Projection: First Light (2019)

Projection: First Light (2019)

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PS4-Review: Es werde Licht!

Oh? You're approaching me?
Oh? You're approaching me? © Blowfish Studios

Die Story handelt von Greta, einem jungen Mädchen. Sie entdeckt einen leuchtenden Schmetterling, ein Symbol für das Licht in ihrer tristen Welt. Der Schmetterling führt sie in ein verlassenes Schattentheater. Durch das Tor gelangt Greta in eine mythischen Welt voller Schattenpuppen.

Ihre neugierige Reise durch unterschiedlichste Kulturen voller Rätsel entwickelt sich allmählich zu einer Suche. Wird Greta endlich ihr Zuhause finden?

Mit Projection: First Light treten Puzzle-Plattformer aus ihrem Schatten hervor und zeigen, dass sie als Nischengames trotzdem Relevanz tragen. Gerade was Originalität und Kreativität angeht, bringt das Spiel Licht in den verstaubten, repetitiven Konsolen-Dschungel. Für Genrefans Pflicht, auch wenn gegen Ende die Luft etwas ausgeht und der Frust in den Vordergrund rückt.

Dark Souls lässt grüssen.
Dark Souls lässt grüssen. © Blowfish Studios

Projection: First Light schlüpft in ein Indie-Gewand, präsentiert sich aber als Modell der obersten Liga. Was Entwickler Shadowplay Studios da auf den Bildschirm projiziert, ist ein Geniestreich! Ein Schattenspiel mit epischen Bosskämpfen? Sold!

Die Designs mit den Puppen, Schablonen sowie Schattenmechanik erinnern ein wenig an die neueren Yoshigames. Diese atmen und leben auch vom einzigartigen Artwork. Etwas anders ist nicht nur die Kulisse selbst, sondern auch das Storytelling. Viel passiert über die sanfte Pianoklangwelt und über die fantasieverliebten Details. Die Entwickler bedienen sich hier einer Erzählart der Meisterklasse: «Show, don't tell» ist die Philosophie. Vieles lässt sich über Mimik und minimalistische Sprechblasen deuten. Die Story, fast märchenhaft gestrickt, harmoniert bestens mit dem Gamekonzept.

Dude what? Kann das bitte jemand entziffern?
Dude what? Kann das bitte jemand entziffern? © Blowfish Studios

Gerade die schon erwähnte Schattenmechanik dirigiert schliesslich auch das Game. Die Hauptfigur Greta kann eigentlich nichts, nur sich bewegen. Alles andere übernimmt ein Lichtlein, das uns begleitet. Dieses wirft Schatten, mit denen wir unseren Gameplay-Horizont erweitern. Die Schatten können Leitern bilden, sie können Puzzles lösen oder Gefahren überschatten - zum Beispiel einen sicheren Weg über Stacheln ebnen. Projection: First Light zeigt hier seine Muckis mit kreativen Puzzles und Grips sowie Vorsicht ist gefragt.

Gerade diese Stärke ist auch gleichzeitig die Schwäche des Spiels. Die Schattenmechanik ist ein tolles Konzept mit so viel Potenzial, doch die Entwickler scheinen sie zu missbrauchen. Dadurch, dass die Schatten so oft gebraucht werden, leidet der Spielfluss darunter. Zudem ist die Steuerung nicht immer ganz präzise, so geschehen Fehltritte, Ungeschicke oder Gegenstände rutschen weg und täglich grüsst das Murmeltier. Frustresistenz ist gefragt, da einige Abschnitte des Spiels unterstützt von der wackeligen Mechanik unmöglich erscheinen. Trotzdem ist man in gut fünf Stunden mit dem Abenteuer durch und ist erleuchtet wie die Protagonistin selbst: Originalität zahlt sich aus.

Muhammed Ali Keskin [ali]

Ali arbeitet seit 2019 als Freelancer bei OutNow. «Yoshi's Island» ist Liebe, «Bloodborne» ist Leben - alles andere ist auch ganz nett. Den Film «Stand By Me» zieht er sich alle Jahre wieder rein. Wenn er nicht gerade zockt oder im Kino hockt, kümmert er sich um seine Gottesanbeterinnen.

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Trailer: Release Englisch, 01:22