Cannibal Cuisine (2020)

Cannibal Cuisine (2020)

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Switch-Review: Die Grillsaison ist eröffnet!

Indigene Küche kann so kompliziert sein!
Indigene Küche kann so kompliziert sein! © Rocket Vulture

Schnappt euch eure Freunde, oder besser noch: Ladet sie zu Grillade und Bier ein! Für alle Fans des Couch-Coop-Zockens gibt es neues Futter. Cannibal Cuisine ist ein neues Cook 'n' Run Game vom Entwicklerstudio Rocket Vulture.

Als Angehöriger eines Kannibalen-Stamms müsst ihr den Heisshunger der Gottheit Hoochoboo stillen. Bewaffnet mit beispielsweise einer Bratpfanne, metzelt ihr die ahnungslosen Touristen nieder, welche die Insel besuchen. Die Aufgabe besteht darin, die Touristen in ihre Einzelteile zu zerstückeln, um diese dann zusammen mit anderen Zutaten zu einer Köstlichkeit zu verarbeiten und einer gefürchteten Gottheit anzubieten.

Was nach viel Spass und Freude für mehrere Personen klingt, entpuppt sich als kleines Frustloch. Der hohe Schwierigkeitsgrad erlaubt es einem kaum, am Spiel dran zu bleiben oder sich irgendwie darin zurechtzufinden. Cannibal Cuisine ist somit nur etwas für Leute, die nicht vor grossen Herausforderungen zurückschrecken und mit möglichst wenig Hilfe ans Ziel kommen wollen. Eigentlich schade, denn die Voraussetzungen für ein spassiges Kooperationsspiel wären vorhanden.

«Einmal Gehirn. Medium rare, bitte!»
«Einmal Gehirn. Medium rare, bitte!» © Rocket Vulture

Bereits beim Starten des Spiels wird aufgezeigt, dass das Team von Rocket Vulture nicht gross an Erzählungen oder Tutorials interessiert ist. Der Spieler wird ohne viel Tam-Tam in die Dschungel-Küche geworfen. Aufgebaut ist diese «Küche», d. h. das Level, im Grunde immer gleich, nur die Anordnung der Rohstoffe sowie der Utensilien variiert. Zum einen haben wir den metaphorischen Gefrierschrank für das Fleisch respektive unzählige Touristen, die darauf warten, dass man ihre Rippchen und Gehirne tranchiert. Zum anderen eine nie erschöpfende Obst- und Gemüseabteilung zu deren Verfeinerung - ja, wer will denn schon eine korpulente Gottheit? Voll bepackt mit menschlicher Grillade und etwas Gemüse oder Obst wird das Ganze an den Feuerstellen zubereitet und dann an die Gottheit verfüttert.

Das Ganze klingt erstmal gar nicht so schwierig - so kann man sich täuschen! Es ist sogar extrem schwierig! Die eben genannten Bereiche sind durch Flüsse getrennt. Um diese zu überqueren, bedarf es einerseits eines geschickten Timings, um auf von der Strömung getragene Fässer zu springen. Andererseits lassen sich die Touristen nicht einfach so zu Schaschlik verarbeiten und entfesseln ihren inneren Mike Tyson gegen den Spieler. Als wäre das nicht genug, ist Eure Gottheit Hoochoboo ein sehr schnäderfrässiger Geselle. Im einen Moment gelüstet es ihm nach einem Rippchen mit Bananen und im anderen schreit er nach Chili con Carne. Ach ja, falls das Gericht zu lange über der Feuerstelle hängt, wird es ungeniessbar und ist ein Fall für die Tonne.

Da fehlt bestimmt noch eine Prise Salz.
Da fehlt bestimmt noch eine Prise Salz. © Rocket Vulture

Um dem Ganzen ein wenig Abwechslung zu gewährleisten, können die gesteuerten Kannibalen-Köche individuell gestaltet werden. Darunter fallen zum einen rein optische Merkmale wie die Farbe des Kannibalen oder die Kopfbedeckung, zum anderen das Spiel entscheidende Eigenschaften. Hierzu gehören die einzigartigen Fähigkeiten, welche das Kocherlebnis vereinfachen sollen, beispielsweise ein Flammenwerfer, welcher die Kochzeit reduziert, oder eine Art Teleportsprung, mit dem sich die erwähnten Flüsse überqueren lassen.

Cannibal Cuisine kann durchaus auch witzig sein. Grafisch hat das Entwicklerteam gute Arbeit geleistet; durch die vereinfachte Darstellung der makaberen Welt, wirkt das ganze Gemetzel schon beinahe niedlich. Durch den sehr hohen Schwierigkeitsgrad, welcher sich durch Zeitdruck, Jump 'n' Run und Zubereitung der Gerichte zusammensetzt, wird dem Spieler die Motivation aus dem Leib gesaugt. Ein positiver Aspekt ist jedoch, dass die Möglichkeit besteht, zusammen mit seinen Freunden die Motivation zu verlieren.

Jan Walder [jaw]

Jan arbeitet seit 2020 bei OutNow als Freelancer. Als Gamehead und Streamer liebt er es, sich in Welten wie «Dark Souls» und «Monster Hunter» zu verlieren. Je höher der Schwierigkeitsgrad, umso eher wird sein Interesse geweckt. Als Couchpotato lässt er die Finger von Sport- oder Jump n' Run-Games.

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