Jurassic World Evolution (2018)

Jurassic World Evolution (2018)

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Xbox One-Review: Angefressen vom Dino-Fieber

«Und hier sehen sie ein Dino-Fussball»
«Und hier sehen sie ein Dino-Fussball» © Entwickler / Publisher

Es sind bereits fast drei Jahrzehnte vergangen, seit Steven Spielberg die Dinosaurier in Jurassic Park auf den Kinoleinwänden zum Leben erweckt hat. Mit Jurassic World Evolution haben die Dino-Fans unter uns endlich wieder einmal ein Videospiel bekommen, welches den Titel «Jurassic World» würdigt. Bereits die ikonische Titelmusik beim Aufstarten des Spiels und die legendären Zitate einiger Charaktere aus den Filmen bei den Ladebildschirmen soll die Herzen der Jurassic-Park-Fans höherschlagen lassen.

Entwickler Frontier Developments hat mit diesem Game ein Strategie- und Aufbauspiel erschaffen, bei welchem die Spieler nicht nur ihre eigene Jurassic World aufbauen und verwalten können, sondern die Riesenechsen auch aus nächster Nähe in gestochen scharfer Grafik bestaunen dürfen. Ziel des Spiels ist es, den Besuchern den Park möglichst schmackhaft zu machen. Was bereits aus den Filmen bekannt ist, gilt auch für das Spiel: Die Natur und die Dinosaurier sind unberechenbar. So gehört es auch zur Aufgabe der Spieler, ausgebrochene Dinosaurier mit einem Helikopter und einem Betäubungsgewehr wieder einzufangen oder kranken Dinosauriern einen Besuch mit dem Jeep in Ihrem Gehege abzustatten. Hereinspaziert der Park ist geöffnet!

Die Entwickler haben sich Mühe gegeben, mit Jurassic World Evolution ein spannendes und abwechslungsreiches Erlebnis zu gestalten. Es bietet eine Menge Spass - sowohl für eingefleischte Fans wie auch für Neulinge. Man lernt schnell, wie der Hase läuft. Oder in diesem Fall wie die Ziege von einem hungrigen T-Rex davonläuft. Trotz vorgegebener Missionen lässt das Spiel genügend Freiraum für Experimente ohne Zeitdruck.

Wilkommen in Jurassic World!
Wilkommen in Jurassic World! © Entwickler / Publisher

Das Abenteuer startet auf der Insel Matanceros, einer der umliegenden Inseln von Isla Sorna und Isla Nublar. Bereits im Tutorial wird der erste Dinosaurier ausgebrütet. Streift der Struthiomimus erst einmal in seinem Gehege umher, wird man mit der Hammond-Stiftung und deren drei Abteilungen Sicherheit, Unterhaltung und Wissenschaft vertraut gemacht. Alle Abteilungen bieten Aufträge und Missionen an, welche die Spieler im Spiel voranbringen. Zusätzlich erhält man für jeden abgeschlossenen Auftrag eine monetäre Belohnung, welche in den Bau von neuen Gebäuden oder in die Ausbrütung neuer Dinosaurier investiert wird. Auf diese Weise baut man Expeditionszentren, Ranger-Stationen, Attraktionen oder Restaurants.

Der Mecano ist schnell erlernt: Expeditionsteams werden losgeschickt, um neue Grabungen durchzuführen, Ranger-Teams füllen Futterstationen auf und das Sicherheitsteam fliegt mit dem Helikopter los, um ausgebrochene Urzeitkreaturen wieder einzufangen. Die Abteilungschefs, welche die Aufträge vergeben, sind ein wenig zickig und mögen es nicht, wenn ihre Abteilung zu stark vernachlässigt wird. Deshalb sabotieren sie zum Trotz gerne einmal den Park. Plötzlich stehen dadurch alle Tore der Gehege offen, ganz egal, ob da Pflanzen- oder Fleischfresser drin sind. Dies sorgt für nervenaufreibende Hektik, die am Anfang zwar noch Spass macht, aber mit der Zeit auch etwas nervig wird. Darum muss immer darauf geachtet werden, dass die Abteilungen glücklich sind.

So sieht Chaos auf der Insel aus
So sieht Chaos auf der Insel aus © Entwickler / Publisher

Jede Insel bietet pro Abteilung eine Hauptmission, welche absolviert werden muss, um die nächste Insel freizuschalten. Doch die Inseln kommen nicht ohne Herausforderungen: Auf einer Insel rennen die Dinos bereits frei herum, ehe mit dem Bau bzw. dem Ausbau des Parks begonnen werden kann. Auf anderen Inseln herrschen prekäre Wetterverhältnisse. Diese führen vermehrt zu gnadenlosen Tornados, welche rücksichtslos Gebäude und Gehege zerstören. Hier ist Gelassenheit gefragt, um die Defekte zu beseitigen.

Der Park wird anhand von Sternen bewertet. Dabei haben Aspekte wie Dinosaurier-Vielfalt, Visibilität, Sicherheit, Kapazität, Transport, Infrastruktur oder Verpflegung einen Einfluss. Nebst der Beherbergung der Dinosaurier gehört auch eine Vernetzung der verschiedenen Parkbereiche mit einer Monorail oder das Erbauen einer Gyrosphere dazu. Da jede Spezies andere Bedürfnisse hat, was Grasflächen, Wasser oder Waldstücke betrifft, kann auch die Landschaft inklusive Terrain verändert werden. Tolle Sache.

Flugsaurier einmal anders
Flugsaurier einmal anders © Entwickler / Publisher

Der Schlüssel zu einem erfolgreich operierenden Park ist Balance. Die Forschung und das Extrahieren neuer DNA-Bestandteile aus den vom Expeditionsteam gefundenen Fossilien ist genau so wichtig wie das Erbauen neuer Gehege und Ausbrüten neuer Saurierarten. Je mehr DNA aus Fossilien einer bestimmten Spezies gewonnen werden können, desto mehr erhöhen sich die Überlebenschancen dieser Spezies beim Ausbrüten. Wagemutige Spieler können sogar DNA-Modifikationen vornehmen und ihre Reptilien optisch oder auch genetisch verändern, zum Beispiel in der Lebenserwartung. Solche Modifikationen haben aber immer ihren Preis, und ein Überleben des Dinosauriers im Brutkasten ist nicht gewährleistet. Und ja, dank Dr. Henry Wus Forschungen kann sogar ein Indominus Rex gezüchtet werden. Ob das wohl im Game eine bessere Idee ist als im Film?

Wenn der Park einmal eine bestimmte Grösse und Vielfalt erreicht hat, kann das Game mit sich immer wiederholenden Arbeiten als repetitiv empfunden werden. Harte Arbeit wird aber belohnt: Am Ende des Spiels wird der Sandbox-Modus freigeschaltet. In diesem steht unlimitiert Geld zur Verfügung, und erschwerende Einflüsse aller Art können auf ein Minimum reduziert werden. Spätestens dann kriegt man eine gute Chance, um seiner Kreativität freien Lauf zu lassen und sich zu 100 Prozent seinen Dinosauriern zu widmen.

Martin Heusser [mhe]

Martin ist leidenschaftlicher 4K- und HDR-Enthusiast. Am liebsten zockt er auf der Xbox Games aus der «Far Cry»-Reihe oder sieht sich am Fernseher Serien aus dem Hause Showtime an. Seit 2020 schreibt er neben seinem Blog auch Game-Reviews als Freelancer für OutNow.

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Trailer: Ingame Englisch, 02:15