Dark Souls: Remastered (2018)

Dark Souls: Remastered (2018)

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Switch-Review: Der Liebling aller Masochisten

Bereit für einen Haufen... "Spass"...
Bereit für einen Haufen... "Spass"...

Eine dunkle Welt voller Rätsel, Tod und Verderben erwartet uns. Dabei kann es sich selbstverständlich nur um Dark Souls handeln! Damit kehrt der Action-Rollenspiel-Klassiker von 2011 zurück. Von vielen heiss erwartet, von vielen geliebt und von vielen ebenso gefürchtet - verständlich, schliesslich kursieren viele Gerüchte darüber, dass From Software die schwierigsten Spiele der Welt produziert. Was steckt denn nun wirklich dahinter? Wir haben unseren Leder-Suit angezogen, die Zähne zusammengebissen und uns durch die dunklen Gruften von Lordran geschlagen.

Dark Souls ist speziell. Dark Souls ist anders. Dark Souls ist grossartig! Gerade das Brechen der üblichen Konventionen, die wir aus sämtlichen aktuellen Titeln kennen, ist eine grossartige Erfahrung. Es ist ein Spiel, das einen spielen lässt und einem nicht alle paar Minuten das Pad aus der Hand reisst für ein paar getriggerte Script-Events. Wer sich mit dem Spiel auseinandersetzt und mit den Mechaniken experimentiert, wird belohnt. Das kann für Frust sorgen, doch sollten wir nicht neugierig durchs Leben gehen und aus Fehlern lernen? Die Euphorie, einen langen Endboss noch mit den letzten Resten der eigenen Energie aus den Latschen zu hauen, ist unbeschreiblich!

Gelobt sei die Sonne!
Gelobt sei die Sonne!

Storytechnisch bricht Dark Souls sämtliche Konventionen. Für diejenigen, denen das Original oder sämtliche anderen Teile nicht bekannt sind, hier eine kurze Zusammenfassung, worum es überhaupt geht : In einer grauen Welt des Nichts herrschen die Drachen über die Welt und bestimmen deren Verlauf. Jedoch flackert in der Asche der Welt die "Erste Flamme" auf. Das Licht und die Menschheit wird geboren! Doch wo Licht ist, da fällt auch ein Schatten, und niemand bemerkt die kleine, schwache "Dark Souls", die ebenfalls der "Ersten Flamme" entsteigt. Eine wenig Exposition später erfahren wir, dass die Welt vor dem Abgrund steht und das einzige, was die Welt retten oder in ewige Finsternis stürzen kann, die Erste Flamme ist.

Das dürfte auch schon das meiste sein, was wir an Story in Dark Souls aktiv mitbekommen werden. Denn im Gegensatz zur Konkurrenz erzählt sich das Spiel über seine Welt. Item-Beschreibungen, gewisse Objekte in der Spielwelt und auch das gesamte Gegnerdesign, alles erzählt eine Geschichte, die uns mehr über die Lore erfahren lässt. Und genau dies macht das Spiel so grossartig! Wer sich Mühe gibt und nachforscht, wird ständig belohnt. Und wer einfach das Gameplay mag und ein paar epische Kämpfe erleben möchte, kann die Lore komplett ignorieren.

An solche Situationen, solltet ihr euch gewöhnen...
An solche Situationen, solltet ihr euch gewöhnen...

Womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären, und auch da macht Dark Souls einen grossartigen Job: Die Steuerung erscheint im ersten Moment zwar etwas umständlich und klobig. Dies ist jedoch bewusst so gemacht, um die eigentliche Unterlegenheit unserer Spielfigur widerzuspiegeln. Mit der Zeit hingegen fühlt sich die Steuerung immer intuitiver an, was auch die eigene Lernkurve darstellt. Denn zu lernen gibt es vieles! Seien es die Bewegungsmuster der mächtigen Endbosse oder die vielfältigen Spielmechaniken, die uns die Kämpfe erleichtern oder nach Belieben auch erschweren, denn durch das vielfältige Arsenal an Waffen, Rüstungen und Zaubern lässt sich der individuelle Spielstil finden, der einem am besten gefällt.

Doch so wie es Dark Souls mit der Story hält, hält es sich auch bei Erklärungen sehr zurück, weswegen auch hier wieder die neugierigen und experimentierfreudigen Spieler belohnt werden. Doch durch die ungewöhnlichen Mechaniken kann das Spiel auch abschrecken. Jedoch sollte man ihm eine Chance geben, denn das geniale Leveldesign, die grossartigen, vielefältigen Gegnertypen oder auch der epochale Soundtrack, sind Disziplinen, in denen es glänzt.

Doch lasset euch nicht entmutigen Auserwählter.
Doch lasset euch nicht entmutigen Auserwählter.

Ein ebenfalls, viel zu selten beachtetes, grossartiges System ist der dynamische Multiplayer: Anders als im Original können wieder bis zu sechs Spieler an einer Sitzung teilnehmen. Dabei erleichtern oder erschweren die Mitspieler den Spielfortschritt in der Welt des Hosts. Um einen anderen Spieler zu unterstützen oder zu überfallen, werden spezielle Items benötigt, die man überall in der Spielwelt finden kann. Doch während wir auf der Suche nach eben genannten Items sind, kann es vorkommen, dass wir in unserer Welt überfallen werden. Und wie nun mal die Regeln sind, verlieren wir nach jedem Tod unsere Sellen, und daher gilt es dem Kontrahenten mutig entgegenzutreten. Denn neben einem grossartigen Kampf wartet ein Haufen Seelen auf uns!

Denn Unterstützung steht jederzeit bereit!
Denn Unterstützung steht jederzeit bereit!

Technisch reisst das Remaster, wie zu erwarten war, keine Bäume aus. Vieles sind einfach aufgehübschte Modelle aus dem Original, und die Framerate wurde hochgedreht. Was schade ist, denn gerade im Vergleich zu Bolldborne oder Dark Souls 3 sieht Dark Souls: Remastered einfach schlecht aus. Zwar wurden viele Effekte aus den anderen beiden Titel übernommen, aber gerade die gut gesetzten Settings, welche einen beim Original noch mit offenen Mund zurückliessen, wirken einfach nicht mehr. Einen Wermutstropfen gibt es also. Doch durch die neuere Hardware läuft das Spiel flüssiger und stabiler als zuvor.

/ fum