RIDE 3 (2018)

RIDE 3 (2018) PS4-Review

Hier sollte mal wieder gemäht werden!

Hier sollte mal wieder gemäht werden!

Der Winter ist für alle Motorsport-Fans eine Qual. Das Wetter lässt selten eigene Ausfahrten zu und die Rennserien im TV machen ebenfalls Pause. Gut, wenn dann Milestone den Markt aufmischt und zumindest für virtuelle Rennaction sorgt.

RIDE 3 versucht eine Mischung zwischen Simulation und Arcade, eben Simcade, zu sein. Viele Stunden wurden investiert, um rund 200 Motorräder akribisch genau den Originalen nachzuempfinden und damit Motorradenthusiasten zum Schwärmen zu bringen. Ebenfalls beinhaltet das Spiel rund 30 verschiedene Rennstrecken, die zu unterschiedlichen Tageszeiten und Wetterbedingungen gefahren werden können. Doch bietet es auch genug Inhalt und abwechslungsreiche Wettbewerbe in dieser hübschen Verpackung?


Rating: Sony PlayStation 4

Der Letzte bezahlt die Rechnung!

Der Letzte bezahlt die Rechnung!

Sobald die Verpackung von RIDE 3 aufgerissen wird, sprich das Game einige Stunden angespielt worden ist, fällt auf, woran es fehlt: an Emotionen, Leidenschaft und Herzblut! Der Karrieremodus wird ähnlich wenig spektakulär wie bei Gran Turismo 6 als Auflistung von verschiedenen Events präsentiert. Es gilt dann möglichst viele Sterne durch Podiumsplatzierungen zu ergattern, um die nächste Rennstufe zu erreichen. Wer auf eine Siegerehrung hofft, wartet vergebens. Nach dem Rennen werden nüchtern die Erfahrungspunkte und die Credit-Gewinne abgerechnet, ehe es weiter geht. Nicht einmal ein Motorrad gibt's geschenkt.

Als Stärke zeigt sich deutlich der grosszügige Inhalt. Es stehen viele Wettbewerbe wie Zeit- oder Einzelrennen zur Verfügung. Und wer genügend Credits anspart, darf die Rennen auch mit seinem liebsten Motorrad in Angriff nehmen. Leider sind viele der neuen Motorräder nicht auf dem aktuellsten Stand und kommen nur in den Vorgängerversionen daher.

Heisser Ofen!

Heisser Ofen!

Weiter verzichtet Milestone leider auf den beliebten Splitscreen-Multiplayer-Modus. Es stehen private oder öffentliche Online-Sessions zur Auswahl, wobei erstere nur sehr wenige und letztere gar keine Einstellungs- oder Filtermöglichkeiten anbieten. Entsprechend läuft das Matchmaking sehr zufällig ab. Ein weiterer Kritikpunkt sind die fehlenden dezidierten Server, wodurch des Öfteren während eines Rennens die Verbindung abbricht und man sich wieder in der Lobby einfindet. Trotzdem stellt der Multiplayer im Vergleich zum Einzelspieler-Part eine willkommene Abwechslung dar.

Auf der technischen Ebene fällt zu Beginn vor allem die sehr lange Ladezeit auf, die selbst beim fünften Laden und dem Einsatz einer SSHD nicht kürzer wird. Während des Ladens bleibt zudem die Musik öfters hängen. Ein No-Go für das Jahr 2018. Grundsätzlich bietet RIDE 3 eine gute Fahrphysik, die das Verhalten von Fahrer und Maschine realistisch darstellt. Eine Vielzahl von Fahrhilfen erleichtert Anfängern den Einstieg. Wer lange Spass haben möchte und ein realistisches Fahrverhalten erleben will, sollte diese Hilfen jedoch ausschalten.

Hier kommt die Nummer 1!

Hier kommt die Nummer 1!

Ein weiterer negativer Aspekt ist der unausgeglichene und schwankende Schwierigkeitsgrad. Einzelne Rennen können nach wenigen Übungsrunden locker gewonnen werden. Das darauffolgende Rennen ist dann aber mit den zu Verfügung stehenden Motorrädern nicht zu gewinnen. Schade.


Fazit

Simcade zu sein heisst den Spagat zwischen Realismus und einfachem Spass zu bewerkstelligen. Milestone will mit RIDE 3 Motorradfahrern eine realistische Simulation bieten, aber den Einstieg in das Genre ohne hohe Hürden ermöglichen. Dies gelingt erstaunlich gut. Auch wenn die KI nicht immer über alle Zweifel erhaben ist und auffällig häufig an der Ideallinie klebt, vermittelt das Spiel ein realistisches Motorradfeeling. Dennoch kommt es mit ein paar krassen Mängeln daher, die das Gesamtbild schlussendlich doch ein wenig trüben.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.5

 

09.02.2019 / gto

Community:

Bewertung: 3.7 (2 Bewertungen)

 

 

» Deine Wertung?

Kommentare:

1 Kommentar