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Divinity: Original Sin II (2017)

Divinity: Original Sin II (2017) PS4-Review

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Wilder Westen mal anders

Wilder Westen mal anders

Nach all dem Erfolg, den die Larian-Studios mit dem PC-Rollenspielepos Divinity: Original Sin und der anschliessenden Portierung auf Konsolen gefeiert haben, war die Fortsetzung nur noch eine Frage der Zeit. Ohne an ihrem Erfolgsrezept zu rütteln, haben sie erst den Nachfolger im Jahr 2017 für PC veröffentlicht und nun endlich auch die definitive Edition für Konsolen nachgeliefert.

Angesetzt etliche Jahre nach dem Vorgänger, erzählt Divinity: Original Sin 2 eine neue Saga, entweder aus der Perspektive eines der sechs einzigartigen Charaktere (inklusive eigener Vorgeschichten und Quests) oder aus derjenigen eines eigenen Charakters. Die Geschichte nimmt ihren Lauf auf einem Gefangenenschiff, aber was dann folgt, hängt vom gewählten Charakter und den eigenen Entscheidungen ab.


Rating: Sony PlayStation 4

Story

Hallo, ist jemand zu Hause?

Hallo, ist jemand zu Hause?

Die vorgefertigten Charaktere bieten eine nette Abwechslung und sorgen schon zu Beginn für die Qual der Wahl. Mit den vielen Ecken und Kanten, den glaubwürdigen Geschichten und geplagten Geister vermögen sie derart zu überzeugen, dass man auch bei der Party-Bildung immer wieder ins Wanken kommt. Tatsächlich stellen sie aber nur die Spitze des Eisbergs dar.

Die gesamte Geschichte, alle NPC sowie Haupt- und Nebenmissionen bieten derart viele mögliche Vorgehensweisen an, dass man ständig noch eine bessere, friedlichere oder brutalere Art findet, um an sein Ziel zu gelangen. Das Experimentieren mit diesen extremen Situationen sowie Aktionen und Reaktionen ist unglaublich unterhaltsam, nicht zuletzt auch deshalb, weil gegenüber dem Vorgänger die Wegfindung und Aufgabenstellung verbessert wurden, ohne jedoch an Komplexität und Spannung eingebüsst zu haben.

Der Zirkel des Vertrauens

Der Zirkel des Vertrauens

Egal ob Tiere, Geister oder NPCs, alle tragen dazu bei, dass man seinen eigenen dramaturgischen Weg einschlagen kann, fernab von vorgegeben Pfaden und gepflasterten Strassen. Natürlich besteht bei all diesen Freiheiten auch die Gefahr, sich in diesem Wirrwarr an Geschichten, Charakteren und Missionen zu verlieren. Dies ist jedoch ein Preis, den man mehr als gewillt ist zu bezahlen.

Gameplay

Larian Studios erfinden mit Divinity 2 das Rollenspiel-Rad nicht neu. Angefangen beim Management der eigenen Party, wo sich Mitstreiter mit zahlreichen Ausrüstungen, Waffen oder magischen Fähigkeiten aufrüsten lassen, bis hin zum geschickten Umgang mit Talenten und Fähigkeiten, welche dazu dienen, in jeder Situation den maximalen Vorteil herauszuholen, bietet das Spiel nichts Neues.

Ich suche Käpt'n Hook!

Ich suche Käpt'n Hook!

Die Freiheit bleibt dennoch bestehen, denn je nach eigenem Gutdünken können Nah- und Fernkämpfer bestimmt, Heiler und Magier auserwählt sowie besonders fähige Händler oder mit Tieren sprechende Abenteurer auserkoren werden. Richtig oder falsch gibt es in dem Sinn nicht, je nachdem wie man aber gerne spielt, können Vor- oder Nachteile entstehen.

Die Kämpfe selbst sind wie man sie aus Teil 1 kennt und liebt: taktisch, rundenbasiert und extrem fordernd. Elemente, Hilfsmittel, nützliche Objekte aber auch Geländevorteile und Wohlbefinden können schnell über Sieg oder Niederlage entscheiden. Die Lernkurve ist gut, die Schwierigkeit lässt sich bestimmen, sodass man sich auch als Neuling durch die tolle Welt kämpfen kann, ohne jemals frustriert den Controller gegen die Wand zu werfen.

Erholung muss auch mal sein

Erholung muss auch mal sein

Alles in allem wurde die bereits erfolgreiche Formel gekonnt mit auffälligen und unauffälligen Verbesserungen noch weiter verfeinert. Das Endergebnis ist ein rundum unterhaltsames und langlebiges taktisches Abenteuer, das sich zudem gut mit dem Controller steuern lässt und gut und gerne zu einem zweiten oder dritten Durchgang einlädt.

Multiplayer

Lass sie brennen

Lass sie brennen

Natürlich darf der Mehrspieler-Modus in der heutigen Zeit nicht fehlen. Obwohl dies bei einem solchen Spiel nicht gerade auf der Hand liegt, wurde es ganz gut gelöst. Bis zu vier Spieler können im Netz gemeinsam auf Abenteuer gehen, aber auch ein geteilter Bildschirm ist dabei. Der Drop-in-/Drop-out-Koop-Modus funktioniert extrem gut in beiden Varianten und bietet eine gute Abwechslung zur normalen Spielweise.

Das ist aber nicht genug, denn fernab des Hauptschauplatzes warten auch noch brandneue PvP- und Spielleiter-Modi, die es ebenfalls in sich haben. Hier gibt es zwar ab und zu doch noch das eine oder andere Problem, aber nichts was wirklich nennenswert oder problematisch wäre.

Technik

Es geht auch ohne Feuer

Es geht auch ohne Feuer

Optisch wird einiges geboten, angefangen bei der detailreichen Welt, über die abwechslungsreichen Schauplätze bis hin zu den tollen Monster-Modellen und Charakteren. Die guten Synchronsprecher verleihen den Figuren die nötige Glaubwürdigkeit und erwecken sie so zum Leben. Da stört es auch nicht, dass die musikalische Untermalung nicht gerade ins «Ohr» fällt.

Klar ist, mit Maus und Tastatur wäre es natürlich einfacher und intuitiver gewesen, vor allem was das Anvisieren von Gegnern, Einsammeln von Beute oder die Nutzung von Tränken und Fähigkeiten betrifft, dennoch ist der Kompromiss durchaus gut. Sobald man sich an die Tastenbelegung und die gut durchdachten Lösungen gewöhnt hat, möchte man den Controller nicht mehr aus der Hand geben.


Fazit

Es ist zunehmend eine gute Zeit für Konsolenspieler, die auf taktische Rollenspiele oder Simulationen stehen. Mit unter anderem XCOM 2 und dem ersten Teil von Divinity gab es doch es einige gute Portierungen. Divinity: Original Sins 2 ist da keine Ausnahme. Ohne auffällige Änderungen aber dank der konsequenten Vorgehensweise steht Teil 2 dem ersten in nichts nach, ganz im Gegenteil. Die wenigen Kritikpunkte wurden allesamt gekonnt angegangen, zudem bieten die vorgefertigten Charaktere einiges mehr als Immersion und Spannung, was natürlich auch nicht schaden tut. Fans haben schon längst zugegriffen, alle andere verpassen was.


OutNow.CH:

Bewertung: 5.5

 

06.10.2018 / pan

Community:

Bewertung: 5.5 (1 Bewertung)

 

 

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