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Dead Cells (2018)

Dead Cells (2018) Xbox One-Review

Üüüber den Wolken...

Üüüber den Wolken...

Der Gefangene, ein grüner Blob, plumst in ein Verliess. Der Kerker ist leer, bis auf einen leblosen Körper. Er hievt sich rüber, verschmilzt mit ihm. Geboren ist der Protagonist. Bald erfährt er, dass er aus diesem Schloss entkommen soll. Als er kurz darauf das Zeitliche segnet, beginnt seine Reise wieder bei Null. Ausserdem hat sich sein Pfad zum Ziel verändert. Was geht hier vor...?

Das französische Entwicklerstudio Motion Twin war bisher mehr für webbasierte und Smartphone-Games bekannt. Nun wagt es sich mit Dead Cells an ein ausgewachsenes Spiel. Das Studie beschreibt dieses als Actionplatformer, inspiriert von Rogue (also ein sogenanntes Roguelite in diesem Fall) und Castlevania sowie der 16-Bit-Ära der Videospiele. Funktioniert dieses Genremix? Und ob.


Rating: Microsoft Xbox One

Hesch chli Münz?

Hesch chli Münz?

Motion Twin beschreibt Dead Cells als, Achtung: "Souls-lite Roguevania". Das bedeutet kurz gefasst, dass das Spiel Elemente aus den Souls-Games sowie den Klassikern "Rogue" und "Castlevania" enthält, wobei alle erwähnten Titel mittlerweile zu eigenen Genres aufgestiegen sind.

Der Souls-Teil zeigt sich im Fortschrittsystem. Zufällig entspringen erschlagenen Gegnern solche Cells, können aber auch in seltenen Kisten gefunden oder durch Töten von Elitegegnern verdient werden. Mit diesen ersteht der Spieler permanente Upgrades, zum Beispiel einen Gesundheitstrank. Beim Tod verliert er alle Cells, die er zu dem Zeitpunkt auf sich trägt. Diese Mechanik ist in der Tat fies, die Cells lassen sich aber nach jedem überstandenen Level investieren.

Apropos Levels: Bei Rogue bedient sich Dead Cells der zufällig generierten Levels und dem Permadeath - heisst, beim Ableben wird von vorne begonnen. Ersteres mildert den Schmerz nach Letzterem, da die Levels wieder neu und ensprechend spannend sind. Und zu guter Letzt inspiriert sich Dead Cells bei Castlevania mit zu Beginn verschlossenen oder unerreichbaren Abschnitten, die später mit Upgraden der eigenen Fähigkeiten verfügbar gemacht werden.

Sorry, wissen Sie, wo's zum Endboss geht?

Sorry, wissen Sie, wo's zum Endboss geht?

Diese drei Designelemente sind eng ineinander verzahnt und harmonieren hervorragend: Die hart verdienten Cells lassen sich in sinnvolle Upgrades investieren, was die Erkundungslust weckt, welche wiederum von den jeweils neu generierten und somit stets frisch wirkenden Levels supportet wird. Ausserdem dämpfen all diese Punkte das Frustpotenzial.

Dead Cells ist nämlich ein furchtbar fieses Game, nicht nur wegen der erwähnten Mechaniken. Mit Upgrades wie dem Zaubertrank, der es dem Spieler erlaubt, einmal (oder später mehrmals) seinen Lebensbalken aufzuladen oder der Fähigkeit, einmal den Tod zu bescheissen und nicht zu sterben, verleitet einen das Spiel bewusst zur Unvorsicht. Und diese wird gnadenlos bestraft.

Spass macht das Game aber trotz allen Fallen und Gemeinheiten. Die Steuerung ist präzise, die Waffen überzeugen - von Schwertern über den fantastisch wuchtigen Bogen bis zu kleinen Geschützen und Granaten mit jeweils unterschiedlichen Attributen ist alles dabei - und das hohe Tempo des Spiels fesselt über Stunden. Dazu kommen das starke Leveldesign und die immer mächtigeren Gegnertypen, die toll designt sind.

Paar d Schnurre chasch ha!

Paar d Schnurre chasch ha!

Und auch technisch überzeugt Dead Cells auf ganzer Linie. Zwar sind die Levels jeweils nach dem Ableben struktuell neu formiert, visuell bleiben sie aber identisch. Die einzelnen Abschnitte sind abwechslungsreich - vom Kerker über die Schlossspitze und den Abwasserkanälen bis zu einer Art Piratenkolonie - und wunderschön gestaltet. Die Farbpalette und die Kontraste sind ansprechend und das Lighting ist ebenfalls toll.

So mausert sich Dead Cells zu einem fiesen, bockschwereren, aber packenden und wunderschönen Geheimtipp.


Fazit

Dead Cells verschmelzt Elemente aus den Souls-Games und den genredefinierenden Klassikern "Rogue" und "Castlevania" zu einem hervorragenden Gesamtwerk. Der 16-Bit-Style überzeugt mit einer wunderschönen Farbpalette, und das schlanke, aber durchaus fiese Gameplay packt stundenlang. So mausert sich Dead Cells zu einem bockschwereren, aber wunderschönen Geheimtipp.


OutNow.CH:

Bewertung: 5.5

 

26.11.2018 / nna

Community:

Bewertung: 5.7 (2 Bewertungen)

 

 

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