Shenmue 1 & 2 (2018)

Shenmue 1 & 2 (2018) PS4-Review

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Das sieht aber alt aus.

Das sieht aber alt aus.

Shenmue gehört zu jenen Spielen, von denen alle schon mal gehört, die aber nur wenige wirklich gespielt haben. Obwohl das Projekt seinerzeit die teuerste Videospielproduktion überhaupt war und von der Kritik gefeiert wurde, hielt sich der Erfolg in Grenzen. Natürlich war es nicht förderlich, dass die beiden Spiele dazumal nur für Segas Dreamcast erschienen. Das ändert sich aber jetzt: Nachdem die Finanzierung vom dritten Teil sichergestellt wurde, ist nun eine HD-Neuauflage erschienen.

Erzählt wird dabei die Geschichte von Ryo Hazuki, der machtlos mitansehen muss, wie sein Vater in seinem eigenen Dojo getötet wird. Von da an setzt legt der Jungspund ins Zeug, um erst an Informationen über den mysteriösen Angreifer und seine Leibwächter zu kommen, damit er Rache nehmen kann. Dabei tappt er in ein weitaus umfangreicheres und mystischeres Abenteuer als zuerst angenommen, das ihn im zweiten Teil sogar nach Hongkong führen wird.


Rating: Sony PlayStation 4

Story

Yo, was geht ab Mann.

Yo, was geht ab Mann.

Ursprünglich hätte die Saga ganze 16 Kapitel umfassen sollen, von denen zwei im ersten und zwei im zweiten Ableger behandelt werden. Wie in aktuellen Spielen im Episoden-Format - zum Beispiel Telltale oder Life is Strange - setzt Shenmue II erzählerisch dort an, wo Shenmue I endete. Die Lebenssimulation ist genau richtig strukturiert, genauso wie die Rätsel und Begebenheiten das wahre Ausmass der Tragödie nur schrittweise aufdecken.

Alles in allem brilliert Ryos Reise mit einigen gekonnten Tempowechseln, vielen Emotionen, glaubwürdigen Charakteren und grossen Freiheiten und vermag so erzählerisch auch fast 20 Jahre nach der ersten Veröffentlichung zu überzeugen.

Gameplay

Bruce Lee lässt grüssen.

Bruce Lee lässt grüssen.

Verglichen mit modernen Spielen ist Shenmue ein ruhiges und langsames Abenteuer, bei dem die Action nicht gerade im Vordergrund steht. Es wird viel mehr gerannt und nur sehr wenig gekämpft, das ist jedoch nicht allzu schlimm, auch weil anders als die Geschichte und Figuren das Kampfsystem miserabel gealtert ist. Teil 1 gefällt in dieser Hinsicht leicht besser, während Teil 2 vor allem durch grössere Areale und mehr Tätigkeiten überzeugt.

Es macht enorm Spass, immer wieder zu entdecken, wo die Spielreihe überall als Vorreiter diente, denn viele Elemente, die heute zum Standard gehören - zum Beispiel Tagesabläufe und Zeit, lebensechte NPCs, QTE -, wurden hier erstmals lanciert. Diese Zeitreise ist für jeden Spieler empfehlenswert, obwohl die Wegfindung nicht immer einfach ist und die Nebenaufgaben nicht immer klar ersichtlich sind.

Technik

Jetzt heisst es Abschied nehmen.

Jetzt heisst es Abschied nehmen.

Beide Spiele haben zwar eine HD-Auflösung bekommen, das Spiel ist und bleibt jedoch eine Portierung und kein echtes Remake. Einige Aspekte wurden verbessert (freies Speichern) aber ansonsten ist das Spiel noch genauso wie zu Dreamcast-Zeiten. Dementsprechend ist die Grafik trotz HD nicht umwerfend schön oder besonders gelungen, wirklich stören tut es aber nicht.

Anders sieht es aus bei der Sprachausgabe, wo gewisse Sprecher die Ohren fast zum Bluten bringen, oder bei der hakeligen Steuerung und Laufmechanik. Diese können schon mal für Frust sorgen.


Fazit

Die Neuveröffentlichung von Shenmue ist nichts für Adrenalinjunkies, Grafikfetischisten oder ungeduldige Spieler allgemein. Wer jedoch eine gute Geschichte und tolle Charaktere zu würdigen weiss, bekommt eine Mischung aus Lebenssimulation, Abenteuer und Action geboten, die nicht nur aus historischen Gründen spielenswert ist. Sicher, beiden Spielen merkt man das Alter spielerisch und technisch an, das ändert aber nichts daran, dass Ryos Suche nach Rache unterhaltsam und gelungen ist. Nun ist aber an der Zeit für Shenmue 3, denn die Geschichte muss weitergehen!


OutNow.CH:

Bewertung: 5.0

 

31.12.2018 / pan

Community:

Bewertung: 5.0 (1 Bewertung)

 

 

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