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Assassin's Creed Origins (2017)

Assassin's Creed Origins (2017) Xbox One-Review

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Da, da hinten wohne ich!

Da, da hinten wohne ich!

Das alte Ägypten, einige Jahre vor der römischen Eroberung, wird von Ptolemaios regiert. Seine Schwester, Cleopatra, erhebt Anspruch auf den Thron und verbündet sich mit den Römern. Mittendrin steckt Bayek, ein Medjai, ein Beschützer des Volkes, der nach einem Schicksalsschlag Rache will. Bald erfährt er vom Order of the Ancients, dessen Mitglieder das Volk unterdrücken und sich als seine eigentlichen Widersacher herausstellen.

Assassin's Creed hatte es schwer die letzten Jahre. Unity war ein technisches Debakel, der Nachfolger Syndicate war solide, aber zu wenig innovativ. Dann folgte noch der wenig beliebte Film, und das Franchise befand sich in einer Art Krise. Darauf brach Ubisoft mit dem Ein-Jahres-Zyklus, in dem die Assassin's-Creed-Spiele erschienen, und liess sich ein Jahr länger Zeit - und das soll sich jetzt zeigen.


Rating: Microsoft Xbox One

Story

Fifty Shades of Gold

Fifty Shades of Gold

Nicht zum ersten Mal ist Rache das Thema eines Assassin's-Creed-Titels, allerdings fesselte die Geschichte wohl seit den Ezio-Spielen nicht mehr so. Zwar ist der Einstieg holprig, und es gilt sich zuerst zurechtzufinden, ausserdem ist Bayek nicht wirklich eine sympathische Figur. Sein Motiv ist aber nachvollziehbar und die Beziehung zu seiner Frau Aya ebenfalls gut gezeichnet. Ah, und es gibt wieder eine "richtige" Geschichte in der Gegenwart, die aber mehr als eine Erwähnung in diesem Satz nicht verdient.

Wohl spannender als die Hauptstory sind die kleinen Geschichten, die es in der Welt Ägyptens zu erleben gibt. Die Spielwelten der Assassin's-Creed-Games gehörten immer zu deren Stärken, aber noch selten fühlte sich ein solche derart atmosphärisch, dicht und fassbar an. Jede Region hat mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen, die Bayek vor allem in den Nebenquests bemerkt. Ausserdem unterscheiden sie sich visuell enorm voneinander. Es sind also nicht nur Wüstengebiete, wie man es vielleicht vermuten wüde.

Gameplay

Ben-Hurghada

Ben-Hurghada

Wie auch in der Geschichte, ist der Einstieg spielerisch allerdings eher schwierig. Bisher waren die Assassin's-Creed-Spiele sehr zugänglich. Ein Stück dieser Zugänglichkeit wurde geopfert, um das Kampfsystem interessanter zu machen. Neu muss man richtig ausweichen, blocken und kontern, um die unterschiedlichen Gegnertypen in die Knie zu zwingen. Dies funktioniert nicht immer perfekt, macht die Kämpfe dennoch spannender und vor allem fordernder. Überhaupt fühlt sich Origins mehr wie ein Action-RPG als wie ein Action-Adventure an.

Unser Protagonist klettert immer noch elegant Häuser, Bäume, Felsen, Türme und Pyramiden hoch, synchronisiert immer noch mit Aussichtspunkten und hat immer noch eine Unmenge an Missionen zu erledigen. Das Klettern funktioniert aber präziser als in vergangenen Teilen, und das Synchronisieren mit den Aussichtspunkten erweitert die Sichtweite des von Far Cry abgeschauten Adlers, der das Stealth-Gameplay mit seiner Übersicht wesentlich spannender macht. Ausserdem wurde die stets überfüllte Minimap durch eine Art Kompass am oberen Ende des Bildschirms ersetzt. Die langweiligen Sammelgegenstände in Form von Geldkisten aus den Vorgängerspielen wurden ebenfalls rausradiert und durch Kisten ersetzt, die anstatt Münzen tatsächlich nützliche Gegenstände beinhalten.

Assassin's Creed: Ghost Rider

Assassin's Creed: Ghost Rider

Allgemein hat Ubisoft bei Assassin's Creed Origins viele kleine Details angepasst, die das Gameplay viel angenehmer machen. Wenn man beispielsweise ein Schwert oder einen Bogen findet, den man mag, kann man ihn beim Schmied auf das eigene Level anpassen. Und immer, wenn man eine neue Waffe hat, einen neuen Punkt für den Fähigkeitenbaum oder etwas Neues craften kann, wird dies mit einem dezenten, aber wahrnehmbaren Symbol unter dem Level signalisiert.

Technik

Dieses Jahr bot einige hervorragend aussehende Spiele wie Forza Motorsport 7, Destiny 2 oder Horizon: Zero Dawn. Vor diesen muss sich Assassin's Creed Origins zu keiner Sekunde verstecken. Das Game sieht absolut fantastisch aus, vor allem auf einer Xbox One X in 4K mit HDR: brillante Farben, kaum eine matschige Textur, wunderschöne Lichteffekte und eine wie erwähnt atemberaubende Welt. Auch technisch "verhebt" das Game, nicht wie einige der Vorgänger. Es liefert eine stabile Framerate und nur sehr seltene Mängel mit den NPCs.


Fazit

Assassin's Creed Origins zieht den Spieler in eine fesselnde, atmosphärische und atemberaubende Welt, in der jede Region ihre eigene Identität hat. Eine derart greifbare Spielwiese bot dieses Franchise wohl noch nie. Ausserdem wurden bitter nötige Anpassungen am Kampf- und Stealthsystem vorgenommen und diverse kleine Designelemente hinzugefügt, um das Game trotz des etwas holprigem Starts wunderbar angenehm spielbar zu machen. Bayek mag nicht der sympathischste Protagonist und der Plot nicht der klügste sein, aber dennoch ist Origins für Assassin's-Creed-Fans und -Neulinge gleichermassen ein Muss.


OutNow.CH:

Bewertung: 5.5

 

24.01.2018 / nna

Community:

Bewertung: 5.5 (3 Bewertungen)

 

 

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