Yooka-Laylee and the Impossible Lair (2019)

Yooka-Laylee and the Impossible Lair (2019)

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PS4-Review: Rettet die Bienen!

Hüpfspass wie anno dazumal!
Hüpfspass wie anno dazumal!

Der finstere Bienenschurke Capital B - nein, der ist nicht mit einem Deutschen Rapper verwandt - strebt nach der Weltherrschaft. Schon wieder! Im ersten Teil wurde ihm zwar von unserem Heldenduo, bestehend aus dem Chamäleon Yooka und der Fledermaus-Dame Laylee das Handwerk gelegt, bei Versuch Nummer 2 geht der gemeine Kerl aber mit allerhand neuen gefährlichen Geräten zu Werke und schafft es, die gesamte Bienenarmee von Königin Phoebee in unzählige Welten zu verbannen. Nun liegt es erneut an Yooka und Laylee, das Bienenland zu retten! So hüpfen sie sich in bester Rayman und Banjo-Kazooie-Tradition durch eine Vielzahl herausfordernder Levels und befreien Stück für Stück die Bienenarmee um im Kampf gegen Capital B überhaupt eine Chance zu haben.

Das Chamäleon Yooka und seine Fledermausbegleiterin Laylee sind für ein weiteres Hüpfabenteuer zurück. Nach einem Ausflug in waschechte 3D Gefilde im Erstling liefern uns Playtonic Games in deren neuesten Teil einen herrlich klassischen 2D-Plattformer mit liebevoller Grafik, süssen Charakteren und spannenden, zunehmend aber sehr herausfordernden Levels.

Nichts für farbempfindliche Augen.
Nichts für farbempfindliche Augen.

Die Story von Yooka-Laylee and the Impossible Lair ist nicht der Rede wert und dient lediglich als Aufhänger für unzählige mehr oder weniger gelungene Wortspiele. So versteckt die listige Schlange Trowzer weitere Spiel-Abschnitte hinter einer buchstäblichen Paywall (für die man aber kein Echtgeld bezahlen, sondern in Level gefundene Goldmünzen verwenden muss) und die beiden Hauptcharaktere durchbrechen öfters mal die vierte Wand und erzählen beispielsweise von ihrem ersten Spieleabenteuer. Der Meta-Humor fügt sich erstaunlich gut ins Setting ein und bietet so manchen Seitenhieb auf gegenwärtige Videospiel-Trends.

Das Spiel startet ohne grosse Einführung im letzten Level. Jawohl, richtig gelesen. Wir stürmen mit der Bienenarmee - Bientallion genannt (Na, Witz kapiert?) - von Königin Phoebee durch das Level und stellen uns Capital B, der unseren Helden richtig übel auf den Deckel gibt und auf die Overworld befördert. Die Overworld ist eine frei begehbare Weltkarte in 3D und fast schon ein eigenständiges Spiel voller Sammelgegenstände, Abkürzungen und Mini-Rätsel. Von hier aus steuern wir die einzelnen Levels an, lösen Herausforderungen oder sammeln Tonikas ein, die wir dann in den Levels einsetzen können.

Diese Tonikas haben verschiedene Funktionen. Manche davon sind hilfreich und bieten zum Beispiel mehr Leben oder mehr Kontrollpunkte, mache erschweren uns das Chamäleon-Dasein mit mehreren oder robusteren Gegnern und wieder andere haben lediglich eine kosmetische Funktion und verändern den Look und die Grafik des Spiels. Jedes eingesetzte Tonika verfügt über einen Multiplikator, der darüber entscheidet, wieviele Federn (das ist die Ingame-Währung) wir in den Levels erhalten. Setzen wir unterstützende Tonikas ein, bedeutet das zwar ein einfacheres Spielerlebnis, dafür gibt es weniger Federn. Im Gegenzug winkt bei erschwerenden Tonikas eine höhere Federbelohnug nach Levelabschluss. Dieses motivierende Feature ist rein optional, kann aber so manches harte Level vereinfachen. Schade ist nur, dass die Tonikas im finalen Level, dem titelgebenden Impossible Lair, nicht verwendet werden können.

Einer von vielen freischaltbaren Filtern: Gameboy-Look!
Einer von vielen freischaltbaren Filtern: Gameboy-Look!

À propos Impossible Lair: Das Spiel bietet von Beginn weg die Möglichkeit, sich am letzten Level inklusive Endboss zu versuchen. Natürlich dürfte das Gros der Spieler daran kolossal scheitern - obwohl es sicher irgendeinen Super-Zocker gibt, der das schon geschafft hat. Schliesslich gibt es auch Leute, die Dark Souls mit einem Bananen-Controller durchgespielt haben -, denn mit jedem befreiten Kämpfer des Bientallions hält Yooka im Impossible Lair einen Trefferpunkt mehr aus. Es macht also absolut Sinn, so viele wie möglich davon in den normalen Levels zu retten, bevor man einen weiteren Versuch gegen Oberfiesling Capital B wagt.

Angenehm ist, dass man im Falle eines Ablebens unbegrenzt viele Versuche hat, da das Spiel nicht auf Reserveleben zurückgreift, sondern uns pro Bildschirmtod lediglich ein paar gesammelte Federn abzieht und uns an den letzten Kontrollpunkt zurücksetzt. Grundsätzlich hält Yooka einen Treffer aus. Werden wir getroffen, versetzt das unsere Fledermausbegleiterin in Angst, so dass sie davonflattert und wir ein kurzes Zeitfenster haben, sie zurückzuholen und somit wieder einen Treffer einstecken können. Falls uns das nicht gelingt, sind wir den Gegnern schutzlos ausgeliefert und gehen bei einem weiteren Treffer drauf.

In den Levels sind aber überall Glocken versteckt, um die ängstliche Laylee zurückzurufen, falls sie uns doch mal entwischen sollte, was gerade in eng getimten und mit Fallen und Gegnern gespickten Passagen schnell passieren kann. Sollte man an einer Stelle irgendwann gar nicht weiterkommen, braucht man nicht den Controller genervt durchs Wohnzimmer zu pfeffern, sondern bekommt vom Spiel die Möglichkeit, diese Passage zu überspringen, womit man aber in Kauf nimmt, Federn und Goldmünzen nicht einsammeln zu können.

Optisch ist Yooka-Laylee ein herrliches Erlebnis. Die Farben sind knallig, die Figuren süsse designt und der ganze Spass läuft butterweich und ohne Ruckler ab. Die Welten sind schön gestaltet, fantasievoll und in ihrer Optik sehr unterschiedlich dargestellt. Mal durchwandern wir dichte Wälder, mal eine Unterwasser-Fabrik. Die meisten Levels gibt es auch in zwei Varianten zu spielen. In der Overworld können unter bestimmten Bedingungen das Aussehen und damit das komplette Spielerlebnis der einzelnen Level verändert werden. So bietet eine Wasserwelt, nachdem man sie mit einer Frostbeere eingefroren hat, eine ganz neue Herausforderung. Das motiviert zum mehrmaligen Durchspielen.

Vorsicht, rutschig!
Vorsicht, rutschig!

Insgesamt zeigt sich Yooka-Laylee and the Impossible Lair als nostalgisches Jump'n'Run in modernem Gewand. Dank dem hübschen Design und der eingängigen Steuerung, den abwechslungsreichen Levels und dem hohen Niedlichkeitsfaktor ist es ein perfektes Spiel für die ganze Familie - wenn auch nur erfahrene und geschickte Spieler den Abspann zu Gesicht bekommen dürften.

/ chb