Batman: The Enemy Within (2017)

Batman: Der Feind im Inneren

Batman: The Enemy Within (2017) Batman: Der Feind im InnerenPS4-Review

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Auch als Held muss man mal die Aussicht geniessen.

Auch als Held muss man mal die Aussicht geniessen.

Telltales dunkler Ritter kehrt zurück. «The Children of Arkham» sind besiegt, die Kriminalitätsrate von Gotham befindet sich auf einem Rekordtief, und die altbekannte Batman-Crew arbeitet weiterhin daran, den Schurken die Leviten zu lesen. Doch alles ändert sich auf einen Schlag, als der gefährlichste Schurke aus Gothams Vergangenheit wieder auf der Bildfläche erscheint: der Riddler! Als wäre der Ärger bereits nicht gross genug, beginnt auch noch die Agency, eine geheimnisvolle Regierungsorganisation, in der Sache mitzumischen.

Die Grenzen zwischen Freund und Feind schwinden bereits in der ersten Episode wie in keinem anderen Batman-Abenteuer dahin - der Auftakt zu einem neuen Telltale-Abenteuer.


Rating: Sony PlayStation 4

Story

Hier geblieben Batman. Wir sind doch erst am Anfang.

Hier geblieben Batman. Wir sind doch erst am Anfang.

Batman: The Enemy Within fängt ganz gemächlich während einer Observation an, als nach nur wenigen Minuten bereits einer der übelsten Verbrecher aus Gothams Vergangenheit seinen ehemaligen Platz auf der Bühne beansprucht und damit beginnt, Batmans Ehrenkodex auf die Probe zu stellen. Zu allem Überfluss versucht eine zwielichtige Regierungsorganisation mit dem Namen «The Agency», Jim Gordon und Batman Knüppel zwischen die Beine zu werfen.

Während wir auf viele neue Charaktere treffen, welche alle in ihrer Rolle grossartig geschrieben wurden und perfekt ins neue Szenario passen, treffen wir auch auf altbekannte Gesichter aus unserem Kampf gegen «The Children of Gotham». Aus Freunden können ganz schnell Feinde werden, womit das Spiel bereits sehr früh aufzeigt, wie ernst es die zweite Staffel mit seinem Titel The Enemy Within meint.

Gameplay

Die Rätselfreunde in Aktion.

Die Rätselfreunde in Aktion.

Wie bei Telltale üblich, rückt auch hier die Story in den Vordergrund, worunter letzlich das Gameplay leidet. Das Spiel selbst bietet uns in den Dialogen viele Entscheidungen, wovon die meisten eher trivialer Natur sind und auf den Ablauf der Gesamtstory keine grosse Auswirkungen haben. Interessant ist jedoch der Aspekt, wie es gilt, gewisse Entscheidungen von Batman abzuwägen, denn was für Batman gut ist, ist nicht immer gut für Bruce Wayne. Umgekehrt gilt natürlich dasselbe.

Zwischen den langen, gut geschriebenen Dialogsequenzen versucht sich das Spiel mit kleinen Point'n'Click-Passagen aufzulockern, was eher schlecht funktioniert und den gesamten Storyfluss eher ausbremst anstatt ihn zu unterstützen. Die Möglichkeiten zur Interaktion sind auf ein Minumum reduziert und die Rätsel meist so simpel, dass sich erfahrenere Spieler kaum gefordert fühlen. Die Kampfszenen als Batman laufen als simple Quick-Time-Events, welche dem Spieler meist genügend Zeit lassen, dass man auch gerne mal ein paar Sekunden verschlafen kann.

Multiplayer

Jeder darf mitentscheiden. Ausser Alfred...

Jeder darf mitentscheiden. Ausser Alfred...

Was, ein Multiplayer in einem Telltale-Spiel?! Tatsächlich hat sich Telltale hier etwas völlig Neues mit dem hübschen Namen Crowdplay einfallen lassen. Alles in allem ist es eine simple Funktion, welche es erlaubt, unsere Mitmenschen bei den Entscheidungen mitreden zu lassen, wobei wir festlegen dürfen, ob die Mehrheit entscheidet oder letztendlich doch nur unsere eigene Meinung gilt.

Neben dem Mitspracherecht erhalten unsere Mitmenschen die Funktion, uns über das ganze Geschehen hinweg mit Likes und Dislikes bewerten zu können. Das Streamen des Spiels geschieht über Drittanbieter, da Telltale selbst keine Funktion dazu bietet. Ein nettes Gimmick für den 0815-Spieler, für Let's-Player jedoch dürfte es ein sehr interessantes Feature sein.

Technik

Selbst der Joker strahlt vor Freude über den Comiclook.

Selbst der Joker strahlt vor Freude über den Comiclook.

Die Grafik ist im Comic-ähnlichen Look angesiedelt, was das gesamte Batman-Setting sehr gut unterstreicht. Die Synchronsprecher leisten alle eine grossartige Arbeit, was aber nicht reicht, um die sonst schwache technische Seite zu kaschieren. Das Spiel wird von regelmässigen Framerate-Einbrüchen geplagt, und die Kanten flimmern in gewissen Situationen wie der Horizont im Hochsommer.

Die Soundeffekte wurden gut gewählt, gehen leider meist in der Konzentration auf die Dialoge unter, was ebenso für den Soundtrack gilt. Denn dieser kann sich durchaus hören lassen, man selbst nimmt ihn während des Spielens aber kaum wahr. Auch die Animationen gehören hier eher in den unteren Bereich des technisch Möglichen, denn zu oft wirken diese schwach umgesetzt und erinnern an PS2-Zeiten anstelle von Next-Gen. Ein grosses Problem hat das Spiel nebenbei mit den Beschriftungen der jeweiligen Schauplätze. Praktisch jeder Ort wird mit Wayne Tower angeschrieben, was die Erzählung kaum trüben kann, aber im ersten Augenblick sehr unangenehm auffällt.


Fazit

Die Schwächen des Titels liegen vor allem in den Gameplay-Elementen und der technischen Umsetzung, welche es einfach nicht schafft, wirklich zu überzeugen und manchmal sehr fraglich umgesetzt wurde. Trotzdem gehört Batman: The Enemy Within zu den stärkeren Telltale-Titeln. Die gesamte Story wurde konsequent und schlüssig umgesetzt. Die Charaktere sind in ihren Handlungsweisen absolut nachvollziehbar, und die Dialoge sind auf höchstem Niveau. Die Geschichte über den schmalen Grat, den die meisten Figuren zwischen Freund und Feind tanzen, muss sich nicht vor anderen Batman-Storys verstecken und hat für alle etwas zu bieten, die gerne mal ein etwas ruhigeres Spielerlebnis möchten und dem Spiel seine Schwächen verzeihen können.

28.10.2017 / fum


Community:

Bewertung: 3.5 (1 Bewertung)

 

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Kommentare:

1 Kommentar

OutNow.CH:

Bewertung: 3.5

Spielspass:

Bewertung: 5.0

(50%)

Gameplay:

Bewertung: 2.0

(25%)

Technik:

Bewertung: 2.0

(25%)