Guacamelee! 2 (2018)

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PS4-Review: Der kunterbunte Mexiko-Jump'n'Run-Prügler geht in die zweite Runde!

Eine aussergewöhnliche Geschichte erwartet uns!
Eine aussergewöhnliche Geschichte erwartet uns!

Mit Guacamelee 2 geht Juan in die zweite Runde, das Mexiversum zu retten. Nicht nur eine grössere Bedrohung erwartet unseren Helden, sondern auch eine grössere Spielwelt, in welche die Entwickler natürlich auch sehr viel Arbeit gesteckt haben. Doch was erwartet uns im neusten Ableger der Guacamelee-Reihe? Kann das Nachfolger auf den Qualitäten der Erstlings aufbauen oder ist es nur aufgekochte Abwandlung des Vorgängers?

Guacamelee 2 ist wie eine prall-gefüllte Piñata: eine kunterbunte Mischung aus verschiedenen Überraschungen. Ein verrücktes Setting, das perfekt zur abgefahrenen Story passt. Ein absolut flüssiges Gameplay, dass einen Haufen Spass garantiert und ein Couch-Koop, der eine Menge Chaos verspricht. Die simple Aufmachung und das bewährte Gameplay sind zwar nichts Besonderes in diesem Genre, doch wie bei den meisten Spielen dieser Art, macht sie ihr Charme aus. Und davon hat Guacamelee 2 eine Menge.

Wer sich trotzdem noch nicht sicher ist, kann sich auch günstig den Vorgänger holen. Denn im Grunde hat sich nicht allzu viel verändert. Was nicht Schlechtes bedeutet! Denn schon der erste Teil war genial, und endlich erhalten wir mehr davon. Egal, welchen Teil man nun am Ende spielt, man wird für einige Stunden eine Menge Spass haben.

Story

Unser grosse Held, Juan!
Unser grosse Held, Juan!

Willkommen in der herrlichen Welt des Mexiversums unserer Dimension! Es ist schon eine Weile her, seit unser Held Juan die Welt vor bösen, zerstörerischeren Mächten gerettet hat und dabei das Schicksal seiner Geliebten retten konnte. Natürlich ist Juan dabei etwas in die Jahre gekommen. Seinen Wrestling-Anzug und seine Muskeln hat er gegen Jeans und Unterhemd sowie Bierbauch eingetauscht, und sein aufregendes Leben als Weltenrettender-Wrestler gegen ein Leben als gewöhnlicher Familienvater von zwei Kindern.

Der Tag beginnt ganz gewöhnlich und unspektakulär. Juan sitzt zuhause und verbringt seine Zeit mit der Familie, als es gilt, eine plötzliche Erledigung zu machen. Und hier kommen wir ins Spiel. Auf unserem Weg ins Dorf werden wir mit den Grundmechaniken des Spiels bekannt gemacht und können etwas über die Charaktere in der Gegend erfahren. Die Geschichte wird dabei gänzlich in Textboxen erzählt, und gerade zu Beginn des Spieles wird man förmlich davon erschlagen. Das lässt mit der Zeit jedoch schnell nach, weswegen man sich davon nicht abschrecken lassen sollte. Zudem sind die Texte wirklich unterhaltsam, wenn man sich auf das ungewohnte Setting einlassen kann.

Unser neues Einsatzgebiert: das "dunkelste" Mexiversum.
Unser neues Einsatzgebiert: das "dunkelste" Mexiversum.

In der Stadt angekommen, können wir auch endlich unsere aussergewöhnlichen Wrestler-Fähigkeiten ausprobieren, um ein Fass zu zerstören. Ganz genau! Doch als wäre das nicht schon spektakulär genug, wird unser Dorf auch bald von fremdartigen Wesen aus einem anderen Mexiversum angegriffen. Dieses Kanonenfutter schnell beseitigt, und schon werden wir von einer Weltenreisenden-Ziege aufgeklärt, was es mit der ganzen Situation auf sich hat. So beschliesst Juan, mit der Ziege weiterzuziehen und die drohende Gefahr für alle Mexiversen zu bannen. Das alles hört sich bereits so bekloppt an, dase es einfach gut werden muss.

Gameplay

Gameplaytechnisch hat sich nicht viel verändert. Man prügelt sich durch die verschiedenen Mexiversen, haut einer Vielzahl von kreativ und abwechslungsreich designten Gegnern auf die Kappe und erkundet verschiedene, wirklich hübsch gestaltete Welten. Das Spektrum von Guacamelee reicht hierbei von kinderleicht bis knüppelhart. Jedoch nie so, dass das Spiel unfair erscheint. Das richtige Timing oder die Lösung sind immer in Reichweite, sei es für die Jump'n'Run-Passagen oder die Kämpfe. Apropos Kämpfe: Das geniale Gegnerdesign muss hier unbedingt auch noch erwähnt werden - seien es die Animationen und Aktionen von Juan oder die wirklich sympatischsten Bossgegner aller Zeit.

Trotz des Names, erwarten uns hier spektakuläre Landschaften.
Trotz des Names, erwarten uns hier spektakuläre Landschaften.

Doch wer den Vorgänger bereits kennt, den dürfte nicht viel Neues erwarten. Guacamelee 2 spielt sich wie ein typischer Castlevania-Plattformer. Es gibt viel zu erledigen und zu entdecken, in diversen Welten, die alle mit Secrets und tollen Belohnungen gefüllt sind. Klar, hier und dort wurde etwas geschraubt und es gibt auch einen guten Schwung an neuen und erweiterten Fähigkeiten. Doch im Grunde bleibt das Spiel dasselbe. Das soll auch nichts Schlechtes heissen. Doch wer gegen Ende des ersten Teils bereits müde war, für den dürfte es hier nichts Neues zu finden geben. Für alle Fans der Reihe sowie Neueinsteiger gibt es jedoch ein frisches und noch grösseres Angebot zu entdecken.

Multiplayer

Doch im Multiplayer verliert man die Details schnell aus dem Blick.
Doch im Multiplayer verliert man die Details schnell aus dem Blick.

Zum Multiplayer gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Es ist ein typischer Couch-Koop-Multiplayer. Natürlich verspricht dies mit dem Gameplay und Level-Design von Guacamelee 2 eine Riesengaudi! Seien es die bekloppten Designs der Gegner, über die ein Mitspieler wieder einen süffisanten Kommentar ablässt oder die knüppelharten Plattformer-Passagen, in denen es garantiert immer einer verkackt. Dabei kann der Mitspieler zu einem beliebigen Zeitpunkt ein- und aussteigen und verfügt dabei über das selbe Arsenal wie Juan. Die ist mit bis zu vier Spielern möglich, was, typisch fürs Genre, zu einem wilden und sehr unübersichtlichen Gewusel auf dem Bildschirm führen kann. Doch ist es nicht genau das, was den Multiplayer von Plattformern ausmacht? Und genau hierbei liefert das Spiel eine sehr saubere Arbeit.

Technik

Die Liebe zum Detail rückt Guacamelee 2 ins richtige Licht.
Die Liebe zum Detail rückt Guacamelee 2 ins richtige Licht.

Das Spiel basiert auf einem einfachen Zwei-D-Look, weswegen nichts aufwendig animiert werden musste oder dergleichen. Die Cutscenes sind ebenfalls einfache Comicsequenzen mit Texteinblendungen. Nicht falsch verstehen, die Art, wie Guacamelee 2 sich präsentiert, macht seinen Charme aus und nicht seine dahinterliegende Technik. Doch trotz der schlichten Grafiken wurde in anderen Punkten nicht geschlampt: Das Spiel läuft auch in hektischen Situationen flüssig, der Einstieg in den Multiplayer ist simpelst einfach und auch die Art, wie das Design umgesetzt wird, ist, wie bereits mehrfach erwähnt, das Grossartige. Zudem sind bis zum bisherigen Spielfortschritt keine anderen bemerkbaren Bugs aufgefallen, oder etwas hätte das Spielerlebnis in irgendeiner Art getrübt. Auch wenn technisch nicht viel dahinter stecken könnte, ist es heute keine Selbstverständlichkeit mehr, dass ein Spiel so sauber und flüssig läuft.

/ fum