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Need for Speed: Payback (2017)

Need for Speed: Payback (2017) PS4-Review

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Welcher Wagen darf es sein?

Welcher Wagen darf es sein?

Need for Speed: Payback führt ein weiteres Mal in die Szene der illegalen Strassenrennen und aufgemotzten Boliden. Publisher Electronic Arts führt die Franchise-Zusammenarbeit mit Ghost Games weiter, die bei Need for Speed: Rivals begann. Was kann die Serie nach 23 Jahren in der Welt der virtuellen Raserei noch bieten?

Das fiktive Fortune Valley bildet die Spielwelt. Hauptprotagonist Tyler Morgan und seine Freunde werden von ihrer eigentlich Verbündeten Lina Navarro an die Polizei verraten, und diese wechselt obendrein die Seite: Sie ist jetzt Teil des Unterwelt-Kartells namens House. Tyler vereint seine Freunde und will sich rächen.


Rating: Sony PlayStation 4

Story

Niemand kriegt mich!

Niemand kriegt mich!

Es gibt tatsächlich eine Story und Figuren in einer Rennsimulation, was erwähnenswert ist. Das verleiht dem Game ein menschliches Antlitz und schafft Identifikationspotenzial. Im Vergleich zum Vorgängertitel Need for Speed ist das schon mal was. Leider erfährt man im Vorspann nur das übergeordnete Motiv: Rache. Alles andere über die Charaktere Tyler, Mac und Jess, die sich "Die Crew" nennen, bleibt rätselhaft. So entsteht nur ein oberflächliches Bild. Das Script wirkt sehr platt und ist bis ans Ende voraussehbar, da wenig Spannung und keine Überraschungen auftauchen. Doch wichtiger sind sowieso die gewonnenen Rennen, um voranzuschreiten. Zusätzlich zur Kampagne sind fünf Autowracks versteckt, die es zu finden und aufzumotzen gilt. Das lohnt sich, denn im Gegensatz zu den konventionellen Autotypen im Spiel sind sie nicht mit einem Set für einen Zweck prädestiniert, sondern folgen den Gamerwünschen.

Gameplay

Das Arcade-Prinzip der Need for Speed-Reihe ist bekannt. Möglichst lange den Gashebel unten halten und nie bremsen. Um in der Story voranzukommen, müssen in Payback Gegner der lokalen Tuning-Szene besiegt werden, die in Ligen organisiert sind. In Blockbuster-Missionen wird die Story etappenweise auf die Spitze getrieben, und echtes Teamwork lässt Tyler, Mac und Jess zusammenwachsen. Bei Rennsiegen erhält man Prämien und kann zusätzlich vor Rennstart eine Wette annehmen oder ablehnen (zum Beispiel "Rennen für 1 Minute anführen" oder "nie von der Strasse abkommen") und bei erfolgreichem Verlauf die Gewinnsumme entsprechend erhöhen, allerdings sind die Rennen insgesamt zu stereotypisch und einfach zu gewinnen, zumal das Gelände sehr weitläufig (nicht nur wegen Open-World) und der Verkehr ziemlich dünn ist. Die Cops sind in vergangenen Need for Speed-Ausgaben schon wesentlich hartnäckiger gewesen. In Payback überschlagen sie sich meistens schon nach einem Rempler; vor ihnen zu fliehen stellt meistens kein Problem dar. Nach erfolgreich absolvierten Missionen oder durch Kauf mit der InGame-Währung im Tuning-Shop erhält man Tuning-Teile in Form von Speed-Karten, mit denen sich die Autos verbessern lassen (zum Beispiel Auspuff, Nitro-Einspritzung, Motor).

Ich bin schneller!

Ich bin schneller!

In Need for Speed: Payback gibt es fünf Autokategorien (Racer, Offroad, Drift, Drag, Runner) mit jeder Menge lizenzierter Autos. Der Fuhrpark beeindruckt. Wer die Liste durchliest, kriegt richtig Wehmut. Legendäre japanische Marken wie Subaru, Mitsubishi, Honda oder Nissan mit einschlägigen Tuning-Modellen wie der S2000, Skyline, 350Z oder GT-R sind dabei, genauso wie die deutschen Premium-Hersteller Audi, BMW, Porsche und die Old-School-Muscle-Cars von Dodge bis Chevy (Buick GNX, Bel Air) bis zu den Superboliden von den Edel-Schmieden Aston Martin, McLaren und Koenigsegg. Es versteht sich von selbst, dass die Autos sich tunen, aufmotzen und individualisieren lassen und mit vorschreitender Handlung hochkarätiger werden. Der Offroad-Spass kommt mit Modellen wie der G-Klasse von Mercedes und dem Land Rover Defender auch nicht zu kurz.

Abseits des Kampagnenmodus gibt es zahlreiche Extras zu erfüllen, die mit Boni und Inhaltsfreigaben belohnt werden. Das meiste ist bekannt aus Vorgängertiteln, etwa die Speed-Traps, Plakatwände durchspringen oder die Speed-Intervalls. Für gutes Driften in Drift-Zonen, Windschattenfahren und Beinahe-Unfälle für möglichst enges Vorbeifahren bei hoher Geschwindigkeit an einem anderen Auto gibts auch Punkte. Das ist zwar insgesamt nichts Neues, macht aber nach wie vor viel Laune.

Multiplayer

Ein echtes Offroad-Monster!

Ein echtes Offroad-Monster!

Etwas Gutes zuerst: Online-Zwang gibt es in Payback nicht mehr. Allerdings entfällt auch die Möglichkeit, Cop zu spielen, wie das in vergangenen Titeln der Fall war. Multiplayer-Rennen gibt es in Form von Speedlists. Damit sind eine Menge Belohnungen einzusacken, darunter Leistungsteile und Geld. Der Spieler wird online mit anderen Spielern mit Autos ähnlicher Leistungsstufen und vergleichbaren Fahrerfähigkeiten zusammengebracht. Mit Siegen steigt die Chance, Teile zu erhalten. Es spielt also keine Rolle, welchen Rang - von Fahranfänger bis Legende - man bekleidet. Mit den kompetitiven Online-Rennen ist der Multiplayer leider erschöpft.

Technik

Die Steuerung ist sehr intuitiv gelungen, griffig und erlaubt optimale Kontrolle. Selbst in engen Kurven gelingen Drifts vorzüglich. Die Autos sind detailgetreu ins Spiel übertragen worden und fahren sich je nach Modell unterschiedlich. Das Schadensmodell entlockt eher Schmunzeln als Kopfschmerzen; beinahe ohne Konsequenzen können andere Fahrzeuge und Gegenstände gecrasht werden. Die Karte vermittelt Übersicht und zeigt an, wo Events stattfinden oder Sammelobjekte oder Tuning-Shops zu finden sind. Wie gewohnt gibt es eine Punkt-zu-Punkt-Navigation. Die Umgebung besteht aus Pass-Strassen, Wüstengeraden, Canyons und der Glücksspielstadt Silver Rock, erinnert jedoch in ihrer grafischen Erscheinungsweise eher an blutleere Gegenden und verlassene Pampa und ist alles andere als actionreich.

Es kann nie genug rauchen!

Es kann nie genug rauchen!

Einmal geladen, läuft das Spiel recht flott, kleinere technische Mängel wie nachladende Texturen in Zwischensequenzen treten zwischendurch auf. Bei den Dialogen hätte sich mehr Aufwand gelohnt: Sie sind genauso blutleer wie die meisten Gegenden in Payback. Gamer, die ihre Autos leistungstechnisch und optisch ausreizen wollen, kommen um Mikrotransaktionen wohl nicht herum, was das Spielerlebnis als Ganzes negativ beeinträchtigt.


Fazit

In Need for Speed: Payback wechseln sich nitroberauschende Action und langweiliges Abklappern von Pflicht-Events ab. Die Story ist durch die Anlehnung an Fast & Furious etwas packender geworden, die Tuning-Philosophie aus dem glorreichen Need for Speed: Underground kehrt zurück, und die Fahrphysik sowie der grosse Fuhrpark machen Spass. Dieser wird leider durch Mikrotransaktionen, langweilige Streckenlayouts und die öde Spielwelt getrübt, sodass Payback zwar besser als der Vorgänger ist, aber nicht an die Top-Spiele der Reihe heranreicht.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.0

 

14.12.2017 / sar

Community:

Bewertung: 4.0 (1 Bewertung)

 

 

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