Norman's Great Illusion (2019)

Norman's Great Illusion (2019)

  1. ,
  2. , ,

Xbox One-Review: Das Leben ist eine kostspielige Angelegenheit

Vorsicht, sonst wird's teuer!
Vorsicht, sonst wird's teuer! © Sometimes You

In einer verpixelten Welt schlüpft man in die Rolle von Norman. Norman ist ein Werkarbeiter, der tagein, tagaus dasselbe Spiel spielt. Er steht auf, zieht sich an, fährt zur Arbeit und wieder zurück. Danach ist auch schon wieder Schlafenszeit. Während der Fahrt zur Arbeit muss der Spieler Norman's Wagen lenken, indem er jeweils genau im richtigen Moment eine Taste auf dem Controller drückt. Die ganze Arbeit besteht darin, Rechenaufgaben zu lösen, indem man die Ergebnisse in einen Taschenrechner eingibt. Kann ein solches Konzept tatsächlich Spass machen?

Norman's Great Illusion soll uns dazu anregen, unsere Gesellschaft und das System zu hinterfragen. Dieses Ziel wird jedoch weit verfehlt, da das Spiel mit seinem öden Gameplay, der verpixelten Grafik und der fehlenden Lebendigkeit in Schlüsselszenen den Spieler einfach nicht einwickeln kann. Die schlecht umgesetzte Steuerung mit dem Controller halten den Spieler weiter davon ab, in die Story einzutauchen.

«Dann lassen wir mal die Hosen runter!»
«Dann lassen wir mal die Hosen runter!» © Sometimes You

Das Spiel startet mit einem Kerl in Unterhosen, der erst einmal in seiner Wohnung umherirrt, bis man herausgefunden hat, dass er sich eine Hose anziehen sollte. Beim anschliessenden Frühstück mit der Familie plaudert man über die Arbeit und die aktuellen politischen Ereignissen in der Region.

Danach geht's mit dem Wagen zur Arbeit. Dabei muss man versuchen, einen bestimmten Bereich innerhalb des Balkens zu treffen. Wird dieser verfehlt, nimmt das Auto Schaden. Ist der Schadensbarometer voll, wird die Reparatur vom kleinen 300-Dollar-Startbudget abgezogen. Da macht selbst das Nachladen in Gears 5 mehr Spass, auch wenn es sich dabei um genau denselben Spielmechanismus handelt.

Hoffentlich habt ihr das grosse Einmaleins noch nicht verlernt!
Hoffentlich habt ihr das grosse Einmaleins noch nicht verlernt! © Sometimes You

Der Arbeitsablauf besteht darin, relativ einfache Mathematikaufgaben innerhalb einer vorgegebenen Zeit zu lösen. Die miserable Steuerung des Taschenrechners verdirbt einem jedoch jeglichen Spass am Rechnen. Die Eingaben müssen durch manuelles Auswählen und Betätigen der Enter-Taste auf dem Taschenrechner bestätigt werden. Einen dezidierten Knopf für diese Funktion sucht man auf dem Controller vergebens. Dasselbe gilt auch für das Spielmenü - nicht einmal da haben scheinen sich die Entwickler die Mühe gemacht zu haben, die PC-lastige Steuerung wenigstens ein bisschen für die Konsole zu optimieren.

Mit Rechnen verdient der Fabrikarbeiter also sein Brot. Wenn er gut rechnet, gibt's einen Bonus. Macht man hingegen mehr als fünf Fehler pro Tag, wird dies mit einem Penalty vom Gehalt abgezogen. Immerhin geschehen zur Abwechslung hin und wieder Ereignisse bei welchem der Spieler eine moralische Entscheidung treffen muss: Hilft man den Streik zu organisieren oder versucht man ihn seinen Kollegen auszureden?

Eine ganz schön mühsame Schriftart für ein Game ohne akustische Dialoge.
Eine ganz schön mühsame Schriftart für ein Game ohne akustische Dialoge. © Sometimes You

Mit der Zeit versucht man, absichtlich schlechte Entscheidungen zu treffen, in der Hoffnung dass das Game dann ein wenig spannender wird. Eine falsche Entscheidung kann jedoch dramatischen Einfluss haben, welche innert kürzester Zeit zum Tod und somit zum Spielende führt. Obwohl die Story immer wieder von vorne begonnen werden kann, ändern sich die Dialoge und der Verlauf der Tage aufgrund der wenigen zur Auswahl stehenden Entscheidungen kaum. Ein zweiter Druchlauf hat das Erlebnis auch nicht besser gemacht. Somit bleibt das Gameplay leider genau so langweilig und uninteressant wie Normans Tagesablauf klingt.

Martin Heusser [mhe]

Martin ist leidenschaftlicher 4K- und HDR-Enthusiast. Am liebsten zockt er auf der Xbox Games aus der «Far Cry»-Reihe oder sieht sich am Fernseher Serien aus dem Hause Showtime an. Seit 2020 schreibt er neben seinem Blog auch Game-Reviews als Freelancer für OutNow.

  1. Artikel
  2. Profil
  3. Instagram

Trailer: Release Englisch, 00:48