Skater XL (2018)

Skater XL (2018)

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Xbox One-Review: Die Skate-Simulation von Skatern für Skater

Grinden in Skater XL ist schwieriger, als es aussieht!
Grinden in Skater XL ist schwieriger, als es aussieht! © Easy Day Studios

Skater XL ist eine Skateboarding-Simulation, in welcher du die beiden Füsse deines Charakters mit den Analog-Sticks des Controllers kontrollierst. Der Fokus des Spiels ist komplett auf die Sportart ausgelegt. Eine Kampagne oder Ziele gibt es dabei nicht. Du kannst entweder deinen eigenen Skater oder deine Skaterin erstellen, oder einen der wenigen verfügbaren Skate-Profis auswählen.

Anders als bei anderen Skateboard-Games wie dem kürzlich veröffentlichten Tony Hawk's Pro Skater Remake, gibt es keine vordefinierten Tricks. Du steuerst alles über die beiden Sticks, wie du das im echten Leben mit deinen Füssen und Beinen tun würdest. Geskatet wird auf einer von rund zehn verfügbaren Maps. Wenn dir das zu langweilig wird, kannst du tausende neue Maps aus der Community entdecken und herunterladen. Wer weiss, vielleicht findest du dort ja deinen neuen Lieblingsspot?

Skater XL versucht mit seiner Steuerung eine gewisse Authentizität an den Tag zu legen, was aber nur begrenzt gelingt. Die Analog-Sticks haben sich längst zu stark als Richtungssteuerung etabliert. Eine Umgewöhnung, seinen Charakter via die Trigger zu lenken, wirkt unnatürlich. Im kurz gehaltenen Tutorial werden leider nur die Basics erklärt. Das widerspiegelt zwar das Erlebnis, wenn man im echten Leben zum ersten Mal auf einem Brett steht, hilft einem aber im Game nur begrenzt weiter. Dies erschwert den Einstieg ungemein. Aufgrund des knappen Inhalts in jeglichen Bereichen des Spiels (Grafik, Maps, Charaktere oder auch die gänzlich nicht vorhandene Kampagne) merkt man sofort, dass der Fokus klar auf dem Skating an sich liegt. Wer eine perfekte Line stehen will, muss wie jeder Skater hart dafür arbeiten.

«Hast du deinen Lieblingsspot bereits gefunden?»
«Hast du deinen Lieblingsspot bereits gefunden?» © Easy Day Studios

Falls du noch nie in deinem Leben auf einem Skateboard gestanden bist, weisst du spätestens nach dem Tutorial, dass man beim Skaten das Brett mit seinen Füssen kontrolliert. Je nach Position, Neigung und Bewegung deiner Füsse dreht sich das Brett beim Absprung anders. Das Tutorial ist zwar sehr kurz und rudimentär gehalten, zeigt dir aber jederzeit einen Controller auf dem Bildschirm an. Dadurch weisst du auch, was du genau machen musst, um einen bestimmten Trick zu landen. Dies dürfte für Spieler, bei welchen sich das Skaten auf Gaming begrenzt, enorm hilfreich sein.

Für Spieler, welche mit Tony Hawks Pro Skater aufgewachsen sind, ist die Steuerung dennoch sehr gewöhnungsbedürftig. Es gibt keine vordefinierten Knöpfe oder Kombinationen, um einen bestimmten Trick zu performen. Du musst also effektiv die Sticks so bewegen, wie du es mit deinen Füssen auf einem echten Skateboard tun würdest. Erfahrung auf einem physischen Skateboard sind also definitiv von Vorteil. Ausserhalb der Basics bist du auf dich allein gestellt. Niemand erklärt dir, wie du einen Grind stehst. Es liegt komplett an dir, das richtige Tempo, den Winkel und den Zeitpunkt des Absprungs zu finden. Das ist nicht unbedingt einfach und kann ganz schön frustrieren.

Die Fahrphysik und die Bewegungen deines virtuellen Skaters fühlen sich trotz der minderwertigen Grafik sehr realistisch an. Die Animationen beim Sturz hingegen ganz und gar nicht. Wenn du einen Trick versaust und hinfällst, fliegt dein Charakter wie ein zuckender Dummy durch die Luft. Glitches, bei denen du sogar durch Rails oder Curbs hindurch fliegst, sind leider keine Seltenheit. Ein echter Skater würde nach einem Sturz einfach wieder aufstehen, dein Skater in diesem Spiel tut dies leider nicht: Jedes Level hat einen vordefinierten Spawn-Punkt, zu welchem du nach jedem Sturz wieder zurückteleportiert wirst. Glücklicherweise hast du aber die Möglichkeit diesen Punkt an jede beliebige Stelle auf einer Map zu setzen. So kannst du schnell und einfach deinen Lieblingsspot skaten, bis du den Trick perfekt gestanden hast. Ganz wie im echten Leben.

Dank den zahlreichen Community Maps ist für jeden Geschmack etwas mit dabei.
Dank den zahlreichen Community Maps ist für jeden Geschmack etwas mit dabei. © Easy Day Studios

Die Indie-Grafik hat aber auch ihre Vorteile: Ladezeiten gibt es so gut wie nicht. Aber selbst wenn du einmal alle Maps durchprobiert hast, wirst du schnell feststellen, dass es ihnen an Leben fehlt. Ausser Tricks zu üben und auszuprobieren gibt es nichts zu machen oder zu erreichen. Es gibt weder Highscore-Punkte noch Objekte zu sammeln. Die Standard-Maps bieten nur wenig Abwechslung. Weil die Simulation auch Dinge wie die Sprunghöhe eines Skaters realistisch widerspiegelt, sind die meisten Maps auf Street Skating ausgelegt. Wenn du dir erst einmal die Steuerung und das Selbstvertrauen angeeignet hast, kannst du dir aber jederzeit eine tolle Map mit einer Halfpipe aus dem Community-Store herunterladen. Die starke Community hinter Skater XL sorgt für einen konstanten Zuwachs an kreativ gestalteten Maps und Mods. Dadurch wird der Spassfaktor von Easy Day Studios' Indie-Titel erheblich aufgewertet.

Martin Heusser [mhe]

Martin ist leidenschaftlicher 4K- und HDR-Enthusiast. Am liebsten zockt er auf der Xbox Games aus der «Far Cry»-Reihe oder sieht sich am Fernseher Serien aus dem Hause Showtime an. Seit 2020 schreibt er neben seinem Blog auch Game-Reviews als Freelancer für OutNow.

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