Sekiro: Shadows Die Twice (2019)

Sekiro: Shadows Die Twice (2019)

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PS4-Review: Noch mehr sterben geht nicht

Zur Feier des Tages ein kleines Feuerwerk!
Zur Feier des Tages ein kleines Feuerwerk!

Mit Sekiro: Shadows Die Twice verspricht uns der Entwickler ein Action-Rollenspiel mit gewaltig viel Wucht: In diesem Samurai Action-Rollenspiel schnetzeln wir uns durch eine Vielzahl unterschiedlicher Gegner und erledigen mal grössere, mal kleinere Bossgegner. Doch haben alle eines gemein - wer sie unterschätzt, wird sich schnell an einem altbekannten Leuchtfeuer wieder finden.

Wieviel wurde tatsächlich aus der Souls-Serie übernommen? Fühlt sich alles schon mal bekannt an? Die Damen und Herren hinter Sekiro: Shadows Die Twice sollen an den richtigen Stellen geschliffen und genug Innovation mit eingebracht haben, damit sich gerade Veteranen des Genres bei der Umstellung ans viel schnellere Gameplay schwer tun sollen. Wer zusätzlich die Nerven für tausende Tode und ein richtig fieses Gemetzel hat, könnte hier auf den ersten Blick seinen Gefallen finden. Oder doch nicht?

Sekiro ist ein Meisterwerk, welches den Titel «Game of the Year» zu recht verdient hat! Ein meisterhafter Spagat zwischen Rollenspiel und Action-Adventure. Das Gameplay bleibt dank der abwechslungsreichen Gegner und vielfältigen Möglichkeiten, bis zum letzten Kampf fordernd und spannend. Es gibt eine faszinierende Welt zu erkunden, welche voller kleiner Geheimnisse und Informationen steckt. Und die Inszenierung, die einem Anime in nichts nachsteht, hat sich in einem Videospiel von Samurai-Showdowns noch nie so gut angefühlt.

Das idyllische Japan
Das idyllische Japan

Mit Sekiro: Shadows Die Twice, haben die Jungs und Mädels von «From Software» wohl die komplette Szene überrascht. Ein schnelles Action-Adventure anstelle eines langatmigen Rollenspiels, trotz dem Festhalten an der alten Souls-Formel? Ja das schafft dieses Sekiro wunderbar. Und dies auf einem Niveau, bei welchem selbst die vielen Soulslike-Klone vor Neid erblassen. Doch beginnen wir mal am Anfang.

Etwas anders als bei seinen geistigen Vorgängern, wird einem hier bereits im Intro klar vermittelt, was hier denn überhaupt alles so abgeht. Sekiros Geschichte spielt sich ca. im 16. Jahrhundert ab, gegen Ende der Sengoku-Ära. Da es bereits unendlich viele Spiele in dieser Zeit gab, wie zuletzt Nioh, dürfte dem geübtem Spieler einiges bekannt vorkommen. Ishin Ashina, dem Anführer unseres glorreichen Clans, gelingt es, die feindlichen Streitkräfte zu vertreiben und das Geheimnis seiner Macht zu wahren: das Erbe des heiligen Drachen, eine Kraft, welche im Prinzen des Clans schlummert und den einzig wahren Weg zur Unsterblichkeit darstellt. Verständlich, dass viele hinterhältige Seelen nach dieser Macht streben. Und da kommt der Shinobi Sekiro ins Spiel. Als Leibwächter des Jungen Prinzen Kuro liegt es an uns, diese Macht vor unseren Widersachern zu verteidigen. Praktisch, dass wir bereits mit eben jener Unsterblichkeit gesegnet wurden. Denn wenn in Sekiro etwas garantiert ist, dass wir sterben werden. Sehr, sehr oft sterben!

Samurais am Horizont, die einen töten wollen.
Samurais am Horizont, die einen töten wollen.

Und so gross die Ähnlichkeiten zu den Vorgängern auch sind, gerade im Gameplay schlägt Sekiro eine völlig andere Richtung ein. Während Dark Souls und Bloodborne ihren Fokus besonders aufs Ausweichen und Blocken gelegt haben, geht Sekiro in eine völlig andere Richtung: Angriff ist unsere beste Verteidigung und nur mit gut getimten Parries und harten Schlägen lässt sich die gegnerische Ausdauerleiste leeren, was uns ein Fenster für einen Todesstoss gibt. Brutale Action ist also garantiert.

Wem das alles zu stressig ist, der kann sich auch an seine Beute heranpirschen und im Assassinen-Style seine Opfer lautlos ausschalten. Daneben werden wir auf unserer Reise einen Haufen nützlicher Gadgets finden, die uns völlig neue Strategien ermöglichen. Beispielsweise finden wir bereits früh im Spiel ein paar Feuerwerkskörper, die uns gegen eine Vielzahl tierischer Gegner helfen werden. Und natürlich ist kein Samurai-Spiel perfekt ohne Wurfsterne. Davon gibt es dann auch eine Menge! Wem das zu standard ist, der kann auch später sein Geld als Wurfsterne verwenden, was überraschenderweise in gewissen Situationen sehr hilfreich sein kann.

Und düstere Gestalten
Und düstere Gestalten

Technisch lässt Sekiro ebenfalls nicht viel zu Wünschen übrig. Die Welt ist zauberhaft gestaltet und fühlt sich traditionell japanisch an. Es gibt eine Vielzahl an Gegnern, von normalen Möchtegern-Samurais bis hin zu einem gigantischen Affen, der uns mit seinen Exkrementen bewirft. Während dies passiert, werden wir von einem bombastischen Orchester begleitet, welches die Stimmung der jeweiligen Bossfights perfekt untermalt. Hin und wieder bleibt man an ein paar nicht sauber platzierten Objekten hängen, aber darunter gibt es keine Gamebreaker, die einen Neustart erfodern oder das Spiel abstürzen lassen. Auch in den stressigsten Situationen läuft das Spiel immer schön flüssig auf der Konsole. Tolle Sache.

/ fum

Trailer: E3 2018 Englisch, 02:23