Nioh (2017)

Nioh (2017)

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PS4-Review: Ninja Souls

Der japanische Joker?
Der japanische Joker? © Entwickler / Publisher

Die Formel von From Software und den "Soulsborne"-Spielen scheint sich nicht auszuschöpfen. Neben eher mauen Klonen wie Lords of the Fallen finden sich auch beachtliche Umsetzungen wie Salt and Sanctuary oder, wie in diesem Fall, Nioh.

Team Ninja meldet sich eindrücklich zurück mit diesem epischen Abenteuer im feudalen Japan. Hauptfigur ist aber nicht etwa ein legendärer Shogun, sondern ein englischer Seemann. William Adams, der später als erster westlicher Samurai bekannt werden sollte, wurde von seiner Königin ins ferne Asien entsandt, um sich das mächtige Amrita zu sichern, den Stoff, aus dem Krieger gemacht sind.

Nioh hat sich im Laufe seiner Entwicklung ganz schön gemausert. Waren die Aussichten in der Alpha anfangs 2016 noch düster, zeigte die Beta Ende Jahr viele kleine Verbesserungen. Für die finale Version muss man nun eine deutliche Kaufempfehlung aussprechen. Die harten, taktischen Kämpfe sind spannungsgeladen und bieten Nervenkitzel pur. Der Vergleich zu den Games von From Software liegt nahe. Nioh ist jedoch so viel mehr als ein Dark-Souls-Klon in Japan. Vielmehr drückt Team Ninja den bewährten Mechaniken seinen eigenen Stempel auf und erweitert das Kampfsystem um interessante Aspekte. Gut gemacht!

Story

Come at me, bro!
Come at me, bro! © Entwickler / Publisher

Bei genauerer Betrachtung ist die Handlung lediglich eine mehr oder weniger ausgefeilte Ausrede, um das tolle japanische Setting aufzugleisen. Wenngleich Williams Geschichte fantasievoll vorangebracht wird, ist es vielmehr die wunderbare Folklore Nippons, die zu begeistern weiss. Fans der japanischen Geschichte und Kultur finden hier zahlreiche Anspielungen auf vergangene Ereignisse und Personen.

Gameplay

Nioh ist so viel mehr als ein Dark Souls in Japan. Zwar hat sich Team Ninja grosszügig bei seinem Vorbild bedient. Amrita stellt beispielsweise das Pendant zu den Seelen in den Souls-Spielen dar. Das grundlegende Kampfsystem spielt sich ebenfalls ähnlich und wartet mit leichten und schweren Schlägen sowie einem Ausweichmanöver auf.

Allerdings geht Nioh einen Schritt weiter und erlaubt dem Spieler eine grössere Freiheit in der Wahl des Spielstils. So könnt ihr jede Waffe in drei Stellungen halten. Haltet ihr sie niedrig, führt ihr schnelle, aber schwache Schläge aus. In der mittleren Stellung könnt ihr bestens parieren und ihr habt eine ausgewogene Balance von Kraft und Schnelligkeit. In der hohen Stellung könnt ihr harte, aber langsame Hiebe ausführen.

Ähm, hilfe?
Ähm, hilfe? © Entwickler / Publisher

Um in den anspruchsvollen, taktischen Kämpfen zu bestehen, habt ihr eine enorme Vielzahl an Tötungswerkzeugen zur Verfügung. Hier erinnert Nioh an Diablo, denn überall findet ihr neue Waffen und Items. Das führt jedoch auch dazu, dass das Aufwerten alter Waffen mitunter die Bedeutung verliert, wenn ihr alle paar Schritte eine neue, womöglich bessere Version findet.

Ein weiterer Unterschied zu den Souls-Spielen ist die Handhabung der Ausdauer. In Nioh verbraucht ihr mit jedem Schlag, mit jedem Ausweichen Ki. Ist das verbraucht, seid ihr wehrlos, bis sich der Balken wieder auffüllt. Ihr könnt jedoch eure Combo verlängern, indem ihr die blauen Funken aufsammelt, die während des Kampfes entstehen, und so ein Stück des Balkens füllt. Ki erweitert somit euer Kampfrepertoire um interessante, taktische Nuancen.

Multiplayer

Leider könnt ihr die Kampagne nicht von Beginn an zu zweit bestreiten. Allerdings bietet euch das Spiel die Möglichkeit, jemandem auszuhelfen, wenn ihr das Gebiet bereits beendet habt. Ebenfalls könnt ihr Missionen direkt kooperativ von der Weltkarte aus starten. Die Tode anderer Spieler seht ihr an den roten Grabsteinen. Interagiert ihr mit ihnen, kommen sie an die Oberwelt und ihr messt euch mit ihren Geistern im Kampf.

Technik

Es ist alles nur ein Traum.
Es ist alles nur ein Traum. © Entwickler / Publisher

Nioh ist nicht das technisch beeindruckendste Spiel, aber es kann sich durchaus sehen lassen. Besonders die japanische Kulisse wirkt frisch und unverbraucht. Im Gegensatz zu Dark Souls handelt es sich hiermit nicht um eine grosse, verbundene Spielwelt. Stattdessen gibt es hier einzelne, in sich geschlossene Levels. Ganz löblich ist es, dass euch auf der PS4 Pro die Entscheidung überlassen wird, ob ihr eine erhöhte Bildrate, und damit eine flüssigeres Gameplay, oder mehr grafische Details und Bildverbesserungen wollt.

Alejandro Garcia [ale]

Alejandro schreibt und redigiert im Games-Bereich seit 2009 für OutNow. Sein Einflussbereich ist die Konsole, wo er Militär-Shooter und Racer mit Erfolg vermeidet. Dafür verschlingt er alles, was FromSoftware ihm vorsetzt.

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Teaser: PSX16 Englisch, 01:31