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Forza Horizon 4 (2018)

Forza Horizon 4 (2018) Xbox One-Review

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Ein Spoiler im Schnee

Ein Spoiler im Schnee

Die Autospiele der Forza-Serie sind unumstritten die aktuell besten auf dem Markt. Während man sich zuerst im Kampf gegen Gran Turismo auf Simulation eingestellt hat, folgte 2012 das erste Forza Horizon bei dem eher die Action im Vordergrund stand. Mit der Unterstützung des Entwickler-Teams "Turn 10" kam dennoch realistisches Fahrverhalten nicht zu kurz, und somit wurde eine neue, spassige Rennserie ins Leben gerufen. Abwechselnd mit dem Release von Forza Motorsport kommt der nun schon vierte Teil in die Spielregale.

Nach Colorado, der Côte d'Azur und Australien verschlägt es das Horizon-Festival diesmal nach Grossbritannien. In bekannter Manier soll der Spieler seine Fans von seinem Talent überzeugen. Dabei geht es nicht nur darum, der Schnellste im Rennen zu sein, sondern auch schwierige Stunt-Situationen zu meistern, gegen andere Vehikel zu starten oder einfach nur ein paar Drifts durch Edinburgh auf den Asphalt zu setzen. Na dann, treten wir mal aufs Pedal!


Rating: Microsoft Xbox One

Story

Das optimale Auto für Sand

Das optimale Auto für Sand

Ob man den Aufstieg seines eigenen Spielers zum Champion als Story bezeichnen kann, muss jeder für sich selbst entscheiden. Grundsätzlich sind die wenigen, aber flotten Zwischensequenzen ganz nett und tragen ihren Beitrag zur Festival-Atmosphäre bei. Hier wurde gegenüber dem Vorgänger nur sehr wenig entwickelt, was aber nicht negativ ausfällt. Sollte es einen fünften Teil geben, könnte man hier gut und gerne noch ein bisschen ausbauen.

Gameplay

Es geht gleich im McLaren Senna los: Man steuert den Boliden durch die hübsche Landschaft von Grossbritannien und lernt sofort die abwechslungsreiche Welt kennen. Dazu gehören nicht nur herumrennende Schafe oder Hasen, sondern neu auch die vier Jahreszeiten. Während man in Australien erstmals wechselnde Wetterverhältnisse erleben konnte, kann man sich jetzt auch auf Schnee, Blätter oder einfach nur strahlenden Sonnenschein gefasst machen. Die ersten Experimente haben die Entwickler mit dem DLC "Blizzard Mountain" für Forza Horizon 3 bereits gemacht, nun folgt die noch weiter verfeinerte Ladung an Wetterveränderungen. Tatsächlich macht es eine Menge aus, ob man auf Schnee, Eis oder nassem Asphalt die Räder zum Durchdrehen bringt. Die Herzen der Autofans schlagen hier also definitiv höher.

Welche Richtung jetzt?

Welche Richtung jetzt?

Ansonsten ist alles beim Alten geblieben: Schwierige Stunts müssen genauso gemeistert werden, wie ein Wettkampf gegen Motorräder oder einen Zug. Natürlich gibt es auch jede Menge Rennen in verschiedenen Kategorien, sodass die unzähligen Autos (über 450!) ausgiebig getestet werden können. Wie schon bei Teil 3 in Australien fährt man in Grossbritannien auf der linken Seite, was gerade bei den Strassenrennen zu Beginn vergessen geht.

Den Machern ist es aber auf jeden Fall gelungen, die Vielfalt der grossen Insel ins Spiel zu integrieren. Während man beim dritten Teil eine grosse, bekannte Stadt vermisst hat, kehrt mit Edinburgh wieder eine toll gelungene Metropole zurück. Man staunt ganz schön, wie gut und detailreich die schottische Küstenstadt integriert wurde. Wie schon mit Nizza in Forza Horizon 2 macht es immer wieder Spass, in die Stadt zurückzukehren. Auch wenn man sich fragt, was für altmodische Tunnels die nördlichen Kollegen haben, denn der Radioempfang ist darin nicht vorhanden.

Multiplayer

Fliegen ist so schön

Fliegen ist so schön

Eine grosse, wesentliche Neuerung betrifft den Mehrspieler-Part. So sind grundsätzlich immer auch andere Online-Spieler in der eigenen Sitzung vorhanden. Diese sind auf der Karte als runde graue Punkte ersichtlich, verändern sich aber zu sogenannten Geistern, wenn man ihnen auf der Strecke begegnet. Dadurch wird vermieden, dass Spassverderber absichtlich einen anderen Zocker rammen, während sich dieser gerade auf einer Mission befindet. Möchte man aber dennoch ein Online-Rennen fahren, genügt es, hinter dem Auto die X-Taste zu drücken - dann entscheidet der Gegenspieler ob er die Einladung akzeptieren will oder nicht.

Es ist schon erstaunlich, wie gut dieses System funktioniert. Zu keiner Zeit wird mit dieser neuen Funktion der (eigene) Spielfluss gestört. Im Gegenteil: entscheidet man sich kurzerhand, zu zweit eine Aufgabe zu erledigen, ist dies noch nie einfacher passiert.

Technik

Schneeketten sind für Feiglinge

Schneeketten sind für Feiglinge

Diese Spielserie war schon seit dem ersten Teil immer wieder eine Referenz im Bereich Audio und Video. Auch Forza Horizon 4 will neue Bestmarken setzen und schlägt sich dabei wieder mal ausserordentlich gut. Mit HDR-Unterstützung und nativer 4K-Auflösung brettert man durch die hübschen britischen Wiesen oder geniesst ganz einfach die Aussicht am Stausee. Die Welt sieht grandios aus und bietet viel Schärfe. Wer es lieber flüssiger mag und weniger detailverliebt ist, kann eine entsprechende Option im Menü setzen. Leider bedingt der Wechsel zwischen "Qualität" und "Leistung" einen Neustart des Spiels. Dies wurde beispielsweise in Shadow of the Tomb Raider etwas besser gelöst.

Wer bereits bei den vorherigen Titeln die Musikvielfalt geliebt hat, wird hier wieder sehr glücklich werden. Die verschiedenen Radiosender sorgen für viel Abwechslung, und die teilweise weniger bekannten Interpreten laden dazu ein, sich mit jedem Sender über längere Zeit auseinander zu setzen. Auch "Timeless" mit seiner klassischen Musik ist wieder dabei. Und tatsächlich passen die einen oder anderen Stücke zu bestimmten Missionen ganz gut. Die Moderatoren sind allesamt witzig und auch die deutsche Synchronisierung kann sich durchaus hören lassen. Daumen hoch.


Fazit

Wenn man denkt es geht nicht besser, dann hat man die Rechnung ohne Forza Horizon 4 gemacht. Wie schon nach Teil zwei und drei übertrifft das neuste Spiel alles andere. Grandiose Grafik, Unmengen an Autos, grossartige Landschaft und genialer Sound sorgen für eine coole Festival-Atmosphäre auf der britischen Insel. Auch wenn man es hie und da ein wenig übertrieben hat, macht das Game einfach ganz viel Spass. Die vier Jahreszeiten bringen zusätzliche Abwechslung und die Integration anderer Autofans in die eigene Sitzung macht absolut Sinn. So muss ein Open-World Rennspiel sein.


OutNow.CH:

Bewertung: 5.5

 

12.10.2018 / daw

Community:

Bewertung: 5.7 (2 Bewertungen)

 

 

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