Beyond Blue (2020)

Beyond Blue (2020)

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PS4-Review: «Unser blauer Planet» für Gamer

«I'm blue da ba dee da ba die!»
«I'm blue da ba dee da ba die!» © E-Line Media

Beyond Blue von E-Line Media ist ein Erkundungsabenteuer und Lernspiel zugleich, das in Zusammenarbeit mit BBC das Leben unter Wasser vorstellt.

Das Game spielt in naher Zukunft: Die Tiefseeforscherin und Wissenschaftlerin Mirai erkundet die Geheimnisse des Ozeans, scant Lederschildkröten und Pottwale für die Wissenschaft. Keine Lebensanzeige, keine Gefahren oder Sauerstoffmesser. Nur du und das weite Blau.

Beyond Blue erinnert an die Kindheit, denn es fühlt sich an wie das Durchblättern von Wimmelbüchern. Das Sammelabenteuer à la Pokémon für Meeresbiologen lockt mit leckeren Grafikködern und lässt uns mit unserer eigenen Wissbegierde zappeln. Was im Kern berauschend klingt, vermag es aber gameplaytechnisch nicht, den Tiefenrausch anzukurbeln. So bleibt Beyond Blue ein interaktiver BBC-Animationsfilm für relaxte Momente.

«Bin ich jetzt eine Unterwasser-Disneyprinzessin?»
«Bin ich jetzt eine Unterwasser-Disneyprinzessin?» © E-Line Media

Wer schon immer angehender Zoodirektor sein wollte, griff zu Zoo Tycoon und die Landwirtfans vergnügten sich mit Landwirtschaftssimulator. Für Tauchfreunde und Hobby-Meeresbiologen ist nun Beyond Blue aufgetaucht. Oberflächlich gesehen hat Beyond Blue nicht viel mehr zu bieten als eine atmosphärische Unterwasserwelt mit einem «Schnapp sie dir all»-Flair. Taucht man tiefer, entblössen sich die Stärken des Tauchsimulators. Begleitet wird der Spieler von einer narrativen Ebene, die nicht nur den Wissensdurst löscht, sondern auch mehr Spieltiefe freigibt. Gerade die Informationshäppchen zu den verschiedensten Lebensbewohnern sind die wahren Sauerstofflieferanten.

Beyond Blue spielt sich wie die Biologie-Lektionen einer BBC-Doku. Das Gameplay besteht hauptsächlich aus ruhigen und therapeutischen Tauchgängen, die in Episoden aufgeteilt wurden. Entdecken und lernen, das sind die Grundpfeiler des Spiels. Mehr kann diese Unterwassersimulation leider nicht liefern. Die Steuerung ist selten ganz flüssig und die Animationen wirken oft steif. Die Tiervielfalt lässt auch zu wünschen übrig, sodass man in einer ausgiebigen Session zwar viel gelernt hat, aber gleich wieder vergisst, dass man gerade ein Game durchgezockt hat.

«Noch kurz das perfekte Foto schiessen für Insta.»
«Noch kurz das perfekte Foto schiessen für Insta.» © E-Line Media

Trotz hübscher Grafik kann Beyond Blue mit Genrevertreter Abzû nicht ganz mithalten. Dort ist die Atmosphäre besser konserviert und dank der comichaften Animation gleichzeitig mit mehr Charme behaftet. Wer sich für Ozeane und die Tierwelt faszinieren kann, wird hier aber zweifelsohne seine Ruhe finden. Alle anderen werden sich von der zu schnell nach «Lernsoftware» ausgerichteten Spielweise wieder abwenden und zu Abzû, Endless Ocean 2 oder Subnautica paddeln.

Muhammed Ali Keskin [ali]

Ali arbeitet seit 2019 als Freelancer bei OutNow. «Yoshi's Island» ist Liebe, «Bloodborne» ist Leben - alles andere ist auch ganz nett. Den Film «Stand By Me» zieht er sich alle Jahre wieder rein. Wenn er nicht gerade zockt oder im Kino hockt, kümmert er sich um seine Gottesanbeterinnen.

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