Metro Exodus (2019)

Metro Exodus (2019)

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PS4-Review: Eine historische Zugfahrt durch Russland

Ein Hoch auf die russische Ingenieurskunst.
Ein Hoch auf die russische Ingenieurskunst.

Obwohl Metro Exodus die Fortsetzung von Metro: Last Light darstellt, ist diesmal alles anders. Artyom hat desillusioniert von den Umständen in der Metro beschlossen, den Spartaner-Orden zu verlassen. Von da an begibt er sich, häufig begleitet von seiner Frau Anna, auf Ausflüge ausserhalb der Metro. Er scheint geradezu besessen zu sein von der Vorstellung, irgendwo draussen in Moskau weitere Überlebende und eine neue Zivilisation zu entdecken. Auf einem ihrer Erkundungstouren beobachten Artyom und Anna tatsächlich einen fahrenden Zug. Dabei geraten sie zwar in Gefangenschaft, finden aber heraus, dass sie in der Metro die ganze Zeit in einer Lüge gelebt haben.

Metro Exodus bietet pure Action, Adventure und eine gute Portion Horror. Der gelungene Mix zwischen Open World und linearen Levels sorgt für abwechslungsreiche Missionen. Die unterschiedlichen Gebiete laden zum Entdecken ein. Wirkliche Schwächen sind einzig im audiovisuellen Bereich auszumachen. Weshalb Artyom als Protagonist in den Dialogen keine Stimme erhalten hat, bleibt ein Rätsel. Genauso würde eine detailliertere Mimik der Hauptfiguren viel zur Stimmung beitragen. Vielleicht dann beim nächsten Mal.

Artyoms Reise führt ihn und seine Begleiter in einer alten Zugkomposition namens Aurora von Moskau bis nach Nowosibirsk. Der Spartaner-Trupp deckt auf dem Weg verschiedene Geheimnisse auf, wie sich die Welt nach dem Atombombenschlag ausserhalb der Metro entwickelt hat. Dabei machen sie die eine oder andere schockierende Entdeckung. Die Story hat grundsätzlich ein gutes Erzähltempo, das der Spieler durch Absolvieren von Nebenmissionen frei reduzieren kann. Die Story ist sehr gut eingebettet in die sich wechselnden Jahreszeiten sowie in die je nach Region unterschiedliche Umgebung. Beispielsweise geht ausgerechnet in der Wüste das Heizwasser für den Dampfkessel der Aurora aus.

Romantischer Sonnenuntergang in der Postapokalypse
Romantischer Sonnenuntergang in der Postapokalypse

Metro Exodus meistert den Übergang in ein Open-World-Game vorzüglich. Die weitläufigen Gebiete laden zum Erkunden und Plündern der zurückgelassenen Güter ein. Der Ressourcenmangel ist dabei ein ständiger Begleiter, genauso wie die plötzlich auftauchenden feindseligen Kreaturen. Reduziert sich das Geschehen in der Hauptmission auf lineare Abschnitte, bleiben das Spieltempo und der Adrenalinpegel stets hoch. Die wenigen Nebenmissionen sind freiwilliger Natur. Trotzdem können sie bei der Beschaffung von Ressourcen ganz hilfreich sein. Jedoch ist es nicht möglich, ausgelassene Nebenmissionen zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen. Ein Highlight von Metro Exodus ist erneut das umfangreiche Waffenarsenal. Zudem sind die verschiedenen Schusswaffen modifizierbar und bieten eine schlagkräftige Abwehr der verschiedenen menschlichen oder andersartigen Gegner.

Ich habe Hunger!
Ich habe Hunger!

Der grösste Makel an Metro Exodus ist der in Dialogen verstummte Artyom. Zwar hat er während der Ladezeiten eine Erzählerstimme. In Unterhaltungen bleibt er aber wortlos, was zu seltsamen Situationen führt. Apropos Ladezeiten: Diese sind eher lange, was insbesondere angesichts der schnellen Alarmauslösungen und des raschen Todes nach wenigen gezielten Treffern störend ist. Ebenso fühlt sich die Steuerung hölzern an. Artyom bleibt hin und wieder an Gegenständen hängen oder stürzt ungewollt von einem Gerüst in die Tiefe. Dafür kann Metro Exodus mit vielen liebevollen Details überzeugen. Verlassene Gebäude zeugen noch immer von dem Leben vor dem grossen Atomkrieg und lassen Erinnerungen an eine unbekümmerte Zeit aufkommen.

/ gto

Trailer: Announcement Englisch, 04:58