Narcos: Rise of the Cartels (2019)

Narcos: Rise of the Cartels (2019)

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Wer schiesst zuerst?
Wer schiesst zuerst?

Die mehrfach ausgezeichnte Serie Narcos ist sehr schnell zu einem Zugpferd des Streamingdienstes Netflix aufgestiegen. Da erstaunt es eigentlich kaum, dass die dokumentarische Geschichte um Pablo Escobar auch ihren Weg zu den Zockern findet. Wer aber denkt, dass uns die Damen und Herren von «Kuju» mit Narcos: Rise of the Cartels einen wilden Shooter bringen, hat sich erheblich getäuscht. Das Entwicklerstudio hat sich nämlich für die Umsetzung zu einem rundenbasiertes Strategiespiel entschieden.

Basierend auf der ersten Staffel der Serie, erzählt das Game den brutalen Kampf zwischen der DEA und dem Kartell-Boss El Patrón. Während die amerikanische Drogenvollzugsbehörde um jeden Preis versucht, El Patrón niederzustrecken und dessen Macht zu erschlagen, wollen die einheimischen Drogenbosse ihr Territorium verteidigen. Für Letzteres gehen sie sogar über ihre eigene Leiche. Wer wird am Ende den blutigen Kampf für sich entscheiden?

Das hübsch gemachte Strategiespiel sorgt mit seiner authentischen Art für ein tolles Feeling. Wer die Serie kennt, wird sich gleich in der Narcos-Welt wohlfühlen. Die einfache Steuerung sorgt zwar kaum für Hindernisse, doch die bald schon repetitive Weise wird dem einen oder anderen Spieler schnell den Spass wegnehmen. Es ist zwar toll, auch die Gegenseite (namentlich das Kartell) steuern zu können, doch für eine gute Abwechslung reicht dies leider nicht. Trotzdem macht Narcos: Rise of the Cartels einiges richtig und bringt uns mal wieder ein rundenbasiertes Taktikgame, welches auch auf der Konsole ganz gut funktioniert.

Jetzt bist du aber dran!
Jetzt bist du aber dran!

Bereits das Hauptmenü mit der bekannten Titelmelodie als auch die ersten bewegten Bilder lassen die Herzen der Fans höher schlagen. Es wurden viele Details der Serie ins Game integriert, und auch die bekannten Charaktere haben den Weg ins Spiel gefunden. Obwohl Narcos: Rise of the Cartels grafisch keine Granate ist, werden viele Szenen bekannt vorkommen. Zwar hält sich das Spiel nicht durchgängig an die Geschichte der Serie, doch der Kampf zwischen der DEA und dem Kartell ist und bleibt auch im Game der Hauptfokus.

Wer die Netflix-Serie bisher nicht gesehen hat, wird kaum Schwierigkeiten haben, in das Spiel einzusteigen, auch wenn die Handlung nicht ganz so genau erklärt wird. Schlussendlich kämpfen zwei Seiten in diesem Taktikspiel gegeneinander, bei dem man nach dem ersten Kapitel sich auch dem Kartell anschliessen kann. Dadurch «zeigt» das Game den blutigen Kampf in den Strassen von Medellin von beiden Seiten, wenn auch etwas eingeschränkt. So wurden zum Beispiel die echten Namen der Drogenbosse komplett weggelassen - oder mussten weggelassen werden.

Wirrwarr in Kolumbien
Wirrwarr in Kolumbien

Während die meisten Titel dieses Genres nach wie vor am besten mit Tastatur und Maus funktionieren, haben es die Macher hinter Narcos: Rise of the Cartels sehr gut hingekriegt, die verschiedenen Aktionen auch mit dem Controller zu steuern. Jede Runde besteht im Prinzip aus einem Angriff und einer Bewegung, wobei man bei jeder Runde einen seiner fünf Charaktere auswählen kann. Ganz einfach ist der Einstieg dann auch nicht, vor allem weil der Gegner sehr gut reagiert und auch agiert. Ein bisschen Übung ist defintiv gefragt.

Mit abgeschlossenen Missionen verdient man Geld, das man für diverse Dinge verwenden kann. Entweder es werden verwundete Teammitglieder geheilt, verstorbene Kollegen ersetzt oder man kauft sich in neue Missionen ein. Dadurch erhält das Game auch neben dem eigentlichen Schauplatz gewissen Strategie-Charakter, da man sein Geld klug und bewusst einsetzen muss. Im schlimmsten Fall startet man eine Mission mit weniger Kämpfern, was es aber je länger desto schwieriger (ja fast unmöglich) macht, eine Aufgabe zu erledigen.

Eigentlich schön hier
Eigentlich schön hier

Auch wenn es verschiedene Arten von Missionen gibt, wirkt das Ganze nach ein paar gespielten Stunden sehr repetitiv. Unabhängig davon, auf welcher Seite man kämpft, bleibt das Schema mit dem Erfüllen von Haupt- und Nebenmissionen ähnlich. Hier hätte man sehr gerne noch etwas mehr Abwechslung und einen stetigen Ausbau im Verlauf des Spiels gesehen. Alles in allem sorgt Narcos: Rise of the Cartels aber für ein paar knifflige Stunden Spielspass mit einem Genre welches auf Konsolen leider viel zu wenig vorkommt.

/ daw