Sniper Elite 4 (2017)

Sniper Elite 4 (2017)

  1. ,
  2. , ,

PS4-Review: Scharfschützen-Action in bella Italia

Das Lieblingsziel eines jeden 2.-Weltkrieg-Snipers!
Das Lieblingsziel eines jeden 2.-Weltkrieg-Snipers! © Entwickler / Publisher

Wer liebt sie schon nicht, die Röntgen Kill-Cam, die zeigt, wie die Kugel in den Körper des Gegners eindringt, wie sie die Lunge zerfetzt und am Rücken den Körper wieder verlässt. Oder wie ein Benzinkanister explodiert und den daneben stehenden Soldaten erwischt. So befremdlich diese Umschreibungen auch sein mögen, so sehr stehen sie doch für Sniper Elite 4.

Der bekannte Sniper-Held Karl Fairburne muss 1943 nach seinem Nordafrika-Einsatz nun nach Italien, um dort den Nazi Karl Böhm und seine Geheimwaffe aufzuspüren. In insgesamt zehn abwechslungsreichen und herausfordernden Levels, die auf offenem Feld oder in engen italienischen Gassen angesiedelt sind, kämpft Fairburne verdeckt gegen eine Übermacht von Gegnern an.

Die Sniper-Elite-Serie hat eine eindrückliche Entwicklung hinter sich. Mit dem vierten Teil ist dabei ein wahrer Hingucker gelungen. Dank der herausfordernden KI und den vielen Möglichkeiten sowie den abwechslungsreichen Levels, bleibt die Spannung und Motivation während der gesamten Spielzeit hoch. Wer allerdings lieber mit Geschrei und geballter Maschinengewehr-Power auf die Gegner zurennt, wird mit Sniper Elite 4 nicht glücklich werden. Denn vor jeder Aktion muss das Vorgehen geplant und mit der notwendigen Geduld durchgeführt werden.

Story

Wo tut's denn weh?
Wo tut's denn weh? © Entwickler / Publisher

Die Story ist schnell erzählt und kaum von Belang. Karl Fairburne hat seinen Nordafrika-Einsatz erfolgreich abgeschlossen und wir nun gleich in Italien benötigt. Karl Böhm scheint dort eine Geheimwaffe zu besitzen. Beide gilt es nun aufzufinden und auszuschalten. Dabei wird Fairburne gelegentlich von italienischen Partisanen unterstützt, meistens ist er aber auf sich selbst gestellt.

Es wurde versucht, den Charakteren mehr Persönlichkeit zu verleihen. So können nun kurze Dialoge mit einigen Protagonisten geführt werden. Die Gespräche sind aber nebensächlich und geben der Story nicht mehr Tiefe.

Gameplay

Sie haben uns entdeckt!
Sie haben uns entdeckt! © Entwickler / Publisher

Das Vorgehen entspricht in den wesentlichen Punkten dem der Vorgänger. Auch in Sniper Elite 4 ist am Beginn eines Levels eine durchdachte Planung notwendig. Die Gegend muss ausspioniert werden, dann werden die Gegner markiert und zuletzt wird das weitere Vorgehen geplant. Anschliessend spielt es keine Rolle, ob ein Gegner nach dem anderen ausgeschaltet wird, oder ob die Gegner abgelenkt und dann umgangen werden. Jedoch sollte dabei stets die stark begrenzte Munition, vor allem die nicht hörbaren Ultraschallgeschosse, im Auge behalten werden.

Ist ein Gegner erst mal ausgeschaltet, werden seine Kameraden innert Kürze nach ihm suchen. Die KI in Sniper Elite 4 geht dabei sehr geschickt und zielstrebig vor. Da heisst es Deckung wechseln und geduckt bleiben.

Eine wesentliche Weiterentwicklung von Sniper Elite 4 ist die aktive Einbeziehung der Umgebung. An Häusern kann hochgeklettert werden, Lasten an Kranen können eingesetzt oder Motoren zur Ablenkung eingeschaltet werden. Aus vorhandenen Granaten und diversem Zeugs, welches ausgeschalteten Gegnern abgenommen wurde, können beispielsweise Sprengfallen gebaut werden.

Multiplayer

Schmeckt die Pizza? Gleich ist es vorbei!
Schmeckt die Pizza? Gleich ist es vorbei! © Entwickler / Publisher

Sniper Elite 4 beinhaltet sowohl einen gewöhnlichen Multiplayer- als auch einen Koop-Modus. Grundsätzlich ist Elite Sniper 4 gut für kooperatives Spielen ausgelegt, so macht der Modus auch nach Abschluss der Story Spass. Jedoch sind einzelne Missionsziele im Koop-Modus eher sinnlos, sodass einfach die Arbeit geteilt wird.

Der übliche Multiplayermodus, mit Team Deathmatch etc., ist zwar gut umgesetzt, eignet sich für Games wie Call of Duty: Infinite Warfare aber definitiv besser.

Technik

In Sniper Elite 4 darf man sich in einer weiten Open World austoben. Dies ermöglicht eine Vielzahl von alternativen Vorgehensweisen und Wegen. So stehen Tunnels, Höhlen oder Brücken für individuelle Wege zur Verfügung. Leider treten immer mal wieder vereinzelte Graphikunschönheiten, wie Flackern oder schwarze horizontale Striche sowie Popups auf. Ansonsten bietet die Grafik eine hervorragende Weitsicht, was insbesondere für ein Sniper Game erforderlich ist. Das Umgebungsbild ist detailliert und vermittelt eine eindrückliche Stimmung.

Auch der Sound und die Soundeffekte können überzeugen. Dies ist insofern nötig, da die gegnerische KI sehr empfindlich auf alle Umgebungsgeräusche reagiert. Dank den unterschiedlichsten Geräuschen können die Handlungen der Gegner nachvollzogen werden.

Tobias Geser [gto]

Tobias schreibt seit 2010 Game-Reviews. Am liebsten spielt er spannende Adventures und actionreiche Shooter Games. Mit FIFA hingegen kann er überhaupt nichts anfangen. In seiner Freizeit trifft man Tobias häufig auf dem Mountainbike an.

  1. Artikel
  2. Profil