Concrete Genie (2019)

Concrete Genie (2019)

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PS4-Review: Von Pinseln und Dschinns

Aller Anfang ist grau.
Aller Anfang ist grau.

Nach einer Katastrophe ist für Ash das idyllische Leben in Denska schlagartig vorbei. Zudem wird Ash von einigen bösen Kindern aus der Nachbarschaft geplagt und gemobbt. Trost findet er nur noch in seinem Notizbuch und seinen Zeichnungen. Als eines Tages eher durch Zufall seine Schöpfungen zum Leben erwachen, bekommt er endlich die Chance, wieder Farben und Fröhlichkeit in seine Welt zurückzubringen. Natürlich ist dies nicht ganz so einfach wie erwartet.

Concrete Genie, dessen Entwicklung bereits 2015 begann, hat nun den Weg ins Regal beziehungsweise in den PSN Store gefunden. Das Action-Adventure-Spiel, das auf die die positive Kraft von schöpferischen Tätigkeiten fokussiert, erzählt die Geschichte vom äusserst kreativen Ash und sein Leben im trostlosen Fischerdorf Denska.

Ungeachtet des bescheidenen Umfanges, der kleineren Schwächen im Design oder der nicht immer perfekten (Controller-)Steuerung hinterlässt Concrete Genie einen bleibenden positiven Eindruck. Die liebevolle Geschichte, die guten Charaktere sowie das spassige und überaus kreative Spielprinzip sorgen zusammen mit der stimmigen Präsentation, der gelungenen Grafik und der überzeugenden Vertonung für gute Unterhaltung. Concrete Genie ist der erste Titel seit LittleBigPlanet, der mit seiner einzigartigen Art das Herz berührt und für eine echte Überraschung sorgt. Das Warten hat sich auf jeden Fall gelohnt!

«Lass uns ein paar Körbe werfen!»
«Lass uns ein paar Körbe werfen!»

Concrete Genie beweist ganz eindrücklich, dass weniger manchmal mehr ist. Bereits während dem Intro lernt man, mit Ash und seinen Plagen zu sympathisieren und zwar dermassen überzeugend, dass man sich mit dem jungen Künstler gemeinsam freut, als das erste Wesen zum Leben erweckt wird. Die Geschichte wird von diesem Punkt an mit gutem Tempo vorangetrieben und wartet noch mit der einen oder anderen Überraschung auf. Dabei erfährt man, wie sein Heimatdorf Denska vor der Katastrophe war, was dann passiert ist und welche Folgen das hatte. Ashs Peiniger werden ebenfalls nach und nach porträtiert und ihre Beweggründe und Motivationen erklärt. Auf diese Weise werden sowohl Welt als auch Charaktere glaubwürdig vorgestellt, womit man noch besser in das Geschehen eintauchen kann.

Für was braucht man Papier, wenn man Wände hat?
Für was braucht man Papier, wenn man Wände hat?

Natürlich hilft es auch, dass Concrete Genie eine überaus tolle Grafik, gute Sprecher und unterhaltsame Musik auftischt. Das Dorf, die Figuren und die «Monster» wurden mit viel Liebe zum Detail umgesetzt und der Wechsel weg von den grauen, traurigen Tönen hin zu den bunten animierten Bilder von Ashs Zeichnung ist optisch wie spielerisch überaus gelungen inszeniert. Beim Malen lässt die Steuerung zwar manchmal zu Wünschen übrig (vor allem mit Controller), dies ist jedoch in Anbetracht des restlichen technischen Pakets durchaus zu verschmerzen. Alternativ lässt sich das Spiel auch mit der Move-Steuerung spielen, womit das Zeichnen zwar besser geht, dafür aber die restlichen Aspekte (vor allem die Erkundung) etwas schwieriger ausfallen lässt.

«So spannend, erzählt das nochmal!»
«So spannend, erzählt das nochmal!»

Das Spielprinzip, bei dem Ash mit Hilfe von Bildern wieder Licht in den rauhen Alltag bringen muss, mag simpel klingen, macht deswegen aber nicht weniger Spass. Überall warten zudem versteckte Seiten, welche neue Zeichnungen oder neue visuelle Elemente für die drei unterschiedlichen Dschinns (Elektrizität, Luft, Kraft) freischalten. Ausserdem gibt es unzählige Wände, welche individuell gestaltet werden wollen sowie andere Besonderheiten, welche das Spiel auflockern (z. B. mit den Dschinns am Lagerfeuer zu sitzen und mit ihnen Ball zu spielen). Insgesamt weiss die Mischung aus Kreativität und Erkundung extrem gut zu gefallen, auch weil die Gebiete überschaubar, abwechslungsreich und interessant sind.

«I believe I can fly!»
«I believe I can fly!»

Leider ist die Spieldauer trotz langer Entwicklungszeit eher zu kurz geraten und nach wenigen Stunden bereits vorbei, auch wenn man an diesem Punkt noch alle Sammelobjekte und Geheimnisse entdecken möchte. Der freie Malmodus ist zwar ganz nett, dennoch hätte man sich schon etwas mehr Umfang gewünscht. Nichtsdestotrotz ist das finale Resultat durchaus ansehnlich und überaus gelungen.

/ pan

Trailer: E3 2018 Englisch, 03:01