South Park: The Fractured but Whole (2017)

South Park: Die rektakuläre Zerreissprobe

South Park: The Fractured but Whole (2017) South Park: Die rektakuläre ZerreissprobePS4-Review

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South Park frei für «der Coon» und seine Freunde!

South Park frei für «der Coon» und seine Freunde!

South Park: The Stick of Truth aus dem Jahre 2013 ist eindeutig eines der gelungensten Lizenzspiele überhaupt. Selbst die kleine Odyssee mit diversen Verschiebungen, einem Bankrott und einem Vertreiberwechsel konnten dem Spiel nichts anhaben. Die Achterbahnfahrt des Nachfolgers South Park: The Fractured but Whole war nicht ganz so spektakulär, trotzdem wurde auch dieser Ableger von etlichen Verschiebungen geplagt. Ein gutes Omen?

Die Knaben und Mädchen von South Park sind noch immer im Rollenspiel-Fieber, zumindest noch so lange, bis Cartman entscheidet, dass dies Schnee von gestern ist. Wer will schon Könige, Schwerter und Zauberkräfte, wenn er so richtig tolle und abgefahrene Superfähigkeiten haben kann? Was als simples Superhelden-Spiel beginnt, entpuppt sich schon bald als eine wahrhaftige Zerreissprobe, bei dem mehr als nur ein Furz auf dem Spiel steht.


Rating: Sony PlayStation 4

Story

Cartman hat grosse Pläne für «Coon und seine Freude».

Cartman hat grosse Pläne für «Coon und seine Freude».

Der Anfang ist schlichtweg genial und dürfte mitunter zu den besten Einstiegen überhaupt gehören. Was als normale Fortsetzung beginnt, wird schnell durch Cartmans Alter Ego, «den Coon», in einer neuen Richtung gezerrt. Von da an geht es erzählerisch schnell bergab, und das trotz der Tatsache, dass der Serien-typische Humor und die vielen kritischen und lustigen Superhelden-Parodien überaus unterhaltsam sind.

Der neuen Geschichte gelingt es, trotz eines beinah schon verbissenen Versuchs, einfach nicht, die Magie des Stick of Truth zu reproduzieren. Insbesondere gegen Ende, wenn die Luft deutlich raus ist, muss man leider enttäuscht feststellen, dass das Ganze doch sehr schwammig ist und zudem enorm in die Länge gezogen wurde.

Gameplay

Keine Eile, es kommen alle schön der Reihe nach dran.

Keine Eile, es kommen alle schön der Reihe nach dran.

Auf dem Weg zur Weltrettung lassen sich die Stadt und alle Häuser frei erkunden, Nebenmissionen absolvieren, das eine oder andere Rätsel lösen sowie Hilfsmittel und Materialien für Ausrüstungen und Verkleidungen sammeln. Letztere werden leider fast schon inflationär gebraucht, da das Angebot an Individualisierungen äusserst massiv ist, womit der witzige Effekt schnell verpufft.

Anders sieht es bei den Fähigkeiten aus. Mit Hilfe von Klassen können unterschiedlichste Kräfte freigeschaltet werden, welche sich frei kombinieren lassen. Auf diese Weise kann man den eigenen Charakter auf die eigene Wünsche anpassen und hat sogar spielerisch was davon.

Die rundenbasierten Kämpfe sind zumeist einfach, machen dank der bunten Auswahl an Figuren mit nützlichen und witzigen Kräften deswegen nicht weniger Spass. Gegnervielfalt, Fähigkeiten und Humor lenken eine Zeitlang erfolgreich von den erzählerischen und spielerischen Verfehlungen ab. Mit der Zeit nutzen sich diese positiven Aspekte immer mehr ab, da alles schlichtweg zu oft wiederholt wird.

Technik

Wer hat schon Angst von einem Priester?

Wer hat schon Angst von einem Priester?

Die Serie wird optisch und akustisch äusserst gut eingefangen. Es ist alles da, was South Park ausmacht, und somit fühlt sich das Spiel wie eine interaktive Folge an. Besonders hervorheben muss die genialen Sprachoptionen, bei denen man die Sprache für Spiel, Untertitel und Synchronsprechen einzeln einstellen kann. So kommen alle in den Genuss von South Park, wie sie es kennen und lieben.

Nebst den gelungenen audiovisuellen Aspekten überzeugt das Spiel mit sauberer Technik trotz vereinzelter Bugs oder Glitsches. Besonders bahnbrechend ist das Ganze nicht, funktionieren tut es aber allemal.


Fazit

Das Spiel schlägt erfolgreich eine Brücke zum Vorgänger, nur um sie anschliessend wieder abzureissen. Es wird all das geboten, was sich South-Park-Fans wünschen können: schräge Figuren, derber Humor, viele Fürze und der eine oder andere Schlag unter die Gürtellinie. Leider sucht man auch einiges vergebens, was den Vorgänger so besonders gemacht hat: Die Magie ist verflogen, der Abstecher nach South Park fühlt sich nicht mehr neuartig und erfrischend an, der Humor ist teilweise vorhersehbar, und auch wurde die Geschichte unnötig in die Länge gezogen. Das Abenteuer mit Cartman und Co. ist aber trotz der genannten Abstriche überaus empfehlenswert, nicht nur für Fans der Serie.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.5

 

29.12.2017 / pan

Community:

Bewertung: 4.5 (1 Bewertung)

 

 

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