Detroit: Become Human (2018)

Detroit: Become Human (2018)

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PS4-Review: Androiden auf Selbstfindungstrip

Hallo? Hört mich jemand?
Hallo? Hört mich jemand? © Entwickler / Publisher

Wir schreiben das Jahr 2038 in der Metropole Detroit. Androiden sind die neuen Gadgets der Menschen und nehmen ihnen verschiedene Aufgaben im Alltag ab. Durch die sich stetig weiterentwickelnde Technologie verbreiten sich Androiden nicht nur in der Krankenpflege und im Haushalt, sie übernehmen auch Spezialgebiete und bringen eine enorme Effizienz mit. Sogar der Sport bleibt nicht verschont. Das zunehmende Aufkommen von Androiden verdrängt viele Menschen vom Arbeitsmarkt. In einer Zeit mit wachsenden sozialen Spannungen und aufkommenden Unruhen entdecken einzelne Androiden, sogenannte Abweichler, dass sie Emotionen besitzen.

Detroit: Become Human ist ein exklusiv für die PS4 erschienener Titel, der einem interaktiven Film ähnelt mit vielen freien Entscheidungsmöglichkeiten, die den weiteren Verlauf der Geschichte beeinflussen. Nebst abwechslungsreichem Spielspass regt das Spiel auch zum Nachdenken an. Beispielsweise wird die Frage aufgeworfen, ob das Zusammenleben zwischen Mensch und Android nicht einer modernen Form von Sklaverei ähnelt.

Vielen Vorgängern ist es nicht gelungen, eine grosse Story mit Action und Abwechslung zu verbinden. Dank kompakten und kurzweiligen Dialogen, ohne plumpe Antworten, die keinen Einfluss auf das weitere Geschehen haben, kommt Detroit: Become Human als echter - und vielleicht zukunftsweisender - Hit daher. Das Game wirft dabei auch einige moralische Fragen auf. Wie sollen sich Androiden in Konfliktsituationen verhalten? Beschützen sie die Menschen und setzen sie allenfalls andere Androiden ausser Gefecht oder wenden sie sich allenfalls sogar gegen die Menschheit?

Story

Schau mir in die Augen, Kleiner!
Schau mir in die Augen, Kleiner! © Entwickler / Publisher

Die Story spielt in rund 20 Jahren und somit in einer nicht weit entfernten Zukunft. Die Technologien scheinen sich bis zu dem Zeitpunkt stark weiterentwickelt zu haben, aber nicht so stark, um ein unglaubwürdiges Zukunftsbild abzugeben. Gespielt wird die Geschichte von drei Androiden, die in ihrer Umgebung unterschiedliche Erfahrungen mit den Menschen machen. Jede Erfahrung und Entscheidung in Dialogen beeinflusst die unmittelbare oder die zukünftige Entwicklung der Story. Oft müssen Entscheidungen unter Zeitdruck gefällt werden und können nicht rückgängig gemacht werden. Dadurch erhält Detroit: Become Human eine starke Dynamik und lässt die Charaktere sich weiterentwickeln.

Gameplay

Jetzt nur keine Miene verziehen!
Jetzt nur keine Miene verziehen! © Entwickler / Publisher

Detroit: Become Human sticht nicht sonderlich mit schnellen, actionreichen Abläufen hervor, sondern nutzt Quicktime-Entscheidungen und setzt dabei alle Tasten und Bewegungssensoren des Controllers ein. Bewegungsabläufe wie Türen öffnen oder Gegenstände nutzen gelingen ganz gut. Spannend ist zu sehen, wie alltägliche Tätigkeiten, wie zum Beispiel Geschirr waschen, umgesetzt wurden. Leider funktioniert der Einsatz der Bewegungssensoren häufig etwas verzögert, worunter das Gameplay leidet. Dennoch ist der Spielspass dank dem abwechslungsreichen Einsatz von Controllertasten sehr hoch.

Technik

Bei der Entwicklung von Detroit: Become Human wurden Schauspieler eingesetzt und die Figuren im Game mittels Motion Capture animiert. Nicht nur die Bewegungsabläufe, sondern auch die Gesichtszüge und die Mimik wirken somit äusserst realistisch. Dadurch gelingt es den Machern, dass das Spiel wie ein Film wirkt, auf den der Spieler an Entscheidungspunkten Einfluss nimmt.

Ist das Avatar?
Ist das Avatar? © Entwickler / Publisher

Grösstenteils bietet Detroit: Become Human eine atemberaubende Grafik. Die Schnitte in den Filmsequenzen und die spannenden Perspektiven leisten ihren Beitrag dazu. Wird eine Umgebung in der Totalen gezeigt, machen sich einzelne Schwachpunkte in der Grafik bemerkbar. Diese werden postwendend mit sehr detaillierten Darstellungen von Kneipen, Büros und Zimmern in Häusern wettgemacht. Manchmal verändert sich jedoch der Blickwinkel zu abrupt und unerwartet, wodurch manuell nachgeholfen werden muss. Dies ist aber nur eine Randnotiz. Sämtliche Toneffekte und der Soundtrack an sich leisten ebenfalls einen guten Beitrag zu einem hervorragenden Game-Erlebnis.

Tobias Geser [gto]

Tobias schreibt seit 2010 Game-Reviews. Am liebsten spielt er spannende Adventures und actionreiche Shooter Games. Mit FIFA hingegen kann er überhaupt nichts anfangen. In seiner Freizeit trifft man Tobias häufig auf dem Mountainbike an.

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