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Cuphead (2017)

Cuphead (2017) Xbox One-Review

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Der Boden ist Lava! Also so wirklich...

Der Boden ist Lava! Also so wirklich...

Cuphead und Mugman wohnen auf der Inkwell Isle. Trotz Vorwarnung begeben sie sich ins Casino des Teufels, wo eine Glückssträhne der beiden des Teufels Aufmerksamkeit weckt. Er macht ihnen ein reizvolles Angebot: Gewinnen sie, gehört das Casino ihnen. Verlieren sie, gehören ihre Seelen ihm. Sie verlieren, und nach langem Betteln kommt der Teufel auf eine Idee: Die beiden Brüder sollen die Seelen der Schuldner des Teufels sammeln. Dann lässt er sie vielleicht gehen...

Nachdem an der E3 2014 eine kurze Vorschau gezeigt worden war, stand die Gaming-Community Kopf. Das dezentrale Studio MDHR wurde sogleich von Microsoft unterstützt, und den Produktionswert sieht man dem Spiel auch an. Alles, was es im Spiel zu sehen gibt, ist von Hand gezeichnet und am Computer eingefärbt. Ursprünglich für 2014 angekündigt, dürfen wir das Spiel mit über drei Jahren Verspätung in Händen halten. Ob sich das Warten gelohnt hat?


Rating: Microsoft Xbox One

Story

Let's dance!

Let's dance!

Cuphead ist ein vor allem ein Boss-Rush-Game, soll also möglichst innovative, schrullige und abgefahrene Bossgegner bieten. Da ist für eine Wahnsinnsgeschichte kein Platz. Allerdings ist es ganz clever gelöst, dass Cuphead nicht jemand anderes retten muss, sondern seinem eigenen Geiz zum Opfer fällt und sich somit selbst retten muss. Die Storyeinspieler sind sehr kurz gehalten, denn wir wollen ja gspässige Bosse besiegen!

Gameplay

Apropos Bosse: Der Löwenanteil der Zeit in Cuphead verbringt man mit dem Bekämpfen ebendieser. Davon gibt es insgesamt 19 Stück, verteilt über drei Inseln und die Hölle. Der gewählte Artstyle lehnt sich stark an die Cartoons der 1930er-Jahre an und auch das Bossdesign ist demensprechend abgefahren. Ein laserschiessender Riesenroboter? Klar! Ein Achterbahn-vernarrter Clown, der zu einem Karussell wird? Aber sicher! Zwei Boxerfrösche, die sich in einen Spielautomaten verwandeln? Wieso auch nicht!

Aufgeblasener Sack...

Aufgeblasener Sack...

Diese Bossgegner sind nicht nur designtechnisch innovativ, sondern auch die Formen, die sie annehmen, erfrischend erfinderisch. Bei jeder Phase muss man seine Spielweise anpassen. Klar, unterm Strich schiesst man auf die Gegner und weicht diversen entgegenkommenden Geschossen aus. Aber wie das Spiel den Spieler liest und genau zu wissen scheint, was dessen nächster Zug sein wird, ist das Ergebnis harter und gut durchdachter Arbeit.

Wenn man den Dreh einmal raushat und die überfüllte Bildfläche in wichtige und unwichtige Abschnitte einteilen kann, ist das Spiel immer noch kein Zuckerschlecken. Ganz im Gegenteil: Die Bosse sind schwer. Nicht "so bizli" herausfordernd, sondern "Controller an die Wand werfen"-schwer. An einem einzigen Boss länger als eine Stunde zu verzweifeln ist keine Seltenheit. Cuphead ist so designt, dass man jede Bewegung, jede Aktion der Gegner lesen und auswendig lernen muss. Dies ist zwar zeitaufwendig und frustrierend, aber niemals unfair - und vor allem sehr befriedigend, wenn erfolgreich absolviert.

Thank you for Smoking

Thank you for Smoking

Neben den grossen Bossfights gibt's auf jeder Insel noch kleine Run'n'Gun-Levels, die nicht weniger schwierig, aber hin und wieder eine willkommene Abwechslung sind. Cuphead rennt durch ein kurzes Level, das gespickt ist mit fiesen Gegnern. Dabei gilt dasselbe wie bei den Bossfights: Level lesen und üben, üben, üben. Diese Levels sind nicht ganz so stark wie die Bosse, aber trotzdem sehr unterhaltsam. Und sie enthalten jeweils drei Münzen, mit denen man beim Säuli des Vertrauens neue Fähigkeiten kaufen kann.

Multiplayer

Wer einen Spielkameraden auf derselben Couch hat, kann Cuphead auch zu zweit spielen - leider nur lokal. Das macht das Spiel nicht einfacher, sondern noch etwas schwieriger. Nicht unbedingt, weil die Bosse vergleichsweise mehr Leben haben, sondern weil mit einem anderen Spieler ein gewisser Grad an Unberechenbarkeit ins Spiel kommt. Und das ist etwas, das man in Cuphead nicht möchte.

Technik

Medusa, die alte Schlange

Medusa, die alte Schlange

Man kann vom Schwierigskeitsgrad halten, was man möchte, aber die Steuerung "verhebt". Nie ist das Spiel schuld, wenn man einen Fehler macht. Allgemein ist Cuphead ein technisches Meisterwerk, denn wir sind weder auf irgendwelche Bugs noch Framerate-Drops noch andere Einbussen gestossen. "Meisterwerk" nennen wir es aber aus einem anderen Grund.

Kommen wir zum Elefanten im Raum: dem Artstyle. Cuphead ist visuell eines der einzigartigsten Games, die es gibt. Die handgezeichneten Visuals im Stil der Cartoons der 1930er-Jahre wie Betty Boop oder Filme der Fleischer-Studios sind ein wahrer Augenschmaus und immer wieder aufs Neue beeindruckend. Ausserdem besitzt das Spiel einen der besten Soundtracks der letzten Jahre. Die jazzige Musik passt perfekt zum Setting, und der King-Dice-Song läuft auch Wochen später noch hinterher.


Fazit

Viele Indie-Games hängen sich an einem Gimmick auf, hier scheint dies der Artstyle gewesen zu sein. Dieser überzeugt voll und ganz und gehört zu den einzigartigsten überhaupt. Cuphead ist glücklicherweise aber nicht nur ein wahnsinnig schönes und beeindruckend aussehendes Spiel, sondern spielt sich auch verdammt gut. Die Steuerung ist präzise, die Bossgegner sind absurd, verrückt und innovativ. Und ja, das Spiel ist sackschwierig. Ob dies ein Plus- oder Minuspunkt ist, soll jeder für sich entscheiden. Wir finden's toll!


OutNow.CH:

Bewertung: 5.5

 

05.02.2018 / nna

Community:

Bewertung: 5.3 (2 Bewertungen)

 

 

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