Weiter zu OutNow.CH »
X

Middle-Earth: Shadow of War (2017)

Middle-Earth: Shadow of War (2017) Xbox One-Review

» Rating   » Story   » Gameplay   » Multiplayer   » Technik   » Fazit & Wertung


Spider-Man, Spider-Man...

Spider-Man, Spider-Man...

Talion und Celebrimbor schmieden heimlich einen neuen Ring der Macht. Als die böse Shelob Celebrimbor als Geisel nimmt, zwingt sie Talion dazu, ihr den Ring im Tausch für Celebrimbors Geist zu überlassen. Er gehorcht und erfährt, dass sie alle einen gemeinsamen Feind haben: Sauron. Der dunkle Herrscher marschiert auf Minas Ithil, die Stadt, die den mächtigen Palantir beschützen soll. Ist er erst einmal im Besitz dieses Artefakts, wird Sauron noch schwerer aufzuhalten sein.

Shadow of Mordor überzeugte vor allem mit seinem neuen, revolutionären Nemesis-System. Mit Shadow of War hat Entwickler Monolith versucht, dem System mehr Tiefe zu geben und es noch komplexer und spannender zu gestalten, dazu soll die Welt grösser und belebter sein. Also ganz nach dem Motto "grösser, besser, lauter", das auch schon in die Hose ging.


Rating: Microsoft Xbox One

Story

Balrog'nRoll!

Balrog'nRoll!

Wie bereits im ersten Teil kann auch in der Fortsetzung die Geschichte nicht überzeugen. Diesmal ist aber der Einstieg furchtbar schwach und haltlos. Nichts wird sauber aufgesetzt, man wird einfach in die Welt geschleudert. Der weitere Storyverlauf wird nicht wirklich besser, auch weil Talion ein furchtbar langweiliger, leerer Protagonist ist. Viel spannender ist es, mit dem Nemesis-System eigene, einzigartige Geschichten zu erleben.

Gameplay

Da Celebrimbors Geist noch immer in Talion weilt, profitiert dieser von übernatürlichen Fähigkeiten. Er kann wuchtig mit der Faust auf den Boden hämmern, um nahestehende Gegner umzuwerfen, die Zeit beim Bogenschiessen verlangsamen oder den Geist von Celebrimbor gegnerische Orks meucheln lassen. Viele dieser Fähigkeiten stehen bereits zu Beginn zur Verfügung, was die Kämpfe erstaunlich einfach macht.

Du bist gefeuert!

Du bist gefeuert!

Dadurch werden sie aber auch langweiliger. Dies liegt unter anderem daran, dass die offene Welt gefüllt und gleichzeitig furchtbar leer ist. Zwar stapfen überall Gruppen von Orks durch den Dreck oder saufen aus ihren Kübeln und man wird ständig von ihnen angepöbelt. Aber Talion bewegt sich derart schnell, dass man ihnen einfach ausweichen und davonrennen kann. Wirklich etwas zu tun in der Welt gibt es nicht. Man kann hochrangige Orks jagen und einige belanglose Sammelgegenstände sammeln, aber das war's.

Apropos hochrangige Orks: Das Nemesis-System ist wie schon im Vorgänger das absolute Highlight des Spiels. In diesem System gilt es, eine Armee von Ork-Captains und -Häuptlingen entweder kaputtzuschlagen oder zu infiltrieren - oder eine Kombination von beidem. Aufgrund der vielen Charaktereigenschaften, die die Orks besitzen, wirkt jeder einzigartig. Wenn man sich dazu entscheidet, Orks wie Pokémon zu sammeln, entsteht ein Meta-Game, das in sich viel besser ist als der Rest rundherum. Das Nemesis-System und die Hauptstory fühlen sich wie zwei verschiedene Spiele an - wobei das eine viel besser ist als das andere.

Ein Licht am Ende des Kampfes...

Ein Licht am Ende des Kampfes...

Ist die eigene Ork-Armee erst einmal zusammengestellt, kann man die Festung des Herrschers der jeweiligen Region angreifen, um sie zu erobern. Schlaue Füchse spielen dabei seine eigenen Untertanen gegen ihn aus. Schwarzweiss ist Shadow of War aber keineswegs. Es ist durchaus möglich, dass sich ein Ork in letzter Sekunde wieder gegen uns wendet oder uns hintergeht. Dies gibt dem Spiel eine gewisse Unberechenbarkeit.

So haben wir erlebt, wie ein Ork aus einer anderen Region mit dem klingenden Namen Flak the Mindless, der nichts anderes als "I don't know!" von sich gab, urplötzlich aus dem Hinterhalt auftauchte und uns zum Kampf forderte - welchen wir verloren. Darauf stieg Flak ein Level auf, bezwang danach direkt den Overlord der Region und war nun plötzlich Herrscher. Als wir seine Festung angriffen, trottete er aus seinem Gemach und begann seine triumphierende Rede. So stand also ein äusserst verwirrter Herrscher auf dem obersten Podest und stammelte nichts anderes als "I don't know!" in die Menge. Solche Ereignisse, die interessanter sind als jede Hauptstory-Mission, gibt es immer wieder in Shadow of War.

Multiplayer

Team Fortress: Middle-Earth

Team Fortress: Middle-Earth

Shadow of War bietet eine asymmetrische Multiplayer-Komponente, in der man versuchen kann, gegnerische Festungen einzunehmen - wahlweise mit oder ohne Konsequenzen für die Armee im Singeplayer-Modus. Wenn man im vierten Akt nicht schon genug Festungen verteidigt bzw. erobert hat, dann wird der Multiplayer-Teil diese Lust wohl befriedigen.

Technik

Während der erste Teil lediglich zwei Welten bot, sind es im zweiten Teil nun wesentlich mehr, die alle unterschiedlich aussehen und anders ausgelegt sind. Es spielen sich zwar alle gleich, aber zumindest bietet es so visuelle Abwechslung. Hübsch ist das Spiel aber nicht, trotz 4K-Auflösung und HDR auf der Xbox One X. Es liegt nicht einmal an der teilweise gar kantig aussehenden Umgebung, sondern viel mehr am furchtbaren Style. Die Welten sind trotz schönem Lighting nicht schön anzusehen, das Figuren-Design ist schwach - ausser den hohen Orks, die sind toll - und vor allem sind die Menüs unübersichtlich und hässlich.


Fazit

Middle-earth: Shadow of War baut das aus, was es bereits gut konnte, und schlampt bei dem, was es nicht gut konnte. Die belanglose Geschichte fesselt nicht, der Style überzeugt vor allem in den Menüs nicht - mit Ausnahme der Ork-Captains -, die Welt ist überfüllt und leer zugleich und die Nahkämpfe sind selten spannend. Dafür ist das Nemesis-System absolut grossartig und lässt über viele der anderen Fehler hinwegsehen, da es selbst die unberechbarsten, einzigartigsten und besten Geschichten schreibt.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.5

 

15.02.2018 / nna

Community:

Bewertung: 3.5 (1 Bewertung)

 

 

» Deine Wertung?

Kommentare:

1 Kommentar