Curse of the Dead Gods (2020)

Curse of the Dead Gods (2020)

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PS4-Review: Verflucht seien die Götter

Tetanus ist noch das geringste Problem
Tetanus ist noch das geringste Problem © Focus Home Interactive

Nach Hades werden es alle Rogue Likes schwer haben. Bis anhin hat das Genre auf Geschicklichkeit, Fähigkeit und Lernkurve gesetzt. Der starke Fokus auf Spielmechanik und aufeinander aufbauenden Systemen hat Perlen wie Spelunky, Dead Cells und, vor allem, Nuclear Throne hervorgebracht. Hades fügte dem Gerne eine sehr gute Geschichte hinzu und nahm es mit der Skill-Maximierung nicht so genau, so dass auch Uneingeweihte einen Zugang fanden. Der Erfolg war derart gross, dass fortan alle Rogue Likes dran gemessen werden.

So auch Curse of the Dead Gods. Hierbei handelt es sich um einen klassischen Vertreter der Gattung: wenig Story, viel Gameplay, viele Systeme, die ineinander greifen und eskalieren. Reicht das aus, um dem Druck von Supergiants Hades standzuhalten?

Curse of the Dead Gods hat alles, was ein sehr guter Rogue Like braucht. Reaktionsfreudige Steuerung? Check. Superspassige Spielmechanik? Check. Motivierende Systeme, spannende Bossfights und genügend Abwechslung? Alles dabei! Damit reiht es sich ein in die Liste empfehlenswerter Genre-Ableger. Für höhere Sphären ist es allerdings nicht berufen. Die Messlatte liegt nun ganz weit oben.

Go fetch!
Go fetch! © Focus Home Interactive

Wir haben es bei Curse of the Dead Gods mit einem klassischen Rogue Like zu tun. Das heisst, wir kämpfen in zufällig generierten Levels aus der isometrischen Perspektive bis zum Endboss, oder bis zum Tod. Danach starten das Spiel von Neuem. Mit dabei ist ein grosses Waffenarsenal und viele Modifikatoren, die einen Run, also einen Spieldurchlauf, fundamental verändern können.

So weit, so bekannt. Das Interessante liegt in den Details, wie etwa dem Kampfsystem. Neben flinken Fingern ist auch ein klein wenig Taktik gefordert, denn wir müssen stets die Anzeige für unsere Ausdauer im Blick behalten. Leichte Schläge kosten nichts, doch Finisher, Spezialwaffen und Ausweichen kosten jeweils einen Ausdauerpunkt. Das kann gerade zu Beginn zu brenzligen Situationen führen, wenn man umzingelt von Gegnern ist und wir partout nicht ausweichen können, weil wir gerade einen schweren Schlag gelandet haben.

Wie in Hades können wir vor Beginn eines neuen Abschnitts wählen, welche Belohnungen wir erhalten wollen. Mit Gold können wir allerlei Waffen und Verbesserungen für den aktuellen Run erwerben. Runen geben uns verschiedene Perks wie Elementarschaden oder Damage-Multiplikatoren. Waffen können wir an einem Schrein für Gold erwerben - oder wir bezahlen mit Blut und erhöhen dadurch unseren Fluch-Level.

Woher ich wohl so einen schicken Mantel kriege?
Woher ich wohl so einen schicken Mantel kriege? © Focus Home Interactive

Mit jedem Beschreiten eines neuen Abschnitts bekommen wir Corruption, eine Art Fluch. Ist dieser voll, wird das Spiel auf fundamentale Weise modifiziert. Das kann die Dynamik des Runs komplett verändern. Beispielsweise können die Möglichkeiten für Heilung eingeschränkt werden, oder das Öffnen von Schatztruhen erzeugt von nun an zusätzliche Corruption. Es gibt bis zu fünf Corruption-Levels, und jedes davon erhöht den Schwierigkeitsgrad deutlich.

Zu Beginn stehen uns drei Biome offen, die wir erkunden können. Innerhalb dieser Biome gibt es verschiedene Räume, die mit Gegnern, Fallen und Schätzen gefüllt sind. Erreichen und schlagen wir den Endboss, bekommen wir Zugang zu weiteren Biomen. Diese steigen im Schwierigkeitsgrad an, und statt einem gilt es dann mehrere Bosse zu besiegen. Glücklicherweise gibt es einen Upgrade-Weg mit permanenten Verbesserungen, die uns mit passiven Fähigkeiten und neuen Waffen unter die Arme greifen.

Alles in allem überzeugt Curse of the Dead Gods durch seine Kompetenz. Fans von Rogue Likes können mit dem Kauf kaum etwas falsch machen. Allerdings bringt das Spiel wenig Neues fürs Genre. Nach Dead Cells oder Hades braucht es grössere Alleinstellungsmerkmale, um hervorzustechen.

Alejandro Garcia [ale]

Alejandro schreibt und redigiert im Games-Bereich seit 2009 für OutNow. Sein Einflussbereich ist die Konsole, wo er Militär-Shooter und Racer mit Erfolg vermeidet. Dafür verschlingt er alles, was FromSoftware ihm vorsetzt.

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