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The Crew 2 (2018)

The Crew 2 (2018) PS4-Review

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Wo sind die Schneeketten?

Wo sind die Schneeketten?

Fetzige Schlitten, schnittige Flugzeuge, schnelle Boote und die wohl grösste Open-World: Das alles vereint The Crew 2 in sich. Mit dem neuen Rennspiel aus dem Hause Ubisoft bleiben die Entwickler der bekannten Formel treu. Sie bieten eine riesige, akkurate Open-World gefüllt mit grösseren und kleineren Aufgaben. Jedoch soll man die bereits aus dem Vorgänger bekannten Elemente sinnvoll erweitert haben. Neben den allseits bekannten Strassenflitzern dürfen wir uns nun auch hinters Steuer eines Offroaders setzen, mit einem Flugzeug in luftige Höhen abheben oder mit einem Rennboot durch die Buchten dirverser amerikanischer Städte brettern. Doch taugen die Neuerungen etwas und bringen frischen Wind ins Spieleerlebnis?


Rating: Sony PlayStation 4

Story

Wie im echten Leben. Auf Bildern sehen die Autos besser aus...

Wie im echten Leben. Auf Bildern sehen die Autos besser aus...

Storytechnisch gehört The Crew 2 eher zu den seichteren Ubisoft-Titeln. Im Gegensatz zum ersten Teil, der versuchte, uns eine typische "The Fast and the Furios"-Geschichte zu erzählen, verzichten die Entwickler beim neuen Teil auf diese Experimente. Ähnlich wie in Steep sind wir ein Sportler, der auf diversen sozialen Plattformen mehr Ruhm erlangen will, versuchen, unsere Follower-Zahl zu erhöhen und grosse Sponsoren an Bord zu holen. Also ein wahres Fest für Produktplatzierungen. Jedoch schadet diese Prämisse dem Spiel kein bisschen, da es um einiges glaubwürdiger ist als die erzwungene Gangster-Story aus dem ersten Teil. Man sollte also kein Need for Speed erwarten, aber grundsätzlich passt die Geschichte zum gesamten Setting.

Gameplay

Abkühlung gefällig?

Abkühlung gefällig?

Wie jedes andere Ubisoft-Spiel orientiert sich The Crew 2 an der Ubisoft-Formel: viele grössere und kleine Aufgaben, die mit unterschiedlichen und vielen Belohnungen aufwarten. Aber im Gegensatz zu einem Assassin's Creed-Titel fühlt sich die Fülle in The Crew 2 ganz gut an. Anfangs hat man nur eine Handvoll Aufgaben, aber sobald man die Instagram-Karriereleiter etwas hochgestiegen ist, füllt sich die Map mit immer mehr Symbolen. Es wird also selten langweilig. Und wer gerne einfach ein wenig durch die Gegend cruisen will, hat auf der gigantischen Map genügend Freiheit. Wer möchte denn nicht gerne mal mit einem Königsegg von New York nach LA brettern? Die Autos und Offroader steuern sich ähnlich, wie in anderen Arcade-Racern. Wem also Gran Turismo oder Forza Horizon zu realistisch sind, der dürfte sich hier wohl fühlen.

Um für Abwechslung zu sorgen, haben wir in The Crew 2 die Möglichkeit, auch auf der hohen See oder in windigen Höhen unser Renngeschick unter Beweis zu stellen. Grundsätzlich funktioniert das Ganze auch sehr gut, leider steuern sich Flugzeuge und Rennboote, im Gegensatz zu den Vierrädern, leicht schwammig, weswegen man wegen leichten Fehlern öfters ein Rennen neu starten muss. Mit ein wenig Übung klappt es zwar ganz gut, aber etwas mehr Kontrolle wäre schon erfreulicher gewesen.

Ob mit dem Boot über den Mississippi...

Ob mit dem Boot über den Mississippi...

Zu guter Letzt wären da noch die Tuning-Elemente. Nach jedem erfolgreichen Rennen gewinnt man einige Tuningteile, welche man für alle Fahrzeuge einer Kategorie verwenden kann. Leider erwartet uns hier kein allzu komplexes System, aber für ein Multiplayer-Rennspiel genügt es völlig. Ähnlich einem RPG lassen sich die Werte des Fahrzeugs verbessern, was man auch im Betrieb spürt. Jedoch nützt auch das beste Tuning nichts, wenn man nicht die nötigen Skills an den Tag legt, damit umzugehen.

Multiplayer

...oder per Flugzeug über die Weiten Amerikas.

...oder per Flugzeug über die Weiten Amerikas.

Was den Multiplayer betrifft, gelingt The Crew 2 eine seltsame Erfahrung. Ähnlich wie in GTA Online kommt man auf einen Server, in dem sich diverse andere Spieler rumtummeln. Man kann einfach alleine rumdüsen, sich mit anderen Mitspielern zusammentun und rumrasen oder ein wenig die Leute trollen. Auch wenn sich The Crew 2 zusammen spielen lässt, macht das Spiel leider nicht viel Gebrauch davon. Rennen gegen Freunde kann man keine fahren, was die Always-On-Funktion des Spiels komplett sinnfrei macht. Zwar soll diese Funktion per Patch nachgereicht werden, aber technisch kann dies ja kaum die grösste Herausforderung bei der Entwicklung gewesen sein, wenn man bedenkt, dass das Spiel als Multiplayer-Racer beworben wird. Momentan ist die einzige Interaktion mit anderen Spielern, dass wir an ihnen vorbeifahren und Rekorde von echten Spielern brechen kann. Leider fällt hier The Crew 2 momentan komplett durch.

Technik

Technisch ist The Crew 2 eher ein mittlelmässiges Erlebnis. In gewissen Situationen überzeugt das Spiel mit einer überwältigenden Lichtphysik, besonderes in den Morgen- und Abendstunden. Aber den Tag über werden die Schwächen der Grafik deutlich sichtbar. Die Texturen der Umgebung sind eher flau, und gerade wenn man schnell unterwegs ist, ploppen Gegenverkehr und Co. oft zu spät auf. Das Spiel hat seine schönen Momente, aber diese werden des öfteren getrübt.

Abwechslung gibt es zur Genüge.

Abwechslung gibt es zur Genüge.

Hingegen dafür kann man die wirklich riesige Spielwelt loben, welche flüssig erkundet werden kann und ohne Ladezeiten auskommt. Wenn man noch bedenkt, dass das Spiel durchgehend online ist, ist es umso beeindruckender, dass es zu keinen gravierenden Lags oder Berechnungsfehlern kommt. Auch eindrücklich ist die Umsetzung der verschiedenen Städte. Zwar dürfte es in einigen Städten wie New York ruhig etwas mehr Verkehr haben, aber ansonsten erkannt man die typischen Stadtbilder schnell.


Fazit

The Crew 2 ist eigentlich ein solides Spiel. Es macht viele Dinge wirklich gut, aber an den wichtigsten Stellen fällt es leider auch komplett durch. Die Autos steuern sich gut, die Map ist riesig und voller Entdeckungsspielraum, und es gibt einiges zu tun. Für den eigentlichen Multiplayer-Titel, der The Crew 2 sein will, ist es jedoch momentan ein kompletter Reinfall. Zwar wurden Patches vonseiten der Entwickler versprochen, aber wenn diese erst in ein paar Monaten rauskommen, dürfte schon ein grosser Teil der Spielerschaft abgesprungen sein. Die Entwickler von Ubisoft schon aber oft bewiesen, dass sie ihre Titel lange am Leben halten können. Wer einen soliden Multiplayer-Racer sucht, sollte erst noch abwarten, bis das Spiel ein wenig günstiger ist und die entsrpechenden Patches da sind. Wer jedoch nur einfach ein wenig durch die Gegend düsen und viele Freiheiten abseits der Strassen entdecken möchte, wird mit dem Spiel einige spassige Stunden erleben.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.0

 

06.09.2018 / fum

Community:

Bewertung: 4.0 (1 Bewertung)

 

 

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