Crash Bandicoot 4: It's About Time (2020)

Crash Bandicoot 4: It's About Time (2020)

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PS4-Review: Zu alter Stärke zurückwirbeln

Crash, wie wir ihn kennen und lieben.
Crash, wie wir ihn kennen und lieben. © Activision

Bevor die Entwickler von Naughty Dog den Schatzjäger Nathan Drake oder die Apokalypsen-Überlebende Ellie auf die Gamewelt losliessen, waren die Kalifornier für einen springwütigen Beuteldachs bekannt. Ihre Crash-Bandicoot-Reihe etablierte sich bald als feste Grösse im Jump'n'Run-Genre.

Nun hat sich mit Toys for Bob ein neuer Entwickler an die Reihe gewagt. Er hat schon bei der Remaster-Trilogie Crash Bandicoot N. Sane Trilogy bewiesen, was er kann - will jetzt aber noch einen draufsetzen. Inhaltlich geht Crash Bandicoot 4: It's About Time nun aber den Weg, den auch Filmfranchises gerne beschreiten und ignoriert geschichtlich alle Teile ab Teil 3. Eine Zeitreise-Geschichte macht's möglich. So beginnt die Story damit, dass die bekannten Schurken Neo Cortex, N. Tropy und Uka Uka mithilfe eines Zeitrisses aus ihrem Gefängnis ausbrechen konnten - und nun nicht nur eine Welt, sondern ein ganzes Multiversum bedrohen. Eine Gefahr, der sich Crash und Schwester Coco nun stellen müssen.

Crash Bandicoot 4: It's About Time findet zu alter Stärke zurück und bietet das, was man von der Reihe erwartet: stundenlangen und herausfordernden Hüpfspass in quietschbuntem und humorvollem Gewand. Dank einer grossartigen Optik wirkt das Spiel so modern wie nie zuvor. Einzig eine schwächelnde Kameraführung trübt den sehr guten Gesamteindruck.

Schurke Neo Cortex ist auch wieder mit von der Partie.
Schurke Neo Cortex ist auch wieder mit von der Partie. © Activision

In der Crash-Bandicoot-Reihe steuert man den jeanstragenden Crash durch eine Vielzahl von Levels - manche in 2D und andere in 3D -, sammelt Wumpa-Früchte und Power-ups ein und wirbelt Gegner ins Jenseits. Daran hat sich im Laufe der 24 Jahre seit Erscheinen des Erstlings wenig geändert. Im neusten Teil gibt es trotzdem einige spannende Neuerungen. So können abschnittsweise verschiedene Masken die Schwerkraft aushebeln oder spezielle Plattformen zum Erscheinen (und Verschwinden) bringen, was schnell für schwitzige Hände sorgen kann - aber auch für viel Abwechslung im Spielprinzip.

Grafisch bietet der Titel dank der Zeitreisethematik nicht nur eine Bandbreite von abwechslungsreichen Levels - von Piratenschiffen bis zu Wüstenumgebungen ist alles vertreten -, sondern glänzt auch mit tollen Animationen und viel Liebe zum Detail in der Gestaltung der Welten. Das macht gleich noch mehr Spass, weil das Ding butterweich läuft und sich kaum technische Schnitzer leistet. An der Tonfront kann wenig gejammert, aber auch wenig hervorgehoben werden. Die Musik düdelt passabel vor sich hin, die Synchro verbreitet den nötigen Charme, der für die überdrehte Geschichte nötig ist.

Die Optik ist ein Augenschmaus.
Die Optik ist ein Augenschmaus. © Activision

Auch die Steuerung geht gut von der Hand, nur hin und wieder geht die Übersicht etwas flöten, weil wir in seitlichen Kameraansichten die Tiefe schlecht einschätzen können und deswegen unfreiwillig in die Lavagrube hüpfen. Die Kamera ist auch der grösste Kritikpunkt, den sich Crash Bandicoot 4: It's About Time gefallen lassen muss. An manchen Stellen reagiert sie eine Spur zu langsam oder ist schlicht nicht optimal platziert.

Obwohl sich Crash Bandicoot 4: It's About Time optisch und humortechnisch eher an die jüngeren Semester - und natürlich altgediente Fans - richtet, ist es dennoch kein Kinderspiel. Gerade spätere Levels sind unbarmherzig und fordern euch viel Geschick ab. Eine tolle Neuerung ist aber der einstellbare Schwierigkeitsgrad. Hardcore-Naturen können den klassischen Weg wählen mit einer begrenzen Anzahl Leben (die einen Levelneustart erfordern, wenn sie aufgebraucht sind), während der «moderne» Schwierigkeitsgrad die Möglichkeit gibt, unbegrenzt oft an erreichten Checkpoints weiterzumachen.

Wer trotzdem alle Geheimnisse und Diamanten - die werden zum Freischalten von neuen Skins benötigt - einsammeln will, braucht wohl einige Durchläufe. Das schlägt sich aber positiv auf den Umfang aus. Freischaltbare Kostüme, Sammelgegenstände und versteckte Level sowie Zeitrennen und kleine lokale Multiplayer-Einlagen sorgen für stundenlangen Hüpfspass.

Chris Bucher [chb]

Chris ist ein Luzerner Filmemacher, Journalist und leidenschaftlicher Gamer. Er mag alles, was mit Horror zu tun hat. Seine Devise lautet: Je morbider, desto besser. Für OutNow schreibt er seit 2019 regelmässig Reviews. Er hat eine Schwäche für alte Dinosaurierfilme.

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