Star Wars: Battlefront II (2017)

Star Wars: Battlefront II (2017) Xbox One-Review

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*Queue Star Wars Theme*

*Queue Star Wars Theme*

Iden Versio ist eine angesehene Kommandantin des Imperiums. Als sie auf Endor gegen die Rebellen vorgeht, sieht sie etwas Unfassbares: Der Todesstern explodiert vor ihren Augen. Bald merkt sie, dass das Imperium wohl doch nicht so sauber und gut ist, wie sie einst dachte - und beginnt mit dem Gedanken zu spielen, die Seite zu wechseln...

Am ersten Teil gab's einiges auszusetzen: kein Singeplayer, wenig Inhalt, teurer DLC. All dies soll nun im Nachfolger korrigiert werden, denn die genannten Probleme wurden behoben. Es gibt eine Singeplayer-Kampagne, viele verschiedene Modi, und der DLC ist kostenlos. Dennoch empört sich das Internet über das Spiel. Der Grund? Lootboxes. Bei Star Wars: Battlefront II ist aber nicht nur das damit verbundene Progressionssystem verbesserungswürdig.


Rating: Microsoft Xbox One

Story

I'm an imperialist comman... Oh hi Rebellion!

I'm an imperialist comman... Oh hi Rebellion!

Als EA verkündete, dass die Singleplayer-Kampagne von Star Wars: Battlefront II aus der Sicht des Imperiums stattfinden würde, war man gespannt. So etwas gab's noch selten. Nun, bei dem Statement von EA handelt es sich ein bisschen um Etikettenschwindel, denn nach kaum einem Viertel der Kampagne entscheidet sich unsere Protagonistin dafür, die Seite zu wechseln.

Dabei wäre die Geschichte durchaus spannend gewesen: eine hin und her gerissene Imperialistin, die mit den Rebellen sympathisiert. Die Story ist demnach auch nicht das Problem, sondern viel mehr das Storytelling. Idens Wandel geschieht viel zu schnell und ohne wirklich nachvollziehbaren Grund. Ausserdem hat die Kampagne zwölf Missionen, wobei ein Drittel davon nicht aus ihrer Sicht sind. In diesen spielt man als Held - sei dies nun Han Solo, Luke Skywalker oder Lando Calrissian -, und mit Ausnahme von Luke sind diese Abschnitte auch ganz lässig, aber sie reissen aus Idens Geschichte, die definitiv mehr Zeit benötigte.

Gameplay

Nicht ganz Feuer und Flamme...

Nicht ganz Feuer und Flamme...

Das erste Battlefront war ein sehr lockerer und zugänglicher Shooter, der nicht sehr viel Können voraussetzte, um Spass zu machen. Andererseits fühlten sich die Blaster aber furchtbar kraftlos und Chäpslipistole-mässig an, und es wurde bemängelt, dass es zu wenig Inhalt im Spiel habe. Battlefront II fühlt sich nun etwas mehr wie ein ausgewachsener Shooter an. Die Schusswaffen haben mehr Schlagkraft, die Spielmodi sind besser verteilt und bieten für jeden Geschmack etwas.

Im Gegensatz zum Erstling bietet Battlefront II auch mehr Maps und Orte. Diese spannen von den Prequels bis hin zu The Force Awakens, die The Last Jedi-Inhalte stehen als kostenlose Updates in den Startlöchern. Die Maps, die es bisher zu sehen gibt, sind atemberaubend designt. Die Liebe zum Detail, die DICE in jeder einzelnen Map erkennen lässt, ist richtig gut. Auf Tatooine springen kleine Tiere durch die Stadt, auf Endor verirren sich einige Ewoks auf das Schlachtfeld, und Maz Kanatas Schloss zu entdecken, macht einfach Freude.

What's in the f-ing Lootbox?!

What's in the f-ing Lootbox?!

Nicht alle diese Maps sind aber auch gleich unterhaltsam zu spielen. Einige sind äusserst verwirrend, andere zu offen. Auch sonst macht das Gameplay nicht immer Spass. Das ist vor allem dem Progressionssystem geschuldet, denn dieses ist einfach schlecht. Die eigene Klasse, Heldenfigur oder Fahrzeugklasse wird mit sogenannten Star Cards aufgelevelt. Diese wiederum sind an diese unsäglichen Lootboxen gekoppelt, die in jedem Spiel von 2017 drin zu sein scheinen. Das Aufleveln der Karten selbst geschieht zwar übers Spielen, aber an sie heranzukommen ist reiner Zufall und kann in stundenlangem Grinden resultieren.

Das wäre kein so grosses Problem, wenn die Belohnungen am Ende jedes Matches höher wären und das Leveln zügiger voranginge. Wer richtig gut ist, kann über dies hinwegsehen. Allerdings werden schwächere Spieler einerseits damit betraft, dass sie länger auf die coolen Dinge warten müssen, und andererseits werden sie von den stärkeren Spielern ständig von ebendiesen coolen Dingen niedergeschossen. Dadurch leidet das Balancing enorm, was unter dem Strich einer der wichtigsten Aspekte eines Multiplayers ist.

Multiplayer

Gold Leader inbound!

Gold Leader inbound!

Wären diese Probleme mit dem Fortschrittssystem nicht, hätte Battlefront II enorm viel Potenzial gehabt. Die Modi sind unterschiedlich genug und machen Spass - vor allem Starfighter Assault, die Flugkämpfe im All. Diese sind schlicht grossartig. Zwar hat es auf einigen Karten jeweils etwas viel Trümmer, die generell grössere Gegner sind als die Gegner an sich, dennoch macht dieser Modus sehr viel Spass.

Ebenfalls gelungen ist der Arcade-Modus, der entweder alleine, im Splitscreen-Koop oder im Online-Koop bestritten werden kann. In den meisten dieser kurzen Levels spielt man als Held der dunklen oder hellen Seite der Macht und muss gewisse Ziele erfüllen wie beispielsweise, 30 Gegner in zwei Minuten zu eliminieren. Ist dies erledigt, gibt es einen einfachen und einen Experten-Modus. Im Experten-Modus werden einem Helden beispielsweise seine Fähigkeiten genommen und die Zeit heruntergesetzt. Allgemein ist das Helden-Gameplay befriedigend, auch weil sich alle unterschiedlich spielen.

Technik

Where's my Boyfriend? I like that Wookiee.

Where's my Boyfriend? I like that Wookiee.

Zweifelsohne ist Battlefront II technisch eine Wucht. Wir haben das Spiel auf einer Xbox One X auf einem 4K-HDR-Fernseher getestet und es sieht hervorragend aus. Zyniker würden sogar sagen, dass die Welten aus den Prequels besser aussehen als in den Filmen selbst. Allgemein hat DICE die Star-Wars-Atmosphäre einmal mehr perfekt eingefangen, was für einige Stunden Unterhaltung bei Fans der Sternensaga bereits reichen dürfte.


Fazit

Star Wars: Battlefront II macht vieles richtig und leider weniges, dafür Gewichtigeres falsch. Die Maps sehen atemberaubend aus, die Atmosphäre ist da. Der Singleplayer bietet eine gute Geschichte, und einige Multiplayer-Modi machen Spass. Allerdings wird der Multiplayer vor allem für schwächere Spieler durch das unsinnige Progressionssystem zerstört, und die Singeplayer-Geschichte nimmt sich viel zu wenig Zeit. Für eingefleischte Star-Wars-Fans ist das wohl ein Pflichtkauf, für Fans eines guten Shooters empfehlen wir aber das Warten auf eine Preisreduktion - auch weil EA und DICE das Spiel über die kommenden Monate stetig anpassen wird.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.5

 

29.12.2017 / nna

Community:

Bewertung: 3.0 (2 Bewertungen)

 

 

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