot.

Zum x-ten Mal dürfen wir Freezer die Fresse polieren.
Zum x-ten Mal dürfen wir Freezer die Fresse polieren. © Entwickler / Publisher

Um die Quests zu aktivieren, erkundet man fliegend die Dragon-Ball-Welt. Die offene Spielwelt ist eingeteilt in sieben grosse Regionen und mit Liebe zum Detail gezeichnet. Mal gleiten wir über West City, mal erkunden wir den Planeten Namek, die Welt des Kaioshin und ein anderes Mal besuchen wir Gottes Palast. Es gibt genug zu sehen aber wenig zu entdecken. Zwar trifft man auf verschiedenste Charaktere aus dem Franchise, aber viel zu oft erinnert das an einen Zoobesuch. Bestaunen, ja, aber die Tiere gleich selber "füttern"? Leider nein. Mehr Interaktion und allgemein eine lebendigere Spielwelt wäre da wünschenswert gewesen.

Immerhin lockern Minigames die Questjagerei auf: Baseball spielen, angeln und kochen - immer wieder ein Schmunzeln wert. Letzteres verändert die Statuswerte leicht, aber das ist kaum bemerkbar. Die spannenden RPG-Mechaniken fangen beim klassischen Fähigkeitsbaum an. Man sammelt bunte Kugeln, die überall verstreut sind. Mit diesen verbessert man Attacken und Fähigkeiten. Ausserdem sammelt man Community-Münzen im Verlauf der Story. Platziert man diese strategisch auf den Spielbrettern, winken weitere Belohnungen. Das ist ganz nett, aber nach einigen Stunden nicht mehr brauchbar, da die Schwierigkeitskurve abflacht.

Kamehame-BYE
Kamehame-BYE © Entwickler / Publisher

Natürlich geht es schlussendlich auch in Dragon Ball Z: Kakarot ums Kämpfen. Das System ist auf den ersten Blick kompliziert, aber hat man den Dreh raus, spamt man schon mit einem grossen Grinsen seine Energieblasts, fliegt hin und her, prügelt auf den Gegner ein und blockiert gelegentlich. Ist die Energieleiste voll, dürfen auch heftigere Attacken raus: Kamehamehas und Höllenspiralen heizen dem Gegner ordentlich ein. Mit viel Explosionen, Zwischensequenzen und Effekthascherei stülpen sich die Kämpfe. Erst kommt man also aus dem Staunen nicht raus - später nicht mehr aus dem Gähnen. Monotonie zeigt sich dann irgendwann mal von seiner unangenehmen Seite.

/ ali