Uncharted 4: A Thief's End (2016)

Uncharted 4: A Thief's End (2016)

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PS4-Review: Farewell, Mr. Drake, it was one hell of a ride!

Mit dem Alter wird's nicht leichter.
Mit dem Alter wird's nicht leichter. © Entwickler / Publisher

Malerische Buchten, tropischer Dschungel, verträumte Bergdörfer... Das war einmal! In Sweatshirt und Schlabberhose schaut Nathan Drake alte Fotos durch und schwelgt in Erinnerungen. Nostalgie ist ihm ins Gesicht geschrieben. Die spektakuläre Jagd nach verschollenen Schätzen gehört der Vergangenheit an. Von unten ruft Elena, Drakes Ehefrau - das Essen steht bereit. Vom Actionheld zum Pantoffelheld.

Nun, nicht ganz. Aus Gründen, die persönlicher nicht sein könnten, sieht sich Drake gezwungen, ein letztes Mal auf Schatzsuche zu gehen. Diesmal geht es um die Reichtümer des berühmt-berüchtigten Piraten Henry Avery. Dieser spannte angeblich mit Berufskollegen zusammen, um ein Piraten-Utopia aus Gold und Silber zu erschaffen. Verlockend, aber nicht nur für Drake, sondern auch für die Schatten aus seiner Vergangenheit.

Es sind die kleinen Dinge, die Uncharted 4 zu etwas Grossem machen. Die Gespräche, die nahtlos wiederaufgenommen werden, wenn ihr unterbrochen wurdet. Die sarkastischen Kommentare eurer Begleiter. Der korrekt funktionierende Tachometer des Jeeps. Die Effekte von Schlamm oder Schnee an eurer Kleidung. Die geniale Performance der Schauspieler.

Viel mehr als die wunderschöne Optik oder das flüssige Gameplay sind es diese Details, mit denen uns A Thief's End wegbläst. Es sind Dinge, bei denen sich die allermeisten Entwickler keine Mühe machen würden, da 90 % der Spieler gar nicht erst drauf achten. Doch es gibt die Momente, wo man etwas genauer hinschaut, und dann zeigt das Spiel Naughty Dogs Versessenheit auf Qualität und Authentizität.

Spielt Uncharted 4. Spielt es, auch wenn ihr Teil 1-3 nicht kennt. Spielt es auch nur wegen der Grafik. Es ist das perfekte Ende einer Serie, die die Playstation 3 prägte wie keine andere. Es ist der beste Abschied von lieb gewonnenen, ausserordentlich sympathischen Charakteren. Goodspeed Mr. Drake, wir werden dich vermissen!

Story

One last time, Nate!
One last time, Nate! © Entwickler / Publisher

Der Abgang von Amy Henning war für Uncharted-Fans ein ziemlicher Schock, war sie doch beim Entwickler Naughty Dog verantwortlich für die Geschichten von Teil 1 bis 3. Andere wiederum schöpften Hoffnung aus der Tatsache, dass die The-Last-of-Us-Autoren Straley und Druckmann übernahmen. Deren Einfluss sieht man so auch an allen Ecken und Kanten von Uncharted 4.

Die Charaktere verlieren zwar etwas von der Leichtigkeit und Unbeschwertheit der vorangehenden Ableger, gewinnen jedoch an Tiefe und emotionaler Komplexität. Vielleicht etwas gar viel für ein Spiel wie Uncharted 4, doch ein besseres Ende konnte die Serie dadurch kaum finden. Wir werden Uncharted und seine Figuren vermissen, und Teil 4 ist daran nicht ganz unschuldig.

Gameplay

Lieber draussen grillieren.
Lieber draussen grillieren. © Entwickler / Publisher

Uncharted ändert auch im letzten Teil der Reihe seine spielerische Formel nicht. Stattdessen wird das Gameplay bis an die Grenzen ausgereizt und um Elemente erweitert, die für Frische sorgen. Trotz allen Lobes mussten sich die Entwickler immer wieder die Kritik gefallen lassen, wonach die Shooter-Sequenzen zu lange andauern, zu viele Gegnerwellen aufboten und ganz allgemein sehr mühsam waren.

A Thief's End verzichtet auch nicht auf diese Shooter-Passagen. Allerdings bekommt das Schleich-Element ein viel grösseres Gewicht. So könnt ihr euch nun viel effizienter an die Gegner heranschleichen und sie geräuschlos erledigen. Ihr nutzt dabei sehr organisch die Vegetation. Versteckt euch hinter hohen Gräsern und im dichten Gebüsch des Dschungels und umgeht, wenn ihr wünscht, sogar die Gefechte.

Toooor!
Toooor! © Entwickler / Publisher

Damit der Stealth auch gut funktioniert, wurden die Gebiete massiv vergrössert. Ihr habt nun ordentlich Platz, um den Weg ans Ziel selbst zu wählen. Nicht selten habt ihr zwei oder noch mehr Möglichkeiten, wie ihr es zum nächsten Checkpoint schafft. Teilweise wurden die Levels Labyrinth-artig aufgebaut, womit nicht immer klar ist, wo es weitergeht. Die gesunkene Anzahl an Schalter-Rätseln wird hiermit ein wenig wettgemacht.

Multiplayer

Wenn es auch nicht das herausragende Merkmal des Spiels ist, bietet Uncharted 4 einen Mehrspielerteil, der mit erstaunlich vielen Modi aufwartet. Mit einem besonderen Fokus auf Teamplay müsst ihr Punkte und Geld ansammeln, um Ränge aufzusteigen und Ausrüstung erwerben zu können. Unschön: Wem das zu lange dauert oder wem das Geld locker in der Tasche sitzt, kann sich für kleine Echtgeldbeträge Uncharted-Punkte kaufen und die Sache beschleunigen.

Technik

Den Selfie-Stick im Gepäck.
Den Selfie-Stick im Gepäck. © Entwickler / Publisher

DAS habt ihr noch nicht gesehen! Dieses Zusammenspiel von technischer Brillanz und artistischem Geschmack. A Thief's End ist zweifelsohne das schönste Spiel auf der Playstation 4. Im Verlauf des Spiels gibt es viele Momente, in denen ihr innehalten und die prächtigen Landschaften geniessen werdet. Da kommt der Fotomodus wie gerufen!

Untermalt wird das Ganze von verschiedenen Varianten des Uncharted-Themas und knackigen Effekten. Die Musik verleiht jeder Situation die passende Emotionalität und sorgt so für ein rundes, tiefgehendes Erlebnis.

Alejandro Garcia [ale]

Alejandro schreibt und redigiert im Games-Bereich seit 2009 für OutNow. Sein Einflussbereich ist die Konsole, wo er Militär-Shooter und Racer mit Erfolg vermeidet. Dafür verschlingt er alles, was FromSoftware ihm vorsetzt.

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