Soul Calibur VI (2018)

Soul Calibur VI (2018)

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PS4-Review: Ein Mythos kehrt zurück

Soul Calibur schlägt zurück.
Soul Calibur schlägt zurück.

Die Geschichte über das Dämonenschwert «Soul Edge» und dessen Gegenpol «Soul Calibur» fand ihren Anfang im Jahr 1995. Danach folgten in regelmässigen Abständen neue Ableger des waffenbasierten Prügelspiels, zumindest bis 2012. Nach dem eher durchwachsenen Soul Calibur V wurde die Suche nach den beiden «Soul Swords» erstmal auf Eis gelegt. Nach sechs langen Jahren Abwesenheit entfacht nun Bandai Namco den Kampf erneut und verspricht einiges dabei.

Unter dem Motto «Zurück zu den Wurzeln» kreuzen alte Bekannte und neue Kontrahenten ihre Klingen auf der Suche nach den mächtigen Schwertern. Mit zwei Story-Modi für Einzelspieler und natürlich diversen Modi für Mehrspieler werden die Qualen der Parallelwelt im 16. Jahrhundert aufs Neue erzählt. Findet das traditionsreiche Prügelspiel mit dieser Neuauflage zur alten Stärke zurück?

Bei Soul Calibur VI wird durch die langweilige Präsentation und Erzählweise einiges an Potenzial verschenkt, ungeachtet dessen ist das finale Produkt ein überaus gelungenes Prügelspiel, bei dem einiges für Einzel- und Mehrspieler geboten wird. Der Hauptmodus «Die Waage der Seelen» ist erfrischend, unterhaltsam und motivierend und dient zudem als perfekte Ausgangslage für die abwechslungsreichen und spassigen Kämpfe. Das Rad wird letztendlich zwar nicht neu erfunden, gut unterhalten wird man trotzdem.

Story

Sprich zu der Hand!
Sprich zu der Hand!

Die Story an sich ist sehr einfach gestrickt: Die einen suchen Soul Edge, die anderen den Soul Calibur und dazwischen gibt es jede Menge Drama, Verrat und Kämpfe. Im ersten Modus «Waage der Seelen» kann man die Geschichte mit einem eigenen Charakter tatkräftig mitgestalten, während man im linearen Modus Seelen-Chronik die Story aus der Perspektive der einzelnen Figuren erlebt und so neue Einblicke bekommt.

Obwohl beide durchaus gute Ansätze haben, wobei die erste Variante mit Weltkarte, Missionen und aktiven Mitgestaltungsmöglichkeiten besser gefällt, fällt die erzählerische Präsentation überaus mager aus. In beiden Varianten wird die Erzählung lediglich mit Standbildern und sehr, sehr, sehr vielen redundanten und zähen Dialogen in Textform vorangetrieben. Natürlich ist die Geschichte bei Prügelspielen nur Mittel zum Zweck, trotzdem gibt es genügend Beispiele - auch aus dem Hause Bandai Namco -, die beweisen, dass sich dies deutlich besser lösen lässt.

Gameplay

Der Hauptmodus rund um die eigene Figur hat es in sich. Nebst guten Beilagen wie zum Beispiel der Erkundung oder dem Einsatz von Nahrungsmitteln überzeugt die statische Weltkarte, welche als Open-World-Hub fungiert. Von dort aus kann man Missionen absolvieren, neue Gebiete entdecken, das Tutorial spielen oder die Mechaniken jeder einzelnen Waffe vertiefen. Besonders entgegen kommt hier die Wahl, dass man den eigenen Charakter nicht nur mit neuen Waffen oder Kleidern versehen kann, sondern sich auch Rasse, Geschlecht und Körperbau jederzeit ändern lassen.

Zu kalt für Bikini?
Zu kalt für Bikini?

Die Kämpfe selbst sorgen dafür, dass dem Spieler das Wasser im Mund zusammenläuft. Das ist der Tatsache zu verdanken, dass die Action überaus ästhetisch ist, spielerisch enorm Spass macht und einiges an Abwechslung bietet. Dadurch, dass die Lernkurve nicht sonderlich steil ist, ist Soul Calibur VI leicht zu erlernen. Man darf sich aber nicht täuschen lassen, denn obwohl es einsteigerfreundlich ist, bietet das Spiel sehr viel Tiefgang.

Die Charaktere, Stile und Waffen unterscheiden sich allesamt, sodass man doch einiges an Zeit und Geschick investieren muss, um alle Nuancen zu verstehen und gekonnt einzusetzen. Leider stimmt es aber auch, dass das Spiel einige Ecken und Kanten hat, wobei besonders die Balance nicht immer optimal ist. Das kann hin und wieder für Frust sorgen, sofern nicht schon ein Patch in Arbeit ist, um diese Aspekte aus der Welt zu schaffen.

Mehrspieler

Für die heutige Zeit wird erstaunlich viel für Einzelspieler geboten, natürlich fällt der Multiplayer deswegen nicht weniger umfangreich aus. Nebst dem lokalen Kampfmodus warten auch Ranglisten- und Gelegenheitskämpfe im Netz.

Gespielt wird in Räumen, die nach Niveau und Ausgangslage unterteilt sind. Diese Lösung ist gut, da beispielsweise ein Best-of-5 diverse Kämpfe nacheinander bietet und zudem so für Fairness sorgt. Ranglisten nach Region oder Stil sorgen für zusätzlichen Anreiz, womit also für alle etwas geboten wird.

Technik

Stabhochsprung geht anders.
Stabhochsprung geht anders.

Die Unreal Engine 4 kann sich sehen lassen. Die Modelle und Animationen sind auf sehr hohem Niveau, genauso die Effekte und die Geräuschkulisse. Die Steuerung und Kamera sind ebenfalls sehr gut, sodass man die Action in vollen Zügen geniessen kann. Schade nur, dass die Ladezeiten schon mal lang sein können und die Präsentation, insbesondere von der Geschichte, so altbacken und langweilig umgesetzt wurde.

/ pan