Yoshi's Crafted World (2019)

Yoshi's Crafted World (2019)

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Switch-Review: Yoshis Ausflug in die Diorama-Welt

Yeah, Yoshi ist wieder da!!
Yeah, Yoshi ist wieder da!!

Seit Yoshis erstem Ausflug an der Seite von Mario in Super Mario World (SNES) sind einige Jahre vergangen. Der putzige Dinosaurier hat sich nach und nach als eigenständiger Charakter etabliert und durfte immer häufiger auch ohne den berühmten Klempner auf Abenteuer gehen. Insbesondere Yoshi's Woolly World sorgte mit seiner besonderen Optik und dem spassigen Spielprinzip für einen der wenigen echten Erfolge der Wii U.

Mit dem neuen Yoshi's Crafted World soll nicht nur spielerisch an dieser «Tradition» angeknüpft werden. In diesem Sinne müssen Yoshi und seine Freunde in einer Welt voller Pet-Flaschen, faltbare Kartons, Dosen und anderen Abfällen alles daran setzen, Bowser Juniors bösen Plan zu durchkreuzen. Ob das gutgeht?

Yoshi's Crafted World knüpft nahtlos an Wooly World an, baut dessen Stärken weiter aus, ohne jedoch dessen Schwächen komplett auszumerzen. Insgesamt überzeugt Yoshis neustes Abenteuer erneut mit der tollen Präsentation und Optik, einer passender Geschichte sowie massenweise unterhaltsamen Gameplay - enttäuscht aber in Sachen Mehrspieler. Nichtsdestotrotz ist der Ausflug nicht nur für Fans ein Muss. Falls man sich selbst überzeugen möchte: Die kostenlose Demo zeigt bereits sehr eindrücklich, was im Spiel alles steckt.

Auf typische Nintendo-Art wird das Jump'n'Run mit einer eher mageren und trotzdem unterhaltsamen Geschichte ausgeschmückt. Bowser Junior hat vor, sich einen Wunsch mit Hilfe der Traumsonne erfüllen zu lassen. Der Plan geht wegen Yoshi schief, und die Steine, welche der Traumsonne ihre Macht verleihen, werden auf der gesamten Welt verteilt. Natürlich wird jeder einzelne von ihnen von einem «Boss» beschützt, und so darf man sich vor und nach dem Kampf auf Zwischensequenzen freuen.

So simpel und abgenutzt die Ausgangslage klingen mag, umso besser funktioniert sie. Während man bei vielen Spielen das Bedürfnis verspürt, die Dialoge und Animationen zu überspringen, weil sie oftmals in die Länge gezogen oder langweilig sind, ist bei Yoshi's Crafted World weniger deutlich mehr. Die Dialoge, wenn auch nicht vertont, sind spassig und pointiert. Die wenigen Zwischensequenzen sorgen dank viel Humor und wenigen Umschweifen für gute Unterhaltung und bieten so eine optimale Abwechslung zu den Levels.

Bloss niemanden wecken, bloss nicht!
Bloss niemanden wecken, bloss nicht!

Spielerisch wird in den wunderschön gestalteten Welten ebenfalls einiges geboten. Die Levels sind herausfordernd, anstrengend und kurzweilig, ohne jedoch jemals unfair oder mühsam zu sein. Es macht einfach Spass, mit einem der Yoshis alle Geheimnisse zu lüften und alle Herausforderungen zu meistern. Die Sammelaufgaben wurden gut verpackt und animieren regelrecht dazu, die Levels mehrmals zu absolvieren.

Das durchgehend gute Leveldesign mit Vorderseite und Rückseite inklusive unterschiedlichen Aufgaben trägt natürlich einiges dazu bei, dass man den Controller nicht so schnell aus der Hand legen möchte. Crafted World wurde mit enorm viel Herz und einigem an Verstand konzipiert, und das spürt man bei Schrit und Tritt, und zwar ganz egal, ob am heimischen Fernseher oder unterwegs.

Die Rückseite ist auch nicht ohne.
Die Rückseite ist auch nicht ohne.

Wenn man etwas negativ hervorheben muss, ist es einmal mehr der Mehrspielerpart. Alle Levels können mit zwei Yoshis mit je einem Joycon absolviert werden. Die Idee mag prinzipiell stimmen und den Entscheid, nur zwei statt vier zusammen agierende Spieler zu verwenden, kann man nachvollziehen.

Das chaotische Vorgehen, welches ähnlich wie bei Kirby natürlich Teil des Plans ist, geht ebenfalls, die Umsetzung lässt dennoch zu wünschen übrig. Oftmals ist man mit dem Coop-Partner regelrecht überfordert. Das liegt einerseits daran, dass man sich gegenseitig «fressen» kann, und andererseits auch an der Tatsache, dass man automatisch «Huckepack» genommen wird, wenn man zu nahe beieinander ist.

Und ich flieg, flieg, flieg wie ein Flieger...
Und ich flieg, flieg, flieg wie ein Flieger...

Gegnern ausweichen, Objekte mit Zeitdruck beseitigen und dann noch ein Partner, der ständig im Weg ist, ob man will oder nicht? Das ist schlichtweg zu viel. Insbesondere für jüngere Spieler, auf welche das Spiel mit der süssen Optik und dem einfachen Spielprinzip perfekt zugeschnitten ist, sind damit schnell überfordert. Sicher, einige Level sind stärker betroffen als andere, dennoch ist es nicht optimal. Hier wünscht man sich, dass diese Art von «Friendly fire» deaktivierbar wäre oder zumindest nicht immer automatisch passieren würde.

/ pan