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Call of Duty: Black Ops IV (2018)

Call of Duty: Black Ops IV (2018) PS4-Review

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Feuer frei!

Feuer frei!

«You give us the fire - we'll give'em hell!» hallt es aus dem Black Ops 4-Trailer. Publisher Activision hat vor dem Release kräftig in Publicity investiert. Werbeplakate für das neue "Call of Duty" sind zu sehen; der porträtierte Protagonist gleicht dem Charakter Captain "Soap" McTavish. Längst sind die Call of Duty-Spiele ein Klassiker in der Welt der Videospiele und ein Blockbuster für Activision.

Black Ops 4 ist das vierte Game der Black-Ops-Reihe und das Fünfzehnte der Call-of-Duty-Franchise. Man sollte sich jedoch nicht vom Titel blenden lassen, denn anders als dieser vermuten lässt, hat Black Ops 4 gameplaytechnisch wenig mit den Vorgängern zu tun. Stattdessen macht es seine Multiplayer-Anhängerschaft glücklich und fokussiert sich ausschliesslich auf den Mehrspieler-Modus. Die Entwicklung dahin war wohl nur eine Frage der Zeit. Trotzdem stellt sie eine Zäsur dar, und eine Chance, eine schon lange funktionierende Ego-Shooter-Serie neu zu positionieren.


Rating: Sony PlayStation 4

Story

Die Einzelspieler-Kampagne gehört vorerst der Vergangenheit an. Zwar waren die Missionen in den bisherigen Titeln nach einigen Stunden durchgespielt und das Spielziel erreicht. Aber reicht dies als Rechtfertigung dafür, die Kampagne zu streichen? Denn im Wesentlichen sind die Multiplayer- und Zombie-Modi nichts weiter als Herumrennen- und Ballern. Im Gegensatz dazu verfügt eine Kampagne in gelungenen Fällen über eine nicht vorhersehbare oder sogar beeinflussbare Handlung und Figuren, mit denen sich der Spieler identifizieren kann, also über Grundelemente des Geschichtenerzählens.

Wo ist der Feind?

Wo ist der Feind?

So gesehen ist Black Ops 4 ein technisch und optisch hübsch gemachtes "Counter-Strike". Darin ist kaum Innovatives zu finden, ausser einigen neuen Multiplayer-Modi. Man könnte behaupten, dass die Kreateure die Einzelspieler-Kampagne rausgekippt haben, um sich mit dem Multiplayer dem Geschmack ihrer Fans zu beugen. Die Aussage von Jason Blundell (Treyarch) unterstreicht dies: "Was interessiert unsere Fans am meisten?", hatte sich das Entwicklerteam gefragt. Immerhin ist es ein Schritt, der Call of Duty stärker vom Konkurrenzprodukt Battlefield abgrenzen wird.

Gameplay

Der Umfang der Modi ist bemerkenswert und gleicht einer Menükarte, wo man sich das Feinste rauspicken kann: Control, Heist, Free for All, Kill Confirmed, Search and Destroy, Domination, Hardpoint und Team Deatmatch. Darüber hinaus wird eine Hardcore-Playlist offeriert: Free for All, Team Deathmatch, Kill Confirmed, Domination und Search and Destroy. Das Teamwork ist in Black Ops 4 noch wichtiger als zuvor, denn die Vorzüge vieler Multiplayer-Modi zeigen sich erst, wenn die Spieler als Gruppe zusammenarbeiten und nicht jeder eine Egoparty veranstaltet. Letzteres ist leider oft der Fall und schlägt schnell in Frust um.

Und wieso dienen die Titanic, das Kolosseum und das Alcatraz-Gefängnis als Spielwelten für Zombies? Klar, warum nicht - aber was spricht dafür? Vielleicht weil die Mythen um diese Orte das Unmenschliche widerspiegeln? Wie auch immer - der Zombie-Modus beansprucht mehr Platz als in den Vorgängertiteln, wo er eher als nettes Extra betrachtet wurde.

Mann, bin ich schnell!

Mann, bin ich schnell!

Der Blackout-Modus macht das hauptsächlich Attraktive bei Black Ops 4 aus - Treyarchs Battle-Royale-Variante. Darin findet der Spieler vertraute Charaktere wie Alex Mason oder Frank Woods, bekannt aus den ersten beiden Black Ops-Teilen. Bis zu 100 Gamer springen mit dem Wingsuit aus dem Helikopter und fliegen eine ausgesuchte Themenkarte an. Die Maps beinhalten unter anderem die bei Call of Duty-Multiplayern beliebten Dschungel-, Slums- und Gebirge-Welten. Die Maps basieren teilweise auf bekannten Orten - man findet sich schnell darin zurecht und die Karten sind geschickt komprimiert.

Ziel ist es, Waffen und Ausrüstung zu finden und als Letzter zu überleben. Fressen und gefressen werden - oder virtueller Sozialdarwinismus. Man kann dies mit den Submodi Solo, Duo und Quads individualisieren. Zeit, um Knarren zu finden, sollte keine vergeudet werden, sonst wird man schon kurz nach der Landung von einem anderen Spieler liquidiert. Was Blackout besser als andere Titel auf den Spieler transportieren kann, ist das schnelle Tempo, was dem Spielfluss zugute kommt und zum Rausch werden kann. Die Waffen wiegen leicht in der Hand, die Fortbewegung ist flott.

Der Sonne entgegen!

Der Sonne entgegen!

Eine Stärke von Battle Royale kommt im Blackout-Modus ausgezeichnet zur Geltung: Mit der richtigen Ausrüstung muss man nicht der schnellste Schütze sein, sondern kann sich stattdessen taktische Vorteile erarbeiten. So erlaubt zum Beispiel die Platzierung von Sensornadeln die Überwachung von Feindaktivitäten. Werkzeuge wie Granatenfänger, mobile Barrikaden, ferngesteuerte Autos oder Minen können ebenfalls benutzt werden.

Technik

Aus technischer Sicht gibt es an Black Ops 4 wenig zu bemängeln: Zügige Ladezeiten, komplexe und dennoch saubere Texturen, klare Synchronisation. Solide Grafik, aber atmosphärenarm. Bei der Menüführung hätte bei den Modi-Einstellungen mehr Übersicht und damit eine klarere Navigation nicht geschadet. Der Online-Zwang ist bei einem reinen Multiplayer-Spiel selbsterklärend, eine stabile und schnelle Internetverbindung beugt Ärger vor. Verbindungsprobleme können zu Abstürzen führen.


Fazit

Black Ops 4 wird den Multiplayer-Gamern gefallen. Wer von diesem Subgenre nicht fasziniert ist, wird enttäuscht werden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Black Ops 4 auf den Massengeschmack zugeschneidert ist: Wenig Handlung, viel Effekthascherei. Activision wird den Groll der Singleplayer verschmerzen können; dennoch schade, wurde die in vergangenen Titeln kinoreife und sorgfältig komponierte Kampagne weggelassen.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.0

 

29.10.2018 / sar

Community:

Bewertung: 3.7 (2 Bewertungen)

 

 

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