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Project CARS 2 (2017)

Project CARS 2 (2017) PS4-Review

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H für Hyperschnell

H für Hyperschnell

Project CARS 2 folgt auf das vor zwei Jahren erschienene Project CARS. Das damals über Crowdfunding finanzierte Game von den Entwicklern von Slightly Mad Studios startete ein ambitioniertes Projekt: Die Szene im gesättigten Segment der Rennsimulationen (Forza, Need for Speed, Gran Turismo, F1, FIA WRC) neu beleben. Bei Kritikern kam Project CARS gut bis sehr gut an. Ähnliches darf von Project CARS 2 erwartet werden. Zwar ging an der Gamescom 2017 der Best Racing Game-Award an Forza Motorsport 7, dafür wurde das Game von Publisher Bandai Namco mit dem Best-Simulation Game-Award ausgezeichnet.

Einsteigen, Anschnallen, Gaspedal durchdrücken: In Project CARS 2 warten rund 140 meist legendäre Rennstrecken wie Monaco, Long Beach, Brands Hatch und natürlich die Nordschleife darauf, virtuelle Reifenspuren in ihren Asphalt gebrannt zu erhalten.


Rating: Sony PlayStation 4

Gameplay

Fresst Wasser!

Fresst Wasser!

Im Spiel gibt es eine umfangreiche Auswahl an Fahrzeugen, insgesamt sind es etwa 180, und zwar nicht nur verschiedene Hersteller, sondern auch Fahrzeugtypen - moderne, kultige, legendäre, historische. Zum Beispiel stehen Porsche GT3 RS, BMW M6 GT3, VW Polo RX oder der Nissan GT-R Nismo zur Verfügung. Es gibt fast 30 Motorsportarten zu bestreiten - GT-Serien, Rallyecross, IndyCar, Formel-Sport. Was die Vielfältigkeit betrifft, dürfte Project CARS 2 zu den breitesten Games innerhalb der Rennsimulationen gehören. Basierend auf diesen Wahlmöglichkeiten können individuelle Rennwochenenden oder ein Karrieremodus gestartet werden, der wohl interessanteste Modus, da er personalisierbar ist.

Unabhängig davon, wie angefangen wird: Jedes Auto fühlt sich beim Fahren anders an, hier ist eine realitätsnahe Umsetzung gelungen. Bei Sportarten mit einem klassischen Rennwochenende können Training-Sessions, die Qualifikation und natürlich das Rennen oder auch nur vereinzelt bestritten werden. Die KI der Gegner ist moderat aggressiv, allerdings fragt man sich manchmal, wie die Wunderzeiten in Qualifyings zustande kommen. Fahrfehler werden nicht verziehen: Wie in Project Cars gibt es hier keine Zurücksetzen-Option.

Man kann nie genug Spoiler haben

Man kann nie genug Spoiler haben

Autoaffinen Gamern wird gefallen, dass in der Box beim Set-Up jede Menge Einstellungen vorgenommen werden können - vom Abrieb bis zum Reifentyp - beinahe jede Schraube kann angepasst werden. Aber eigentlich sollte auf die strategische Simulation und nicht auf die durchaus berechtigten kleinen Details fokussiert werden. Wem das anfangs noch zu viel technisch Unbekanntes ist, kann sich auch für die voreingestellte Set-Up-Variante des Renningenieurs entscheiden. Für den lang anhaltenden Spielspass ist dies sicherlich ein Vorteil.

Multiplayer

Der Vorgängertitel bot online 32 Gamern Platz und einen Splitscreen für lokale Zweikämpfe gab es nicht. Das hat sich leider auch in Project CARS 2 nicht geändert. Im Gegenteil: Online können nur noch 16 Gamer zocken, und mit Freunden vor dem Bildschirm um die Wette fahren fällt auch aus.

Der Online-Modus ist mit einem Schwerpunkt auf E-Sports entwickelt worden. Es gibt unter anderem ein Ranking und Online-Meisterschaften. So kann online gegen Freunde oder in Wettbewerben angetreten werden.

Technik

Wer hat das längere Auto?

Wer hat das längere Auto?

Eine grosse Stärke von Project CARS 2 ist, dass sich Fahrzeuge der unterschiedlichen Kategorien entsprechend verhalten. Es benötigt jeweils etwas Zeit, sich darauf einzustellen. Dem Sound der dröhnenden Motoren wurde ausreichend Rechnung getragen - es gibt abhängig vom Auto hörbare Unterschiede. Ein V8-Veteran gurgelt anders als eine moderne Turboaufladung. Die KI ist besser als in anderen Rennsimulationen. Weder halten sich die Gegner konsequent an die Ideallinie noch gelingt ihnen fehlerfreies Fahren.

Das True-to-life-Handling fühlt sich authentisch an. Die technischen Charakteristika der Fahrzeuge, der Untergrund wie Schotter, Asphalt oder Schnee, die dynamischen animierten Wettereffekte, die Reifentemperatur - all das beeinflusst dank der gamephysikalischen Engine LiveTrack 3.0 die Performance und das Spielgefühl auf den Rennstrecken, die sehr akkurat nachempfunden worden sind. Grafisch gibt es weder bei den Autos noch bei den Strecken viel zu beanstanden. Die Perspektive kann gewählt werden, ob im Cockpit, Ego-Ansicht oder dicht hinter dem Wagen.

Es gibt kleinere Bugs, etwa wenn das Auto beim Boxenstopp durch die wartende Crew fährt, als sei sie Luft, oder beim Blick in den Rückspiegel zeigt sich, dass die Umwelttexturen erst noch am Laden sind. Im Grossen und Ganzen läuft Project CARS 2 im Offline-Modus rund, und die Ladezeiten halten sich kurz. Die Kollisionen sind wie im Vorgänger eher übertrieben. Schon kleine Schubser enden oft im Kiesbett. Auch die Umgebungsgrafik ist leider nicht verbessert worden.


Fazit

Project CARS 2 führt die Stärken des Vorgängers weiter. Der lang anhaltende Spielspass ist durch den Umfang an Strecken, Fahrzeugen, Motorsportarten und individuellen Einstellungsmöglichkeiten garantiert. Für Realismus sorgen das Handling, die Fahrphysik und die dynamischen Umweltbedingungen. Leider schmälern diverse grafische Unzulänglichkeiten die Freude etwas. Unter dem Strich eine gute Rennsimulation, die sich vor der grossen Konkurrenz nicht zu verstecken braucht.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.5

 

24.11.2017 / sar

Community:

Bewertung: 4.5 (1 Bewertung)

 

 

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