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Outcast: Second Contact (2017)

Outcast: Second Contact (2017) PS4-Review

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Die Zukunft ist Vergangenheit.

Die Zukunft ist Vergangenheit.

Outcast: Second Contact ist das fast gleichnamige Remake des ambitionierten Open-World-Spiels aus dem Jahre 1999. Damals war es ein Privileg, das Spiel zu besitzen bzw. überhaupt spielen zu können, denn durch die hohen Systemanforderungen kamen selbst die stärksten Rechner ins Schwitzen.

Mit seiner revolutionären Open-World legte Outcast den Grundstein für viele Elemente, die heute als selbstverständlich erachtet werden. Eine frei begehbare Welt und das Interagieren mit diversen Charakteren, das war in der Branche lange unvorstellbar. Die Neuauflage konzentriert sich in erster Linie auf eine bessere Grafik und angepasste Steuerung. Story und Gameplay sind mit ganz kleinen Ausnahmen komplett unverändert geblieben. Eine edle Absicht, doch konnten die Entwickler von Appeal den Erwartungen gerecht werden? Und noch wichtiger, lässt sich das Spiel heute noch so wunderbar zocken wie damals?


Rating: Sony PlayStation 4

Story

Der Hauptcharakter im Detail. Heute vs. damals.

Der Hauptcharakter im Detail. Heute vs. damals.

Die Story ist heute, wie damals, nichts wirklich Besonderes. In einer alternativen Zeitlinie unserer Weltgeschichte wurde bewiesen, dass es neben unserem Universum noch unzählige weitere Paralleluniversen gibt. Die amerikanische Regierung entschliesst sich dazu, eine Raumsonde zur Erkundung einer dieser fremden Welten durch ein Portal zu schicken. Doch kurz nach der Landung kommt es zu einem Zwischenfall, bei dem die Sonde beschädigt wird, was einen Energierückstoss auslöst, welcher das Portal trifft und instabil werden lässt. Dadurch verwandelt sich das Portal in ein schwarzes Loch, welches nnert kürzester Zeit rapide zu wachsen und die gesamte Erde zu zerstören droht.

Die US-Regierung beschliesst, ein Team bestehend aus drei Wissenschaftlern und einem Navy-Commander durch das Portal zu schleusen, damit diese die Sonde finden und mithilfe von Chipkarten reparieren können. Doch während des Transfers in die fremde Welt kommt es zu Komplikationen, sodass das Team voneinander getrennt wird. Wir schlüpfen hierbei in die Haut des Navy-Commanders Cutter Slade und erwachen in der Welt Adelpha. In Obhut der sogenannten Talaner wachen wir in einem kleinem Rebellendorf auf, in dem die Bewohner seit langer Zeit auf die Ankunft des Ulukais warten, dem Erlöser aus einer alten Prophezeiung.

Gameplay

Hallo erstmals und willkommen auf Adelpha.

Hallo erstmals und willkommen auf Adelpha.

Das wohl wichtigste Element von Outcast: Second Contact dürfte das Gameplay sein. Während Moderne Open-Worlds nur so von Inhalten strotzen und uns mit tausenden Questmarkern überrumpeln, bleibt dieses Spiel seinem Ursprung treu. Bitte nicht falsch verstehen, denn es gibt durchaus Nebenquests und fremde Charaktere zu entdecken, doch liegt es allein an uns, die gesamte Welt zu entdecken und zu erleben. Im Menü lassen sich offene Nebenquests zwar nachlesen, doch das war es dann auch schon. Abgesehen von vagen Richtungsangaben und Anhaltspunkten wird uns nichts gegeben, an dem wir uns orientieren können. Im Vergleich zum heutigen Open-World-Genre fühlt man sich gefordert, und jedes erreichte Ziel fühlt sich nach einem richtigen Erfolg an statt nach einem einfachen Abklappern aller Punkte auf der Karte.

Ein Punkt, der Kritik verdient, ist hingegen die Steuerung. Das Spiel lässt sich durchaus mit den heutigen Mitteln spielen, aber trotzdem wurden einige sehr seltsame Entscheidungen getroffen. Das automatische Zielsystem zum Beispiel lässt sich bedienen, jedoch entscheidet dieses völlig autonom, welcher Gegner anvisiert werden soll. Ein Durchschalten der Ziele ist nicht möglich. Ein anderer Punkt dürfte die Kamerasteuerung sein. Zwar können wir diese völlig frei um uns herumdrehen, doch in bestimmten Situationen, wie in Innenräumen oder beim Zielen, zoomt diese an unseren Charakter heran. Theoretisch soll uns dies einen besseren Überblick ermöglichen, doch in der Praxis ist das genaue Gegenteil der Fall, denn unser Sichtfeld wird andauernd durch unseren Charakter verdeckt. Trotzdem sollte man sich davon nicht abschrecken lassen, denn man gewöhnt sich schnell an diese Umstände, wodurch sich die Erfolgserlebnisse umso besser anfühlen.

Technik

An der Detailverliebtheit des Spiels lässt sich nicht meckern.

An der Detailverliebtheit des Spiels lässt sich nicht meckern.

Auf der technischen Seite bietet sich uns ebenfalls ein zweischneidiges Schwert: einerseits die detaillierte und wunderbar umgesetzte Welt, andererseits die klotzigen Animationen der Charaktere; einerseits die stimmungsvollen Hintergrundgeräusche, andererseits die altbackenen Sprüche der Charaktere. In der heutigen Zeit von Motion Capture und aufwändig produzierten Synchronisationen kann Outcast sicher nicht mit anderen Vertretern des Genre mithalten, was finanziell wohl auch schwer umzusetzen gewesen wäre. Nichtsdestotrotz bietet sich uns eine dichte Atmosphäre, die nur gelegentlich von den bereits erwähnten Mankos getrübt wird.

Ansonsten läuft das Spiel beinahe immer flüssig. Nur beim Teleportieren in ein neues Gebiet stören uns Ruckler, doch wenn diese erstmal verflogen sind, gibt es nichts mehr, das unsere Erkundungstouren durch Adelpha gross stören kann. Wer keinen Grafikfetisch hat und die Schnauze voll hat von den augenscheinlich perfekten, aber am Ende doch total verbuggten Open-Worlds, wird auf seine Kosten kommen.


Fazit

Sicherlich ist Outcast: Second Contact nicht mehr das Meisterwerk von damals. Dennoch hat das Spiel seinen Reiz. Die Story ist zwar nichts Besonderes, hält aber den einen oder anderen unerwarteten Twist bereit und wird in sich schlüssig erzählt. Beim Gameplay macht es genau das richtig, woran viele Open-Worlds heutzutage scheitern. Anstatt uns an die Hand zu nehmen, damit der Spieler kaum vor Schwierigkeiten stösst, lässt uns das Spiel nach ein paar Minuten komplett freie Hand beim Erkunden. Manchmal ist das Ganze etwas hakelig aufgrund der Steuerung, hat man sich aber erst daran gewöhnt, ist auch das kein Hindernis mehr. Auf der technischen Seite hingegen hinterlässt das Spiel höchstens einen mittelmässigen Eindruck. Man spürt das Alter der Vorlage.

Trotz allem ist das Spiel für jeden eine Empfehlung, der gerne Abenteuer auf eigene Faust erlebt oder dessen Rechner 1999 beim Release des Originals ständig von Abstürzen geplagt war. Wer auch gerne mal eine Abwechslung zum üblichen Genre-Standard erleben möchte, kann hier ohne Bedenken zugreifen.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.5

 

15.02.2018 / fum

Community:

Bewertung: 4.5 (1 Bewertung)

 

 

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