Spider-Man (2018)

Spider-Man (2018)

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PS4-Review: «Spider-Man: Arkham Asylum»

Thwip!
Thwip! © Entwickler / Publisher

Peter Parker schwingt seit acht Jahren als Spider-Man durch Manhattan. Seine Beziehung mit MJ ging zu Bruch und seine Wohnung kann er auch nicht mehr finanzieren. Neben seiner Superhelderei arbeitet er für Dr. Otto Octavius in dessen Labor, doch da verdient er nicht annähernd genug, um sich in Manhattan eine Wohnung leisten zu können. Tante May ist quasi Pfarrerin Sieber von New York und hilft Obdachlosen in einer Notschlafstelle.

Für Spider-Man gibt's nicht extrem viel zu tun. Er hat soeben den Kingpin Wilson Fisk hinter Gitter gebracht, wo sich seine grössten Erzfeinde bereits befinden. Doch aus dem Nichts erscheinen in New York seltsame Gestalten in Masken, die übernatürliche Kräfte zu besitzen scheinen. Als sie einen Anschlag auf eine Wahlveranstaltung von Mayor Norman Osborne verüben, merkt auch der friendly Neighborhood Spider-Man, dass mit diesen Schurken nicht zu spassen ist.

Spider-Man lebt in erster Linie von seiner Schwing-Mechanik, welche unheimlich viel Spass macht. Ausserdem ist das visuelle Design gelungen. Schade, hat sich Insomniac viele Aspekte des Gamedesigns bei den Arkham-Games abgeschaut und die offene Welt praktisch komplett leer gelassen. Die Geschichte ist gut gespielt und bietet einige coole Schurken, endet aber etwas gar abrupt und die genannten Schurken werden in mässig spannenden Bosskämpfen verschwendet. Das Fundament für ein Franchise wurde hier trotz allem erfolgreich gelegt.

Schnauze!
Schnauze! © Entwickler / Publisher

Lange haben Fans des Webslingers auf ein richtig gutes Spiel ihres Helden gewartet. Ist es Spider-Man nun geworden? Jein. Das Spiel wurde von Insomniac entwickelt, dem Studio hinter dem tollen Sunset Overdrive. Da hat es bereits bewiesen, dass es dynamische Fortbewegung als Spielmechanik beherrscht.

Und das ist auch mit Abstand das Beste an Spider-Man: Das Schwingen macht unfassbar viel Spass. Zwar werden einem zu Beginn gleich eine Schwetti Steuerungsinfos entgegengeworfen, doch nach kurzer Eingewöhnungszeit schwingt man durch Manhattan, als hätte man noch nie was anderes gemacht. Es ist furchtbar einfach gehalten, und man tut gut daran, dass man als erfahrener Spidey nicht gegen jede zweite Fassade klatscht. Toll!

Das Lasern der Augen hat wohl nicht so gut geklappt
Das Lasern der Augen hat wohl nicht so gut geklappt © Entwickler / Publisher

Das Voice-Acting ist ebenfalls gelungen. Yuri Lowenthal spricht Spider-Man absolut hervorragend. Ausserdem sieht das Game auf der PlayStation 4 Pro stark aus. Bei Tag wirkt New York etwas flach - farblich, nicht topografisch -, doch bei Nacht und tiefstehender Sonne sieht's richtig gut aus. Für Spider-Man gibt's gut zwei Dutzend Kostüme zu freispielen, und sowohl diese als auch die Designs der Schurken, die im späteren Spielverlauf zu sehen sind, sind wahnsinnig cool designt.

Wenn wir schon bei den Schurken und Bosskämpfen sind: Die Bosse sind maximal durchschnittlich. Einfallsloses Drei-Stufen-Design überwiegt und wirkt veraltet. Das gilt für einen Grossteil des Gamedesigns. Die offene Welt hat rein gar nichts Spannendes zu bieten. Ausser Sammelgegenständen, Fetchquests und wellenbasierten Gegner-Basen gibt's nichts zu sehen. Schade, wie verstaubt das Ganze daherkommt. Und dass sich das Game von den Batman-Arkham-Spielen inspirieren lassen hat, ist fair. Aber zu welchem Grad hier abgekupfert wurde, ist fast schon frech.

Nicht ganz so elegant wie Chuck Norris
Nicht ganz so elegant wie Chuck Norris © Entwickler / Publisher

Das Kampfsystem ist identisch, nur weniger präzise und weniger intuitiv. Die Encounters mit versuchtem Stealth sind zwar witzig, aber genauso kopiert. Während Stealth bei Batman Sinn macht, ist das bei einem kunterbunten Sprücheklopfer wie Spider-Man nicht ganz so stimmig. Selbst die Scarecrow-Abschnitte wurden übernommen, aber hier Scorpion zugewiesen (und wieso nicht Mysterio?). Was Arkham Knight von 2015, drei Jahre zuvor, viel besser machte, war die offene Welt. Die Welt schien belebt, man konnte immer wieder einem Schurken über den Weg laufen. Das New York von Spider-Man sieht zwar hübsch aus, ist aber leblos und vor allem komplett stilfrei.

Spider-Man ist aber bestimmt kein schlechtes Spiel. Das «Spider-Man-Sein» macht enorm Spass, und die Geschichte ist auch ganz okay. Doch an der offenen Welt und am Kampfsystem muss Insomniac noch arbeiten. Teaser und Hinweise für einen Nachfolger wurden genügend gestreut. Kompetent, unterhaltsam und schnell wieder weg.

/ nna

Kommentare Total: 2

nna

PS4-Review: «Spider-Man: Arkham Asylum»

th

macht trotz einigen repetitiven elementen (v.a. die "Collectibles"-missionen) spass, vorallem dank der ausgezeichneten schwing-mechanik. selten in einem spiel mit "fast travel" diesen so wenig benutzt...

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