Two Point Hospital (2018)

Two Point Hospital (2018)

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Xbox One-Review: Bitte Controller regelmässig desinfizieren!

Hoppla, falscher Schalter ...
Hoppla, falscher Schalter ... © Entwickler / Publisher

Das idyllische Two Point County sieht so weit so gut aus. Allerdings gibt es einen grossen Haken: Es fehlen Krankenhäuser! Als Top-Spital-Manager hat man nun die Aufgabe, die hübsche Ecke mit modernen und effizienten Anstalten vor gefährlichen Viren und ansteckenden psychischen Störungen zu schützen. Doch nicht jedes Personal ist geeignet und das Budget auch nur begrenzt. Zudem haben die Patienten aus den umliegenden Gegenden hohe Ansprüche und wollen nicht nur in funktionalen, sondern auch schönen Spitälern behandelt werden. Eine grosse Herausforderung.

Es ist erstaunlich, wie gut es Two Point Hospital schafft, den Spagat zwischen Simulation und witziger Comic-Landschaft zu machen. Während man im Spiel nicht mit richtigen Krankheiten konfrontiert wird, sind es dafür viele Details eines echten Krankenhauses welche es zu beachten gilt; von der Hygiene über Weiterbildungen bis zu den Geräte-Wartungen gehört alles dazu. Genau solche Aspekte machen dieses Game zu einer tollen Herausforderung und die lustigen Animationen sorgen für wiederkehrendes Grinsen. Leider entpuppt sich die etwas schwache Einführung und die Steuerung auf der Konsole als nicht sonderlich gut. Hie und da muss es zügig voran gehen und dann verliert man doch schnell mal den Überblick. Dennoch macht Two Point Hospital definitiv Spass und mitunter auch ein wenig süchtig. In Zeiten des Coronavirus bringt dieses Spiel mit seinem Inhalt gleich die perfekte Ablenkung.

Ein Zirkus im Krankenhaus?
Ein Zirkus im Krankenhaus? © Entwickler / Publisher

Simulationen in der Spielewelt gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Der Konkurrenzkampf ist gross und die Verkäufe können sich mehr als sehen lassen - gerade im PC-Bereich. Wohl aus diesem Grund hat sich das Entwicklerstudio Two Point Studios vorgenommen, eine Simulation mit entsprechender Comic-Animation zu verbinden und diese nach zwei Jahren vom Computer auf die Konsole zu portieren. Siehe da: Das funktioniert ausserordentlich gut.

Der Einstieg wirkt auf den ersten Blick ganz einfach: Man hat ein Gebäude, welches man mit einer Aufnahme, Patientenzimmer und Apotheke bestücken muss. Den Dreh wie man solche Zimmer auf der Fläche zeichnet, hat man schnell raus. Dann kommt noch das entsprechende Personal dazu, welches natürlich am richtigen Ort arbeiten muss. Zu guter Letzt platziert man da und dort noch ein Poster, eine Pflanze oder ein Desinfikationsgerät um die Patienten bei Laune zu halten. Fertig ist der erste Teil des Spitals!

Und jetzt bitte schööööön still halten!
Und jetzt bitte schööööön still halten! © Entwickler / Publisher

Leider entpuppt sich aber diese Einführung spätestens beim zweiten Krankenhaus als etwas mangelhaft. Da wären beispielsweise die Finanzen, welche man sehr gut im Auge behalten muss. Dass man einen Kredit aufnehmen kann, wird nur nebenbei erwähnt. Auch eine schöne Übersicht über das aktuelle Personal mit entsprechendem Filter fehlt. Zwar ist eine solche Anzeige vorhanden, doch um dorthinzukommen, muss man mit dem Controller zu viele Interaktionen ausführen. Das bringt uns zum zweiten negativen Punkt: die Steuerung.

Nicht selten muss es im Spital schnell gehen; eine plötzliche Epidemie oder eine Inspektion kann auf dem Weg sein. Da braucht es dann sehr schnell die richtigen Leute oder die richtigen Einrichtungen. Hier wäre man mit Maus und Tastatur bestimmt viel effizienter als mit dem Controller. Es ist nicht unmöglich die Aufgaben zu erledigen, aber teilweise doch etwas (zu) umständlich. Zum guten Glück kann man die Zeit verlangsamen oder für Überlegungen auch stoppen. Wer schnell vorwärts kommen will, kann die Zeit auch beschleunigen. Alles in allem wird man am PC aber sicherlich das bessere Erlebnis kriegen als auf der Konsole.

Hier sind doch alle verrückt!
Hier sind doch alle verrückt! © Entwickler / Publisher

Optisch ist Two Point Hospital sehr gelungen. Hübsche Designs, viel Farbe und jede Menge Details lassen diese Simulation sehr gut aussehen. Für die Ohren gibt es etliche Musikstücke, welche man im Menü nach seinem Gusto auswählen kann. Aber ganz ehrlich, irgendwie klingen nach ein paar Stunden alle Soundwiedergaben gleich. Zum Glück sind da noch die witzigen Effekte, welche das spassige und fast schon süchtig machende Gesamtpaket positiv abrunden.

/ daw