Silenced: The House (2018)

Silenced: The House (2018)

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PS5-Review: Einmal Blair Witch in schlecht, bitte!

«Ich will keine von euch wegen Mückenstichen jammern hören!»
«Ich will keine von euch wegen Mückenstichen jammern hören!» © Sometimes You

An ihrer Schule ist Grace ein Star. Um ihren Geburtstag gebührend zu feiern, wollen sie und ein paar ihrer hormongesteuerten Freunde eine Nacht in einem abgelegenen Spukhaus im Wald verbringen. Klingt absolut vernünftig. Wir erleben die Geschichte aus der Perspektive von Ashley, bei der schnell klar wird, dass sie gehörig einen an der Waffel hat. Kombiniert man das mit einem Spukhaus, einer Geisterbeschwörung und Feuer, sind Chaos und Tod vorprogrammiert.

Silenced: The House präsentiert sich als Visual Novel, heisst also, statt Gameplay liest man eine Geschichte, die mit statischen Hintergründen, Charakterporträts, Musik und ein paar Soundeffekten erzählt wird. Bei einer Handvoll Stellen können Spielerinnen und Spieler das Geschehen mit einer Entscheidung beeinflussen, was zu verschiedenen Enden führen kann - sofern man sich das Spiel überhaupt mehrmals antun will.

Silenced: The House lebt, wie bei Visual Novels üblich, vor allem von der Story. Die haut uns leider so gar nicht aus den Socken, denn sie ist holperig und wirr erzählt und stellt uns ein Figurenpersonal vor, dem wir nach wenigen Minuten schon den Tod wünschen. Die nervig repetitive Musik und die dürftige Präsentation begraben die Spannung - und den Spass - dann endgültig.

HELP wäre eher angebracht.
HELP wäre eher angebracht. © Sometimes You

Spass hatten wir mit diesem Game kaum. Die Präsentation kommt wenig atmosphärisch daher, die Story ist ein Klischee-Karussel und die sich immer wiederholenden Musikschnipsel nerven bereits nach wenigen Minuten. Auch mit den Figuren im Manga-Look wurden wir nicht warm. Während die Jungs als übercoole Boyband-Typen daherkommen, werden die weiblichen Figuren alle übersexualisiert in knappen Outfits mit viel Haut präsentiert. Nun, wem's gefällt …

Der Look des ganzen Spiels ist in Sepia-Töne gehalten. Einige der Hintergründe sind zwar nett gestaltet, insgesamt aber unspektakulär und wenig innovativ - zumal sie nicht zum Manga-Look der Charaktere passen. Über die Steuerung kann nichts gesagt werden, da man sich nur durch Textblöcke klickt - wie fürs Genre üblich. Ein nettes Feature ist dagegen, dass man ganze Textpassagen bis zur nächsten Entscheidung vorspulen kann - fast, als wüssten die Macher, dass die Gespräche der Figuren kaum was hergeben.

Wer sich den kurzen Trip - viel länger als zwei Stunden hat man nämlich nicht - in den Wald gönnen will, sollte des Englischen oder Russischen mächtig sein. Deutsche Texte sucht man nämlich vergebens. Auch eine Sprachausgabe gibt es keine. Die ersten Gespräche des Spiels drehen sich im Übrigen auch nur um das Eine, sodass man sich als Spieler bald fragt, ob man im richtigen Genre gelandet sei.

Chris Bucher [chb]

Chris ist ein Luzerner Filmemacher, Journalist und leidenschaftlicher Gamer. Er mag alles, was mit Horror zu tun hat. Seine Devise lautet: Je morbider, desto besser. Für OutNow schreibt er seit 2019 regelmässig Reviews. Er hat eine Schwäche für alte Dinosaurierfilme.

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